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Uwe Weckelmann

SCHWIMMVEREIN WESTFALEN EV

DORTMUND VON 1896

 

 

 

 

 

1896

1971


FESTSCHRIFT

ZUM

75 JÄHRIGEN BESTEHEN

1896 – 1971

 


Grußwort

Dem SV „Westfalen” Dortmund von 1896 e. V. spreche ich zu seinem 75 jährigen Bestehen meine herzlichen Glückwünsche aus.

Mit dem Namen des SV „Westfalen” verbinden sich seit vielen Jahren beachtliche sportliche Erfolge, die auch über die Grenzen unserer Stadt hinaus Beachtung gefunden haben.

Die Mitglieder können mit Stolz und Genugtuung auf das sportliche Geschehen in diesen 75 Jahren zurückblicken. Gemeinschaftssinn und stetes Bemühen, insbesondere um die Jugend, haben die Erfolge des Vereins ermöglicht.

Auch künftig ist zu erwarten, daß Schwimmer dieses Vereins Dortmund als Stadt des Sports auf den Wettkampfstätten nah und fern würdig vertreten werden.

Den Jubiläumsveranstaltungen wünsche ich einen guten Verlauf und dem Verein weiterhin Glück und Erfolg.

Sondermann

Oberbürgermeister


Grußwort

Der Schwimmverein Westfalen Dortmund v. 1896 e. V. gehört zu den ältesten Schwimmvereinen des Deutschen Schwimm-Verbandes. Sein Gründungsjahr fiel in die Zeit, wo der DSV nur 2004 Mitglieder zählte. Heute, nach 75 Jahren, kann der Jubilar auf eine stolze Bilanz sportlicher Erfolge und eine große Tradition zurückblicken. Was er im Laufe seines Bestehens in selbstloser Arbeit für seine Gemeinschaft und damit auch für den deutschen Schwimmsport geleistet hat, läßt sich im einzelnen nicht aufzählen.

Der Deutsche Schwimm-Verband ist stolz und glücklich, Vereine, wie den SV Westfalen Dortmund, in seinen Reihen zu haben.

Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, an dieser Stelle allen Kameradinnen und Kameraden, die mitgeholfen haben, den Verein durch Freude und Leid, durch Frieden und Wirrnisse zu führen, zu danken. Die Jugend bitte ich, das Jubiläum als eine Verpflichtung zu betrachten, treu zu ihrem Verein zu stehen und seine Tradition fortzusetzen.

Dem SV Westfalen Dortmund v. 1896 e. V. wünsche ich für die Zukunft ein weiteres glückliches und erfolgreiches Wirken zum Wohle unseres Schwimmsports. Möge der Idealismus das begonnene Werk weiterhin tragen.

Dr. H. Karg

Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes


Grußwort

Als im Jahre 1896 schwimmsportbegeisterte Idealisten den Grundstein zum heutigen SV „Westfalen” Dortmund legten, bestand der Deutsche Schwimm-Verband gerade erst 10 Jahre, fanden die ersten Olympischen Spiele statt, wurde die erste Deutsche Mehrkampfmeisterschaft ausgeschrieben, hatte der DSV 2004 Mitglieder. Diese wenigen Daten sollten aufzeigen, wie sehr damals der Schwimmsport noch in den Kinderschuhen steckte und welche Bedeutung die Gründung eines Schwimmvereins in Dortmund hatte. Seitdem hat der Verein Pionierarbeit geleistet, von der die Vereinsgeschichte redlich Zeugnis ablegt. Krisen des Vereins: 2 Weltkriege, Nachkriegsjahre mit wirtschaftlichen Folgen und anderes mehr. Aber das Schifflein des SV Westfalen ist nicht untergegangen. Eine handfeste Mannschaft, erfüllt von einem hohen Idealismus für die Ziele des Schwimmsports, hat immer das Ruder fest in der Hand gehabt. So sind es stolze Jahre geworden, auf die heute zurückgeblickt werden kann.

Der SV Westfalen hat sich nicht nur durch die Leistungen seiner Aktiven einen Namen gemacht. Durch die Ausrichtung von Meisterschaften und Länderkämpfen mit einer glänzenden Organisation hat er die Ziele des Schwimmsports in hohem Maße gefördert. Für diese Arbeit, die in Vergangenheit und Gegenwart von Frauen und Männern des Jubilars geleistet worden ist, muß der Dank des Westdeutschen Schwimm-Verbandes ausgesprochen werden. Diesem Dank sollen die besten Wünsche für die Zukunft angeschlossen werden.

