Tourismus statt Maloche – Der Skywalk auf Phoenix-West | Foto: Jan Weckelmann

Tourismus statt Maloche – Der Skywalk auf Phoenix-West | Foto: Jan Weckelmann

Unser Gang über den Skywalk auf Phoenix-West

Alle zücken ihre Kamera, die eine Hand am Objektiv, die andere am Auslöser. Drei Leute haben sich den Platz ganz vorne gesichert – freie Sicht auf den eisernen Steg: Links der alte Hochofen, rechts das Stadion, in dem die Vorbereitungen für das Spiel gegen Frankfurt laufen. Und trotz des anstehenden Fußballspiels stehen an diesem Samstag 33 Mitglieder des SV Westfalen und des SV Hellas auf dem Skywalk des alten Stahlwerks Phoenix-West.

 Bereits unten erfuhren wir, welch große Bedeutung dieses Gelände für Dortmund hat. Fast jeder Teilnehmer unserer Führung hat das Hörder Werk noch zu Betriebszeiten erlebt. Nachdem es 1998 geschlossen wurde, begann der Strukturwandel, der am besten durch den benachbarten Phoenixsee sichtbar wird – dort gibt es von der Stahlindustrie kaum eine Spur mehr. Anders ist es hier auf Phoenix-West. Zwar wurde die Hälfte der Anlage abgebaut, nach China verschifft und dort wieder aufgebaut, doch können wir von Glück reden, dass wir heute noch dieses Denkmal der Stahlindustrie besichtigen dürfen. Wer hätte gedacht, dass 17 Jahre nach der Schließung Touristentouren über die rostigen Rohre stattfinden? Das Interesse ist bereits so groß, dass die Stadt die Verantwortung in private Hände gegeben hat. Wenn man genau hinschaut, kann man den Strukturwandel an diesem Tag genau beobachten: Wir treffen Kay Voges, den Intendant des Schauspiels in Dortmund, der gerade in der großen Industriehalle für ein neues Programm aufbaut – nun also Kultur statt Maloche!

Oben auf dem Steg hört das Klicken der Kameras gar nicht auf. Die Fotografen in der letzten Reihe blicken auf rote, gelbe, blaue und schwarze Regenjacken, es nieselt etwas. In der Phoenixhalle unter uns wird gerade gebaut. Hier werden bald Konzerte stattfinden, das ist bereits sicher. Welche Unternehmen auf die großen Freiflächen kommen, steht dagegen noch nicht fest. Mikrotechnologie – diese Branche wünscht sich die Stadt hier. Die ersten Häuser stehen ja auch bereits.

Treppe runter, Treppe hoch, links, geradeaus, rechts, runter, hoch, in so einem Hochofen ist es verwinkelt. Die ersten scherzen, dass sie sich einen Aufzug wünschten. Sind wir keine Sportler? Noch zweimal bücken, einmal Bauch einziehen und wir haben es beinahe nach ganz oben geschafft. Nur die Gäste des Florianturms können uns noch auf den Kopf schauen. Von hier oben sehen wir nicht nur die Stadt, sondern auch den ehemaligen Weg der Kohle und es Eisenerzes zum Roheisen.

Nach dem Festhalten des Panoramablicks gehen wir wieder herunter, jetzt aber Achtung: Erst den Bauch und dann den Kopf einziehen. Unsere Führung geht bis ganz nach unten ins Innere des Hochofens. Was könnten Investoren hier Schönes zaubern? Vielleicht werden wir hier bald Kunst sehen oder ein Bergmann-Bier trinken – die Brauerei wird zumindest schon bald in der Nähe sein. 

Ein letztes mal Treppe hoch und runter, zwei Stunden sind vergangen, im Stadion ertönte der Anpfiff, die Straßen sind leer. 

Dort, wo der BVB an diesem Tag gegen Frankfurt siegte, wird unsere nächste Veranstaltung sein: Die Stadionführung am 30.05. im Signal-Iduna-Park.

Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-01
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-02
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-03
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-04
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-05
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-06
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-07
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-08
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-09
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-10
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-11
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-12
Skywalk_PhoenixWest_JAN_WECKELMANN-13
01/13 
start stop bwd fwd

Unser Druckpartner:

Für die Unterstützung im Druck unserer Medien auf Papier danken wir herzlich!

Unterwasserrugby-Trailer

Winterfreizeit Zillertal 2015

Weihnachtsfünfkampf 2014