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Uwe Weckelmann

Erstes Protokoll leider unvollständig, deshalb nicht hier veröffentlicht.

 

Bericht über die Monatsversammlung am 6. März 1930

Die erste Monatsversammlung des neuen Geschäftsjahres eröffnete der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, um 9.45 Uhr mit einer Begrüßung der hier zur Teilnahme erschienenen Mitglieder.

Das vom II. Schriftführer verlesene Protokoll der Jahreshauptversammlung wurde genehmigt.

Soweit die unter „Mitgliederbewegung” als neu aufgenommenen aufgeführten Herren anwesend waren, wurden sie von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut Naß” begrüßt.

Unser sportlicher Leiter, Herr Dr. Brandt, kritisierte zu Beginn seines Berichtes den verhältnismäßig schlechten Besuch der sportlichen Vereinsveranstaltungen durch unsere Mitglieder. Er betonte, daß es Pflicht aller Mitglieder sei, durch rege Anteilnahme an den Geschehnissen des Vereins den Kampfgeist unserer Sportmannschaft zu heben und zu stärken. Ferner kritisierte der Redner die schlechte Bestuhlung der Nordhalle zu dem Wasserballturnier.

Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die feste Bestuhlung der vorgenannten Halle die städtischerseits in Aussicht gestellt sei, bald zur Ausführung kommen möge. Über die sportlichen Ereignisse des Monates Februar führte Herr Dr. Brandt folgendes aus: „Das Wasserballturnier hat den Besuchern schöne Spiele gezeigt, die zum Teil erst nach Verlängerung zur Entscheidung kommen konnten. Als Sieger ging wiederum der Gau 3 hervor, in dessen Mannschaft unser Karl Schlüter mitgewirkt hat. Schlüter ist einer der besten Spieler des Turniers gewesen. Von den Schwimmkämpfen dieser Veranstaltung konnten wir die

1. Seniorenbruststaffel: 4×200 m mit (Kemper, E. Beckmann, R. Linke und K. Beckmann) und die Jugendfreistilstaffel: 4×100 m mit (Böckstiegel, Lüning, Damker und Bischoff) für uns siegreich gestalten. Graumann konnte im 1. Springen den zweiten Platz belegen. In dem Jugendklubkampf gegen 04 Poseidon-Gelsenkirchen zeigte sich unsere Jugend von der besten Seite. Sie schwamm ganz große Rennen und konnte selbst das Wasserballspiel mit 5:1 für sich entscheiden. Lediglich die Bruststaffel: 10×100 m ging verloren. Ergebnis des Kampfes: 6:2 Punkte für Dortmund. – Das größte Ereignis des Monats ist zweifellos der Klubkampf gegen 04 Poseidon-Gelsenkirchen gewesen. Während es uns möglich war, den ersten Kampf (die 9×96 m Lagenstaffel) mit (K. Beckmann, Wibelitz, Handschuhmacher, Becker, Koch, Hewelke, E. Beckmann, Schlüter und Bischoff) zu gewinnen, mussten wir in den beiden übrigen Rennen über 10×96 m Brust und 20×96 m Freistil die Überlegenheit Gelsenkirchens anerkennen. Auch das Wasserballspiel, welches über „Sieg” oder „Unentschieden” zu entscheiden hatte, ging uns durch übernervöses Spiel verloren. Das Spiel ist weniger gut gewesen, und das Ergebnis entspricht in keiner Weise dem Spielverlauf. „Unentschieden” war das richtige Resultat. Von den Einlagen sind besonders hervorzuheben die Rennen der alten Herren. Für uns siegreich gestalten konnten wir die Freistilstaffel über 8×4 Bahnen mit (S. Schmidt, Hotzel, Neuse, Wemhold, Bork, Brenner, Lotz und H. Schmidt.) Die Bruststaffel über 8×4 Bahnen mit (Buchholz, Neuse, Brune, Liess, Lotz, Borg, H. Schmidt und S. Schmidt) haben wir zwar als verloren buchen müssen, doch ist der Vorsprung der Gelsenkirchener auf vorzeitiges Zuwassergehen der einzelnen Schwimmer zurückzuführen. Rechtmäßig war für beide Kämpfe der alten Herren „Dortmund” der Sieg zuzusprechen. – – –