Gerhard Dierich

Präsident des Westdeutschen Schwimm-Verbandes


Grußwort

Gerne und erfreut entspreche ich der Bitte, mit einem “Vorwort” meine Gedanken zum festlichen Anlaß des 75iährigen Bestehens vom SV „Westfalen” hier zu sagen. Es hat sich für mich dabei gelohnt, den Ursachen nachzugehen. Dabei kam ich darauf, daß es in diesem Jahr nicht nur das vorgenannte bedeutsame Ereignis für die Dortmunder Schwimmer gibt.

So wurde vor 95 Jahren — also 1876 — der Baubeschluß für die erste Schwimmhalle — das Südbad — gefaßt und vor 80 Jahren am 1. April 1891 das Nordbad eingeweiht. Immerhin vergingen dann noch vom Datum des Baubeschlusses für die erste Schwimmhalle über einige Interessengruppen hinweg bis zum Gründungstag des 1. Dortmunder Schwimmvereins von 1896 weitere 20 Jahre.

Vergleicht man damit die außerordentliche Entwicklung des Hallenbäderbaues nach 1946 — wo in dieser Zeit bis heute 7 Hallenbäder neu gebaut wurden und das 8. Hallenbad in Hombruch vor der Eröffnung steht — dann kann man darauf schon stolz sein. Und wenn wir dann noch hören, daß wir in Dortmund mit dem Hallen-Wasserflächenangebot an erster Stelle aller vergleichbaren Großstädte stehen, daß wir im vergangenen Jahr 3.265.000 Hallen-Schwimmbadbesucher zählen konnten, dann ist das gleichfalls ein beachtliches Ergebnis. Die 16 Schwimmvereine mit ihren über 9500 Mitgliedern haben am Zustandekommen dieser großartigen Ziffern durch ihre Werbung und durch ihre zahlreichen Helferinnen und Helfer bei den Schwimmkursen einen berechtigten und großen Anteil.

Wenn wir heute, aus dem gegebenen und freudigen Anlaß, über diese Entwicklung nachdenken, dann müssen wir uns bei den Pionieren des Schwimmsports, bei den Frauen und Männern der Gründerjahre recht herzlich bedanken. Denn noch 1903 konnte ein Schwimmfest der Damenabteilung des Jubilars nur hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Mit wechselndem Erfolg hat in dieser Stadt der Jubilarverein in den Jahren seines Bestehens den Schwimmsport gepflegt und für ihn geworben. Insbesondere hat er in anerkennenswerter Weise nach der im Jahre 1928 vollzogenen Vereinigung mit dem SV Aegir von 1903, in Mannschafts- und Einzelleistungen hervorragende Schwimmerinnen und Schwimmer herausgebracht.

Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, daß dem Verein auch weiterhin gute Mitarbeiter zur Verfügung bleiben, mit denen er das 100 jährige Bestehen ansteuern kann. Möge Freude, Beharrlichkeit und Mut dazu ständig Wegbegleiter sein und dem lohnenswerten Einsatz der Erfolg nicht versagt bleiben.

Mit vielen herzlichen Grüßen und Wünschen

Ihr Fritz Kauermann

  1. Vorsitzender des Kreissportverbandes

Dortmund


Grußwort

Diese Festschrift, die wir zu unserem 75 jährigen Jubiläum unseren Mitgliedern und Freunden überreichen, schließt eine Vereinsepoche ab, die uns mit Stolz erfüllt, aber auch zu großer Dankbarkeit verpflichtet. Stolz dürfen wir auf unsere Schwimmerinnen und Schwimmer sein, deren große, sportliche Erfolge sich durch die vergangenen 75 Jahre ziehen: danken müssen wir allen denen, die am Aufbau und an der Erhaltung des 75 jährigen Werkes so uneigennützig mitgeholfen haben.

Zwei große, unselige Kriege haben wohl das Vereinsgefüge erschüttern, es aber nicht zerfallen lassen können, und wir können mit stolzer Genugtuung auf das in diesen 75 Jahren Geleistete zurückblicken. Es ist die Arbeit aller Mitglieder gewesen, die unserem Verein die Treue gehalten haben.

Ihnen gilt unser aufrichtiger Dank!

Möge das Schicksal der Zukunft unseres Vereins immer gnädig sein, und möge der sich in den vergangenen 75 Jahren so bewährte “Westfalengeist” immer behaupten. Das ist mein aufrichtiger Wunsch.