Dr. Brandt forderte die Sportmannschaft auf, zu dem Retourwettkampf, der am 10. April des J. in Dortmund stattfindet, eisern zu trainieren. Nicht der gewesene Kampf, sondern erst der kommende [soll] zeigen, welchem Verein die sportliche Führung im Ruhrrevier zuzusprechen sei. Der Redner hofft, daß am 10.4. die Farben der „Westfalen” als Sieger aus dem großen Kampf hervorgehen. – – Dr. Brandt erwähnte noch den an den Ostertagen stattfindenden Klubkampf gegen „Jungdeutschland” in Darmstadt. Der dritte Teilnehmer an diesem Kampf sei noch nicht festgelegt. Auch zu diesem Klubkampf empfahl er sehr fleißiges Training. Am Schluß seiner Ausführungen sprach Dr. Brandt noch kurz über die Wasserballspiele der Ligamannschaft und unser[er] zweiten Mannschaft. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß unsere Spieler alles daransetzen werden, die verlorene Gaumeisterschaft wieder zu erringen. Der I. Vorsitzende erstattete ausführlichen Bericht über den Kreistag in Köln und verwies anschließend unter Punkt Verschiedenes auf den Artikel in unserer Monatsschrift vom Februar d.J. betitelt:

„Auch ein Mißstand”. Er bedauerte, daß es nötig sei, besondere Hinweise für das Verhalten von Vereinskameraden untereinander zu geben, hofft aber, daß diese Angelegenheit damit als der Vergangenheit angehörend angesehen werden kann.

Dr. Brandt gab bekannt, daß der Lehrgang des D.S.V. in diesem Jahre vom 26. Mai bis 7. Juni stattfindet. Teilnehmer sollen sich melden, doch kommen nur solche Herren infrage, die das Erlernte zum Wohle des Vereins verwenden. – –

Sodann brachte Dr. Brandt in Vorschlag, vom Gau 3 aus, einen Sportlehrer zu engagieren, der unserem Verein vielleicht zweimal im Jahre zur Verfügung stehen würde. Zu diesen Lehrgängen sollen außer der Sportmannschaft auch die Riegenführer herangezogen werden. Dr. Brandt wird die Angelegenheit weiter behandeln und demnächst erneut zur Besprechung stellen. –

Vom Jugendamt sind die Meldungen eingefordert worden für die Benutzung von Turnhallen und Spielplätzen. Unser Jugendleiter, Herr Bierbrodt, brachte in Vorschlag, für die Gymnastikstunde eine Turnhalle zu belegen. Dr. Brandt wird diese Sache persönlich beim Jugendamt besprechen und darüber berichten.

Herr Dr. Riese fragte nach Mitbenutzung eines Spielfeldes an den Sonntag-Vormittagen von den Leichtathletik treibenden Vereinsmitgliedern. Dr. Brandt wird auf diese Angelegenheit eingehen und demnächst darüber berichten.

Damit war die allgemeine Aussprache erledigt.

Schluß der Versammlung um 10.45 Uhr.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender        I. Schriftführer

 

 

 

Bericht über die Monatsversammlung am 3. April 1930

Die verhältnismäßig gut besuchte Monatsversammlung wurde um 9.45 Uhr vom I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann, eröffnet.

Vor Eintritt in die Tagesordnung gab Herr Bürmann Kenntnis von dem Ableben unseres Seniors August Klöpper. Er gedachte des Verstorbenen in herzlichen Worten. Die Versammlungsteilnehmer erhoben sich zu Ehren des toten Kameraden von ihren Plätzen.

Das Protokoll der Monatsversammlung vom März wurde vom I. Schriftführer verlesen. Herr Brenno beanstandete die Angaben der Bahnen der „Alten Herren” in Gelsenkirchen. Tatsächlich hatte sich hier ein Irrtum eingeschlichen. Es muß richtig heißen: „8×2 Bahnen Brust und 8×2 Bahnen Freistil”. Die Berichtigung ist vorgenommen worden. Der übrige Inhalt des Protokolls wurde genehmigt.

Soweit die unter „Mitgliederbewegung” als neu aufgenommenen aufgeführten Herren anwesend waren, wurden sie von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut Naß” begrüßt.

Der I. Vorsitzende gab bekannt, daß unser sportlicher Leiter verhindert sei, an der Versammlung teilzunehmen. Herr Referendar Koch übernahm die Berichterstattung und führte folgendes aus: Der Monat März war allgemein ruhig. Gau- und Kreisoffene Schwimmveranstaltungen werden kaum ausgeschrieben. Hauptsächlich wird die Geldknappheit hierzu beitragen.

Das angesetzte Meisterschaftsspiel zwischen unserer Ligamannschaft und 04 Poseidon-Gelsenkirchen konnte nicht ausgetragen werden, weil der Schiedsrichter nicht erschienen war. Das dafür in beiderseitigem Einverständnis ausgetragene Freundschaftsspiel endete mit einem Siege unserer Mannschaft. Das Ergebnis war 3:2 Tore für Dortmund. Auch ein angesetztes Meisterschaftsspiel unserer II. Mannschaft gegen Aegir- Essen konnte nicht ausgetragen werden, weil die Essener Mannschaft nicht angetreten war. Dortmund konnte hierfür 2 Pluspunkte buchen. Es wird zur Zeit noch verhandelt über ein Wasserballspiel der „Alten Herren” gegen 04 Poseidon-Gelsenkirchen an dem Kampfabend am 10. April in Dortmund. Mehr hierüber wird noch bekanntgegeben. Am kommenden Dienstag dem 7. d. Mts. findet ein Meisterschaftsspiel der Ligamannschaft gegen 04 Poseidon-Gelsenkirchen in Gelsenkirchen und ein weiteres Meisterschaftsspiel der II. Mannschaft gegen Blau-Weiß Bochum im hiesigen Südbad statt. Die Süddeutschlandfahrt nach Darmstadt etc. zu Ostern d. Jh. muß ausfallen, weil kein weiterer Gegner gefunden werden konnte. Die Geldknappheit wird auch hier eine große Rolle spielen. Sofern es sich ermöglichen läßt, soll der Kampf im Herbst d. Js. steigen.

Herr Koch und auch anschließend Herr Bürmann baten um rege Propaganda für den Kampf gegen 04 Poseidon-Gelsenkirchen. Beide Herren hoffen, daß auch unsere Mitglieder an dem Kampfabend recht zahlreich erscheinen werden.

In einer eingelegten Pause von 5 Minuten ging es an die Erledigung des Punktes: „Zahlung der Beiträge”.

Nach Wiedereröffnung der Versammlung sprach der I. Vorsitzende zu Punkt 6 der Tagesordnung, lautend: „Wahl der Vertreter für den Verbandstag in Braunschweig.” Er führte aus, daß der Verein bisher auf den Verbandstagen immer vertreten gewesen sei und auch an dem diesjährigen Verbandstag solltenzwei Herren teilnehmen. Herr Bürmann brachte die Herren Dr. Brandt und Grosber in Vorstellung. Bei der vorgenommenen Abstimmung wurden beide Herren einstimmig gewählt. Herr Grosber erklärte sich mit der Wahl einverstanden. Die Zustimmung des Herrn Dr. Brandt lag vor.

Unter Punkt 7 „Verschiedenes” gab der I. Vorsitzende Kenntnis von unserem Schreiben an den D.S.C. 95 wegen Mitbenutzung eines Spielfeldes in der Kampfbahn „Rote Erde” an den Sonntag-Vormittagen. Die Antwort hierauf ist noch nicht eingegangen.

Die Beschaffung des Massieraparates „Elektroller” ist genehmigt worden.

Es wurde bekanntgegeben, daß in diesem Jahre eine achttägige Jugendwanderung zur Nordsee gemacht werden soll. Nähere Mitteilung hierüber folgt noch.

Am 13. d. Mts. findet die erste Jugendwanderung statt. Einzelheiten hierüber am schwarzen Brett.

Herr Bergmann gab davon Kenntnis, daß die Einzeichnungslisten für die Dauerkarten der Schwimmbahn (Volksbad, Anmerk. der Red.) ausliegen. Bezahlung der Karten muß sofort bei der Anmeldung erfolgen.

Auch auf die Anmeldung für die Schränke im Umkleideraum der Schwimmbahn wurde hingewiesen. Anmeldungen nimmt Herr Dreyer entgegen. Die Auslosung der Schränke erfolgt in der Verwaltungsausschußsitzung am 14. d. Mts.

Der I. Vorsitzende machte der Versammlung davon Mitteilung, daß die am Stammtisch unserer „Alten Herren” zu Gunsten unserer Jugend kreisende Sparbüchse bisher einmal hätte geleert werden müssen. Der Inhalt habe RM 26,44 betragen. Der Vorsitzende fand warme Worte des Dankes für die Opferwilligkeit unserer „Alten Herren” und betonte, daß eine derartige Sammlung leider an unserem Stammtisch infolge der immer wechselnden Teilnehmer nicht angebracht sei. Ein diesbezüglicher Versuch habe seiner Zeit stark den Schein der Bettelei wachgerufen.

Herr Eckhont gab Kenntnis von den Übungsstunden des Fussball Klubs 27 und bat um Besuch derselben. Er machte auch darauf aufmerksam, daß der vorgenannte Klub die diesjährige Rheinstaffel mit bestreitet.