Siegfried Radeloff


EHRENTAFEL

Es gaben im I. und Il. Weltkrieg ihr Leben

1914—1918                           11 Schwimmkameraden

1939—1945                           62 Schwimmkameraden

Wir gedenken unserer in den letzten 10 Jahren verstorbenen Schwimmkameradinnen und -kameraden

Biefer, Edwin Kleiniohann, Albert
Bork, Siegfried Rademacher, Joachim, „Aki“
Buchholz, Max Sudeik, Ewald
Büddecker, Wilhelm Stangier, Hermine
Cording, Karl Stöwer, Jakob
Dreyer, Gustav Tauber, Wilhelm
Feldmeier, Friedrich Thuy, Paul
Funke, Hildegard Ulfig, Franz
Hilberg, Wilhelm Wesberg, Emil
Jansen, Wilhelm  

 

VEREINSGRÜNDER

Fritz Moritz (Vater) † Fritz Sassenscheidt †
Wilhelm Jansen † Karl Veit †
Karl Vogel † Otto Gronack †

DIE VORSITZENDEN DES SV. „WESTFALEN’

Wilhelm Büddecker 1926—1929
Paul Bürmann 1930—1934
Jakob Stöwer 1935—1946
Walter Bergmann 1947— 1948
Fritz Moritz 1948—1952
Dr. Hermann Brandt 1953—1954
Siegfried Radeloff ab 1955

DER VORSTAND

Siegfried Radeloff 1. Vorsitzender
Karl-Heinz Heiland 2. Vorsitzender
Herbert Webel Geschäftsführer
Günter Siebert Schatzmeister
Udo Beyer Sportlicher Leiter
Ulrich Beyer Jugendleiter
Franz Gill Wasserballwart
Klaus Vay Wasserballwart
Karl-Heinz Stoppe Sprungwart

 


1926 – heute

Im Jahre 1926 erfolgte der Zusammenschluß der beiden Vereine Dortmund 96 und Aegir 03, und es entstand der SV “Westfalen Dortmund von 1896 e. V. So verschieden auch die Argumentation für oder wider den Zusammenschluß in verschieden Streitgesprächen gewesen ist, so ist sie doch eine glückliche Verbindung gewesen. Vor allem war es ein großer Erfolg auf sportlichem Gebiete. Eilten in den Jahren bis 1934 Handschuhmacher, Dr. Brandt, Alfred Tilly, Robert u. Karl Schlüter u.v. m. von Sieg zu Sieg, so waren es anschließend Hewelke, Beckmann, Lütgert, Bischoff, Mühle, Radeloff, Bergmann, Schneider, Marx und v.a. m. In diesen Jahren begann die Serie der Erfolge unseres unvergeßlichen Jochen Balke.

Wer nicht mehr aktiv war, stand am Beckenrand und bildete den Nachwuchs aus.

Kurz vor dem Kriege waren die Schwimmer Bachmann, Schäfer, Küper und Müller in Westdeutschland gefürchtet.

Überspringen wir die unseligen Jahre des 2. Weltkrieges. 58 Kameraden kehrten aus dem Kriege nicht zurück. Dank an dieser Stelle unserem unlängst verstorbenen, derzeitigen Vorsitzenden “Co” Stöwer und unserem Alfred Ulonska für ihre unermüdliche Arbeit, die damaligen Frontsoldaten des Vereins durch ihre Soldatenbriefe zu erfreuen.

Dortmund in Trümmern! Die Hallen waren zerstört, die Freibäder beschlagnahmt, das Vereinsvermögen gesperrt. Was kümmert es uns? Der „Westfalen”-Geist überwindet alle Rückschläge ohne ernste Erschütterungen des Vereinsgefüges und hilft mit, das Nordbad wiederaufzubauen. Am 8. Oktober 1949 wird es eröffnet.

Wenn ein Verein sich auf seine “Alten Herren” — so wie damals — stützen kann, dann gibt es für ihn keine Hindernisse in der Zukunft.

Mit dem Nordbad kommt der sportliche Wiederaufstieg. Eine neue Generation schwimmt für „Westfalen”. Unter Kurt Bachmann und Erich Beckmann schwimmen die Damen Happe-Krey, Blomeier, Puntmann, Heß, Köhler, Becker und Bitter Bestleistungen und Rekorde, die Herren Peukes, Lammers, Trockels, Knippschild, Klöpper, Gebr. Wippermann, Gill, Kirschbaum und die Gebrüder Vay stehen ihnen auf den Meisterschaften nicht viel nach.

Ursula Happe-Krey übertrifft alle: 1952 in Helsinki, 1954 in Turin und 1956 die Goldmedaille auf den Olympischen Spielen in Melbourne.

Und wieder kommen Talente, und wieder stellt sich der Erfolg ein (wenn auch kein Olympiasieg!).

„Citius, altius, fortius” — noch schneller, noch höher noch stärker!

Großes ist in den vergangenen 75 Jahren geleistet worden. Ein nicht abreißendes Band größter Erfolge durchzieht unsere Vereinsgeschichte. Vergessen wir aber darüber nicht den unbekannten (für uns nicht!) Helfer, dessen Name sich würdig an die der herausgestellten Sportler anreiht. Sie alle haben das Vereinsleben mitgestaltet. Jeder auf seinem Platz. Ihnen allen Unser besonderer Dank. Dank aber auch den treuen Mitgliedern, die Jahrzehnte dem SV „Westfalen” angehören. Sie bilden das unerschütterliche Fundament und sind ein Beispiel unverbrüchlicher Westfalentreue.

Unser Blick ist immer froh gewesen: möge er es auch in den kommenden Jahren bleiben.

Siegfried Radeloff


Beide Vereine waren und blieben gefürchtet. Dortmund war Schwimmerhochburg geworden. Auf dem im Mai 1914 stattgefundenen Jugendschwimmfest der Deutschen Schwimmerschaft gewannen die 96er und Aegiraner alle Hauptrennen. Es waren die ersten großen Siege unserer heutigen „Alten Herren” Dr. Brandt, Tilly, Gebr. Linke, Handschuhmacher, Kronsbein und viele andere.

Es weilen nicht mehr viele aus der alten, guten Zeit unter uns. Wenn man aber mit den wenigen Überlebenden zusammensitzt, dann kehren sie gern in diese Zeit zurück, weil sie noch Zeit hatte und erzählen von ihr, wie wir vielleicht einmal auch erzählen werden: von unserer alten, guten Zeit.


DER GUTEN ALTEN ZEIT

Wenn ein Verein sein 75 jähriges Bestehen feiert, hält man gern Rückschau, um einmal der jüngeren Generation aufzuzeigen, wie es damals war. Da aber auch ich diese gute, alte Zeit nur vom Erzählen her kenne, habe ich aus den noch vorhandenen, leicht vergilbten Unterlagen sie hervorgeholt und geschmunzelt.

1878 wurde das Südbad in Dortmund eröffnet, 1892 das Nordbad. Wie man zum Baden ging, zeigen die Bilder der um die Jahrhundertwende und vorher getragenen Badeanzüge. Das Zur-Schaustellen des wenig (er) bekleideten Körpers war unmoralisch. Unmoralisches und Anstößiges, worunter man anfangs das Schwimmen noch einstufte, durfte sich nie in der Offentlichkeit abspielen: das gehörte „hinter Gittern”

So mußten erst fast 20 Jahre vergehen, bis sich der Gedanke, das Schwimmen als Leibesertüchtigung anzusehen, durchsetzen Und zu Vereinsgründungen führen konnte.

Hier die älteste Unterlage: der erste Jahresbericht des damaligen 1. Vorsitzenden Fritz Moritz (Vater):

Nach einer inoffiziellen Zusammenkunft im Vorraum der nördlichen Badeanstalt fand am 16. April 1896 die erste Versammlung bei Vogell statt, wo der Vorstand — die Herren Moritz, Sassenscheidt, Gronack, Veit u. Reineke —gewählt, die mit Hilfe der literarischen Kommission ausgearbeiteten Statuten verlesen und genehmigt wurden. Am 17. April wurden der Polizeiverwaltung diese Statuten und ein 21 Personen umfassendes Mitgliederverzeichnis eingereicht. Am 8. Mai kamen die Unterlagen zurück: der Schwimmverein war gegründet.”

Nichtschwimmerausbildung

Vervollkommnung des Schwimmens, Springens und Tauchens durch regelmäßige Übungen

Ausbildung zum Rettungsschwimmer

waren die Stufen, um den Zweck zu erreichen, das Schwimmen volkstümlich zu machen. Sind sie heute nach 75 Jahren nicht noch genau so aktuell, wie sie damals waren ?

„Das erste Stiftungsfest wird der Verein am 22. Mai begehen. Damit soll das erste Geschäftsjahr würdig abgeschlossen werden. So sehen wir mit frohem Blick dem neuen Jahr entgegen.”

Dieser Blick ist in den folgenden Jahren bis 1914 immer froh gewesen. 1901 beginnt der sportliche Aufstieg des DSV 96. Die „Sieger l. Ordnung in allen Disziplinen” beim Rheinstromschwimmen 1901 stellten die 96er. 1903 Wurde der Schwimmclub Aegir 03 gegründet, der, wir mir alte Aegiraner stolz erzählten, zum ersten Male nach der Stoppuhr schwimmen ließ. Der Club war eigentlich aus einem Vergnügungsverein entstanden. Als die Mitglieder des Clubs „Harmonia“ die sich bis dahin regelmäßig einmal in der Woche zum kommersmäßigen Biertrinken trafen, einsahen, daß diese Saufabende gesundheitsschädlich seien und man für diese Gesundheit etwas tun müsse, hob man den SC Aegir 03 aus der Taufe.