Herr Brenner kommt noch einmal auf die Wanderungen zu sprechen und empfiehlt auch den Herrenmitgliedern fleißiges Wandern. Eine Anfrage des Redners, ob der Verein im Besitz eines Herbergsverzeichnisses sei, beantwortet der I. Vorsitzende dahin, daß der Schwimmverein „Westfalen” Mitglied des Jugendherbergsvereins sei und auch ein Verzeichnis der Herbergen besitze.

Weitere Wortmeldungen erfolgten nicht.

Der I. Vorsitzende schloß die Versammlung um 10.45 Uhr mit einem dreifachen „Gut Naß” auf unseren Verein.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender        I. Schriftführer

 

 

Bericht über die Monatsversammlung am 1. Mai 1930.

Die gutbesuchte Versammlung wurde um 9.45 Uhr vom I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann, eröffnet, er wiederum den Tod eines Vereinskameraden bekannt geben mußte. Es handelt sich um unser Mitglied Peter Heinrich Schneider, der plötzlich vom Tode ereilt worden ist. Die Versammlungsteilnehmer erhoben sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Sitzen.

Das Protokoll der Monatsversammlung vom April d. Js. wurde vom I. Schriftführer verlesen und von der Versammlung genehmigt.

Der I. Vorsitzende gab die aufgenommenen Mitglieder bekannt. Soweit dieselben anwesend waren, wurden sie von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut Naß” begrüßt.

Nunmehr nahm der sportliche Leiter, Herr Dr. Brandt, das Wort zu seinem Bericht. Er führte folgendes aus: „Der Retourkampf gegen 04 Poseidon-Gelsenkirchen ist gewesen und hat uns trotz Fehlens einiger guter Schwimmer unserer Sportmannschaft gezeigt, daß die „Westfalen” zu siegen verstehen, wenn sie wollen. Es war eine glänzende Revanche für die Niederlage in Gelsenkirchen. Ganz besonders ist es aufgefallen, daß einige jüngere Kameraden, ich nenne hierbei besonders Lütgert, Zeiten geschwommen haben, die bei weiterem ernstlichen Training zu großen Hoffnungen berechtigen. Man sieht hier am besten, was wirkliches Training vermag. Leider kam es bei dem Wasserballspiel zu Lärmszenen, wie wir sie in Dortmund sonst nicht gewohnt sind. Wenn auch einwandfrei feststeht, daß diese Störungsversuche von Gelsenkirchen inszeniert worden sind, so ist es doch sehr bedauerlich, daß unser sonst sehr verständiges Publikum sich hat hinreißen lassen, mit in den Lärm einzustimmen, der den Schiedsrichter und vor allem die Wasserballspieler unsicher und aufgeregt gemacht hat. Ich hoffe, daß sich in unseren Bädern etwas derartiges nicht wiederholt. Auch die Spieler müssen sich daran gewöhnen, Entscheidungen des Schiedsrichters widerspruchslos und den Anordnungen desselben Folge zu leisten. Ganz besonders erwähnen möchte ich noch, daß unsere „Alten Herren” sich den Sieg in beiden Kämpfen nicht haben streitig machen lassen.

Das zweite Meisterschaftsspiel der Ligamannschaft gegen 04 Poseidon-Gelsenkirchen am 8. April d. Js. konnte unsere Mannschaft mit 2:0 für sich entscheiden. Wenn es unserer Mannschaft gelingt, noch ein weiteres Spiel zu gewinnen, so haben wir die Bezirksmeisterschaft errungen und können an den Gaumeisterschaftsspielen teilnehmen.

Das für den 14. 4. angesetzte Meisterschaftsspiel der zweiten Mannschaft gegen „Blau-Weiß” Bochum kam nicht zur Austragung, weil Bochum seine Meldung zurückgezogen hatte. Das ausgetragene Freundschaftsspiel endete mit einem Siege der Bochumer.

Wir werden im Laufe des Sommers voraussichtlich noch zu einem Klubkampf antreten. Ob derselbe in Dortmund oder auswärts stattfindet, steht noch nicht fest. Der Sportmannschaft empfehle ich weiter so ein eifriges Training wie zu dem Kampf gegen Gelsenkirchen. Unsere Aussichten für die Zukunft sind dann gut.”

In Erledigung des nächsten Punktes der Tagesordnung gaben die Herren Grosber und Dr. Brandt ausführliche Berichte über den Verbandtstag in Braunschweig.

Unter Verschiedenes gab der I. Vorsitzende Kenntnis von der Zustimmung des D.S.C. 95 zur Mitbenutzung seines Spielfeldes an den Sonntag-Vormittagen in der Kampfbahn „Rote Erde”. Ferner machte er auf die Bekanntmachung auf Seite 7 unserer Monatsschrift für Mai betitelt „Schrankverteilung” aufmerksam.