Das „Trimm Dich durch Schwimmen” ist gar nicht neu!!

REKORD-TAFEL

Weltbestleistung

100 Yards Brust Herren

Joachim Balke 1936 in Bochum

Europabestleistung

200 m Brust Herren, 2:45,7 (Freiwasser)

Joachim Balke 1936 in Hannover

Deutsche Rekorde

800 m Kraul Herren

Walter Handschuhmacher 1928 in Berlin

1000 m Kraul Herren

Walter Handschuhmacher 1928 in Berlin

1500 m Kraul Herren, 21:29,6

Walter Handschuhmacher 1928 in Berlin

100 m Brust Herren, 1:12,5

Joachim Balke 1935 in Magdeburg

4 x 200 m Kraulstaffel Herren (Nationalmannschaft) 9:16,4

Fischer – Heibel – Plath – Bachmann 1937 in Darmstadt

100 m Brust Damen, 1:19,0

Ursula Happe, 20.5.54 in Solingen-Ohligs

200 m Brust Damen, 2:54,7

Ursula Happe, 2.5.54 in Dortmund

100 m Schmetterling, 1:18,1

Ursula Happe, 17.10.54 in Dortmund

6 x 50 m Damenbruststaffel, 4:18,1, 1954 in Bochum

Happe-Köhler-Dondit-Puntmann-BIomeyer-Hess

4 x 200 m Damenbruststaffel, 12: 47,5, 1954 in Bremen

Happe – Köhler – Dondit – Puntmann

6 x 100 m Damenbruststaffel, 9:17,5, 1954 in Dortmund

4 x 100 m Damenbruststaffel, 5:53,5, in Solingen-Ohligs

4 x 200 m Damenbruststaffel, 12:42,5, 1954 in Solingen-Ohligs

6 x 50 m Damenbrustsaffel, 4:12,6, in Solingen-Ohligs

Happe-Köhler-Dondit-Puntmann-Hess-BIomeyer

200 m Brust Herren, 2: 34,5

Holm Mrazek 1963 in Dortmund


SPORTGESCHEHEN

Als sportlicher Leiter des Vereins will ich mich auf die rein sportlichen Belange beschränken und alles organisatorische einem späteren Bericht überlassen. Die vergangenen 5 Jahre haben unserem Verein in allen 3 Abteilungen Schwimmen, Wasserball, Springen) so manches Positive wie Negative, so manchen Erfolg wie Mißerfolg und letzlich so manche Freude wie leider auch Sorge gebracht.

Vielleicht fange ich, gemessen an der Quantität der einzelnen Abteilungen, mit den Schwimmern an.

Die Schwimmabteilung unseres Vereins hat in den letzten Jahren eine drastische Verjüngungskur mitgemacht wie wohl selten zuvor. Gezwungenermaßen mußten sowohl Trainer als auch Vorstand im Frühjahr 1969 die Tatsache zur Kenntnis nehmen, daß wir keine Wettkampfmannschaft mehr hatten oder besser gesagt, keine schlagkräftige mehr.

Wir standen also vor einer Situation, die uns sehr betrüblich stimmte, aber doch auch wieder reizte, mit neuen, jungen Leuten von unten anzufangen, denn eigentlich konnte es nur mehr aufwärts gehen.

Als erstes verließen wir die Zweigleisigkeit in der Ausbildung der männlichen Wettkampfmannschaft und integrierten gleichzeitig den Rest der weiblichen Wettkampfmannschaft. Zum größten Teil gehörten unsere jetzigen Wettkämpfer den Jahrgängen 1957 – 60 an.

Um die Ausbildung weiter zu straffen und für die jugendlichen Wettkämpfer lange Anmarschwege auszuschalten, wurde auf meinen Vortrag hin am 31. Juli 1969 das Bezirkshallenbad in Brackel aufgegeben. Ein Jahr später, nämlich am 1.9.1971 kündigten wir auch den Übungsabend im Nordbad. Neben vorgesagten Gründen wollen wir nicht verhehlen, daß unser Schatzmeister bei diesen Entscheidungen ein gewichtiges Wort mitgesprochen hat. Die Aufbau- und Kleinarbeit der Jahre 69/70 scheint sich aber gelohnt zu haben, denn bei den südwestfälischen Jahrgangsmeisterschaften am 21. und 22.8.1971 in Altena errangen wir mit unserer jungen Truppe beachtliche Siege und Placierungen.

Der augenblicklichen Wettmannschaft gehören an:

m ä n n l i c h Richtsteig, Conze, Grunenberg, Mösta, Nicolei, T h. Torlop, W. Torlop, Zupke, Empl, Lennerts, Uffenkamp, Niemann, Dvorak, Ziranek, Reitz-Auth, Kallweit, Friese, P. Mönninghoff, Frangon, Weidensdörfer, Klocke, Schneider, Kindler,

w e i b l i c h Grunenberg, Richtsteig, Schierbaum, Großjohann

Sollte ich jemanden vergessen haben, so bitte ich um Nachsicht, es war keine Absicht.

Ganz besonders darf ich an dieser Stelle hervorheben, daß sich ein herzliches Verhältnis unseres Trainers K. Bachmann zu den Eltern seiner Wettkämpfer gebildet hat. So mancher Sonntag wurde kostenlos dem Verein geopfert. Hierfür herzlichen Dank!

Der Monat August und das Jahr 1969 waren für alle Dortmunder Schwimmvereine bedeutsam. Nach Langem Hin und Her bildeten sich- mit Beginn der neuen Regelung auf DSV-Ebene zum Oktober zwei Startgemeinschaften. Es ist schon an anderer Stelle ausreichend über alle Hintergründe gesprochen worden, so daß ich mich hier auf den Endzustand beschränken kann.

In dieser Saison Oktober 1969 bis Oktober 1970 gab es also zwei Schwimmblöcke in Dortmund.

  1. Die Schwimmgemeinschaft Dortmund
  2. Die 1. Dortmunder Startgemeinschaft

Die SG Dortmund, zu der auch wir gehörten, setzte sich aus 12 weiteren Dortmunder Vereinen zusammen, deren Ziel es war, die Aufnahme in die Schwimmer-Bundesliga zu versuchen. zu diesem Zweck haben wir namhafte Schwimmer gewinnen können, die auch bei dem Ausschwimmen für die Bundesliga am 7. und 8.3.1970 in Berlin maßgeblich an dem 4. Platz beteiligt waren. Ich meine die Herren Müller, Opitz und Heiber.

Im Oktober 1970 gab man den Zweierblock in Dortmund auf, da man erkannt hatte, daß für den Platz in der Bundesliga alle Kräfte benötigt wurden. So fand man sich zusammen zur Startgemeinschaft Hansa Dortmund, wobei die Dortmunder Hansa Brauerei einen beträchtlichen Teil der Unkosten für die Aktiven der SG übernimmt. Dieser Zustand dauert im Moment noch an und alle hoffen weiter auf das Wunder, daß auch mal wieder Dortmunder Schwimmer, wenn nicht internationalen, so doch nationalen Ruf erwerben. Der SG Hansa gehören aus unserem Verein an:

Opitz, Brune, Heiber, Müller, Mönninghoff Thomas und Stephan, Schneider, Happe

Ähnlich wie bei den Schwimmern ist auch bei den Wasserballern eine Veriüngungskur im Gange, aber auch hier der Reihe nach.

Die Jahre 1966/67 hören unsere Herren aus der Wasserballabteilung gar nicht so gerne, denn 1966 stiegen wir aus der Oberliga in die Landesliga und 1967 zu allem Überfluß auch noch in die Bezirksklasse ab.

Zu diesem Zeitpunkt gab man sich aber einen Ruck und mobilisierte alle Kräfte. Das Spieljahr 68/69 brachte unserer Mannschaft den Meistertitel in der Bezirksklasse Südwestfalen. Der Anfang für einen Wiederaufstieg war also getan.

Die folgende Textpassager ist leider nicht vollständig erhalten, weil eine Anzeige aus dem Heft geschnitten wurde. Weiter unten geht es vollständig weiter.

erde mußte, war ein Ausscheidungsspiel

eibad in Schwerte. In einem dramatischen

s zur Teilnahme am Aufstiegsturnier in

dürfen wir mit Stolz melden, daß wir die

ßen. Die Mannschaft der Aufstiegsspiele

zusammen :

er, Krämer, Vay, Henkel, Scharf, Krieg,

brüder Strauß.

69/70 wieder in der Landesliga, Gruppe

einen beachtlichen 6. Tabellenplatz er-

gezielten Aufbau und der Ausbildung

0/71 bescherte uns schon einen 4. Platz

  1. Sicher waren wir auch bemüht, die

rgänzen und zu verstärken. So ist 1970

en und aus dem eigenen Nachwuchs

 

lich der Wiederaufstieg in die Bundes-

höher zu honorieren, da die Wasser-

rainer sind und lediglich mittels Spieler-

 

denz ab, daß langsam aber sicher die

en können, da der Nachwuchs aufrückt.

gendmannschaft aufzubauen, die dann

etreut werden soll.

ulichste Abteilung seit einigen Jahren

fachkundigen Leitung des bewährten

immer wieder neue Talente und auch

nds Grenzen hinaus haben sich die von

amen gemacht durch hervorragende

sich durchweg um relativ junge Sportler

 

m anderen Verein kehrte Anfang 1969

Gleich in diesem Jahr konnte er die

ers im Kunst-Turm und Kombinations-

in der gleichen Disziplin bei den Deut-

ihn am wertvollsten dürfte iedoch sein

f England – Holland – Deutschland im

erkennung dieser Erfolge war die Ein-

rgang nach Sonthofen, womit er dann

att zählte.

gen, erfolgte nach diesem „Höhenflug”

r Fall. Im August 1970 riß bei einem Trainingssprung die Archillessehne des rechten Sprunggelenkes und für ca. 14 Monate hieß es „Springen ade“. Gerade 3 Wochen hat Jost und wieder angefangen zu trainieren und man kann ihm nur viel Erfolg wünschen.

 

Keinesfalls zurückstehen sollen unsere Springerinnen. – Heike Schenkel schmückte sich 1969 mit den Titeln,

1. Südwestfälische Meisterin im Kunstspringen,

1. Westdeutsche Schülermeisterin,

2. Deutsche Meisterin bei den Kombinationsmeisterschaften,

2. Deutsche Schülermeisterin im Turmspringen,

2. Deutsche Meisterin im Turmspringen bei den Deutschen Meisterschaften.

Außerdem belegte Heike bei einem internationalen Jugendländerkampf in Bukarest einen hervorragenden 3. Platz.

Dritte im Bunde Reinhild Köppinghoff. Fleißiges Training — 3 x in der Woche — brachte auch sie weit nach vorne.

Lohn waren die Titel:

2. Südwestfälische Meisterin,

3. Westdeutsche Schülermeisterin,

2. Westdeutsche Meisterin im Turmspringen,

3. Deutsche Meisterin im Turmspringen.

Schon im Jahre 69 gesellte sich ein weiteres Talent hinzu: Birgitta Empl, ganze 7 Jahre alt. 1970 bei den Westdeutschen Jugendmeisterschaften errang Heike Schenkel einen 2. Platz im Kunstspringen 3-m-Brett, Reinhild Köppinghoff einen 2. Platz vom 1-m-Brett und Birgitta Empl schon einen beachtlichen 8. Platz gegen viel ältere Konkurenten.

Das ständige Training zeigte Früchte, denn die Springer und Springerinnen nahmen mit gutem Erfolg an Wettkämpfen teil. Im vergangenen Jahr konnten unsere Springerinnen an den Südwestfälischen-, Westdeutschen-, und Deutschen Schüler- und Jugendmeisterschaften im Kunst- und Turmspringen mit ausgezeichneten Ergebnissen aufwarten. Die erst 9 jährige Birgitta Empl wurde Südwestfälische Meisterin im Kunstspringen, Westdeutsche Schülermeisterin, sowie Kombinationsmeisterin ihrer Altersklasse.

Einen besonderen Erfolg konnte Birgitta Empl im vergangenen Jahr bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Gendorf verzeichnen. Im 1-m- und 3-m-Kunstspringen und in der Kombinationswertung belegte sie gleich 3 x den 2. Platz und errang somit als jüngste Teilnehmerin bei starker Konkurenz 3 Silbermedaillen.

1971 stellte der SV „Westfalen” Dortmund bei den Deutschen Jugendhallenmeisterschaften in Rheydt und bei den DSV-Freiwassermeisterschaften der Jugend u. Schüler in Lübbecke gleich 2 x die Deutsche Schülermeisterin, eine stolze Erfolgsbilanz der talentierten und förderungswürdigen Birgitta Empl. Bei der weiblichen Jugend konnte Monika Klante dieses Jahr ihre ersten Erfolge verbuchen. Sie erkämpfte sich bei den Bezirks- und Westdeutschen Meisterschaften die Silber- und Bronzemedaille und belegte bei Wertungs- und Prüfungskämpfen im Kunstspringen weitere gute Plätze. Ihre Vereinskameradin Gisela Schneider hatte in ihrer Altersklasse gute Erfolge und konnte eine aufsteigende Tendenz nachweisen.

Zu vergessen ist auch nicht unsere Damen-Gymnastik-Abteilung. Sie besteht nicht nur aus „alten Tanten”, sondern es ist ein gemischter, fröhlicher Haufen von jung bis Mittelalter. Alle Damen, die für ihre Linie 1/2 Stunde pro Woche etwas Gutes tun möchten, sind hierzu herzlich eingeladen.

Alles in allem gesehen darf ich allen Aktiven, Schwimmern, Wasserballern, Springern, Ausbildern für Nicht-, Halb- u. Wettkampfschwimmer, Gymnastiklehrern Und all denen, die ich vergessen habe, zurufen: Mögen diese Erfolge anhalten, wir alle würden uns freuen.

Udo Beyer


JUBILARE

Wir danken den aufgeführten Mitgliedern für ihre Treue

65 Jahre Dr. Hermann Brandt  
60 Jahre Curt Brüggemann  
  Alfred Tilly  
50 Jahre Dr. Erich Buermann  
  Dr. Emil Freitag  
  Ernst Haering  
  Erich Neuse  
40 Jahre Kurt Bachmann Günter Mühle
  Franz v. d. Ecken Heinz Mühle
  Heinz Hanhöster Artur Müller
  Willi Hanhörster Siegfried Radeloff
  Heinz Hilberg Theo Sommer
  Willi Johann Erich Schulte
  Elisabeth Klöpper Heinz Stahl
  August Korte Helmut Vollmer
  Walter Lindner Walter Wylich
  Willi Lindner Karl Löhr
25 Jahre Günter Kirschbaum Günter Siebert
  Franz Ortner Winfried Schröder
  Dr. Reinhold Peukes Franz Gill
  Ursula Peukes  

D e r V o r s t a n d

Die Jubilarehrung findet am 30. Oktober 1971, 16.00 Uhr, in der „Krone” am Markt statt.

Jubiläumsfest um 20.00 Uhr im großen Saal der „Krone” am Markt.


75 Jahr SV „Westfalen” — 45 Jahre Stammtisch „Die Unentwegten”! Das ist Vereinsgeschichte!

Als im Jahre 1926 die beiden Schwimmvereine Dortmund 96 und Ägir 03 sich zusammenschlossen, um für Jahrzehnte im Wettkampfsport führend zu sein, fanden sich auch aus beiden Vereinen die „Alten Herren” zusammen und gründeten einen Stammtisch.

Einen solchen Tisch mit durchschnittlich 20 Herren 45 Jahre zu halten, das ist in Dortmund wirklich einmalig. Und wenn ich ihnen erzähle, daß jeder Donnerstagabend mit seinem Geschehen in dicken Lederbänden festgehalten worden ist und noch wird, dann müssen sie mir beipflichten: ich habe nicht übertrieben.

Die Anwesenheitsspitze hält zurzeit Theo Sommer mit 1 186 Mal.

Natürlich hat dieser Stammtisch seine leider nur „ungeschriebenen” Gesetze, damit der Präsident es leichter in seiner Amtsführung hat. Politik und Konfession sind Tabus. Alles andere ist erlaubt und kann vorgebracht werden. Hier ist wieder der Präsident der Steuermann, der es gutheißt oder bestraft. Und die Bestrafung? Eine Runde.

Zweimal im Jahr feiert der Stammtisch. Am Himmelsfahrtstag — dem traditionellen Vatertag — fährt er bis zu vier Tagen hinaus und war in diesem Jahre in Grömitz/Ostsee. Es waren unbeschreiblich schöne Tage.

Im September feiert der Stammtisch seinen Geburtstag. Auch an diesem Tage kleben wir etwas an der Tradition und essen nur den in Schwarzbrot gebackenen Schinken. Diese beiden Feiern und die übrigen mit Homur und Witz ausgefüllten Donnerstage lassen die Zahl der Unentwegten nicht absinken und uns um die Zukunft nicht bangen.

Meine lieben männlichen Mitglieder über 21 Jahre, kommen auch Sie nach dem Schwimmen am Donnerstag einmal zu uns und erfreuen Sie sich mit uns an der Gemütlichkeit und schalten Sie ab vom aufregenden Alltag.

Dem Stammtisch herzliche Gratulation zu seinem 45iährigen Bestehen.

E i n U n e n t w e g t e r


Werde auch

DU

Mitglied

des SV „Westfalen” Dortmund v. 1896

Übungsstunden im Südbad:

Mittwoch    von 19.00—22.00 Uhr

Donnerstag von 19.00 — 22.00 Uhr

An beiden Abenden findet die

Nichtschwimmerausbildung für Kleinkinder

unter bewährten Lehrkräften

von 17.00— 19.00 Uhr

im Südbad statt.

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