Herr Eckhont sprach über das Training für die Teilnahme des Fußballklubs 27 an der Rheinstaffel und bat um Besuch der Trainingsstunden. Der I. Vorsitzende gab hierzu an, daß die Meldung für den Fußballklub, der als Unterabteilung unseres Vereins angesprochen werden kann, vom Schwimmverein „Westfalen” abgegeben worden sei. Er bat die Versammlungsteilnehmer, die Bestrebungen des Fußballklubs möglichst zu unterstützen und empfahl Besuch der Trainingsstunden.

Die Übungsstunde im Nordbad soll für die Sommerzeit ausfallen. Letzte Übungsstunde am 2. Mai d. Js.

Für die Sportmannschaft finden auch während der Sommerzeit die Übungsstunden an den Donnerstagen im Südbad statt. Das Jugendamt hat uns zur Abhaltung der Gymnastikstunde die Turnhalle des Bismarckgymnasiums für jeden Dienstag-Abend zugeteilt.

Da dieser Tag durch die Jugendschwimmstunde besetzt ist, wird Herr Dr. Brandt mit dem Artillerieverein, dem der Montag-Abend zur Verfügung steht, wegen Austausches Rücksprache nehmen.

Herr Kurland fragt an, ob inzwischen eine Änderung eingetreten sei bezüglich der Verwendung unserer Vereinshosen in der Schwimmbahn. Herr Dr. Brandt erwidert, daß erneut ein Antrag auf Zulassung unserer Vereinshosen eingereicht sei, doch verspricht er sich hiervon wenig Erfolg. Es wird empfohlen, im Falle des Weiterbestehens des Verbotes zum Tragen unserer Vereinshosen einheitlich Laufhosen mit Vereinsabzeichen zu tragen. Den Verkauf dieser Abzeichen in der Schwimmbahn will Herr Kohaupt übernehmen.

Herr Bürmann ist bereit, die Genehmigung hierzu von Herrn Lerch einzuholen.

Auf Beschluß des Verwaltungsausschusses findet im Monat Juni d. Js. keine Versammlung statt.

Damit war die Aussprache erledigt.

Die Versammlung wurde um 11.10 Uhr vom I. Vorsitzenden mit einem dreifachen „Gut Naß” auf unseren Verein geschlossen.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

 

Bericht über die Monatsversammlung am 3. Juli 1930.

Um 9.45 Uhr eröffnete der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, die gut besuchte Versammlung mit einer kurzen Begrüßung an die zur Teilnahme erschienenen Mitglieder.

Das Protokoll der Versammlung von Monat Mai wurde vom I. Schriftführer verlesen und als richtig anerkannt.

Die vom Verwaltungsausschuß neu aufgenommenen Mitglieder wurden bekanntgegeben und soweit sie anwesend waren, von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut Naß” begrüßt.

Nunmehr nahm der technische Leiter, Herr Dr. Brandt, das Wort zu seinem Bericht. Er führte aus:

„Vom Monat Mai ist schwimmerisch nichts zu berichten. Ende Mai begannen die Wasserballspiele um die Gaumeisterschaft im freien Wasser. Unsere Mannschaft hatte infolge des schlechten Wetters wenig Gelegenheit gehabt, im freien Wasser zu trainieren und ging somit ohne besondere Vorbereitungen in den Kampf. Im ersten Spiel stieß sie auf den spielstärksten Gegner des Gaues, den Schwimmverein 98, Duisburg, den sie nach hartem Kampf mit 2:1 besiegen konnte. Der zweite Gegner, Amateur Duisburg, wurde mit 7:0 und der dritte Gegner, Aegir Essen, mit 7:1 geschlagen. Als letzter Gegner um die Gaumeisterschaft trat noch Ruhrort 09 an und hier gab es eine Überraschung. Man darf wohl sagen, daß unsere Mannschaft das Spiel zu leicht angeschlagen hat. Ruhrort kämpfte verzweifelt und was im ganzen Lager der Wasserballer Westdeutschlands niemand für möglich gehalten hätte geschah; wir mußten eine 2:1 Niederlage einstecken. Unsere Mannschaft war Ruhrort hoch überlegen, was am besten daraus hervorgeht, daß das Spiel sich fast ausnahmslos vor dem Tor des Gegners abspielte. Es wurde von uns fleißig geschossen, doch was der Torwart nicht hielt, ging gegen die Latte. Unsere Mannschaft hatte einen äußerst schwarzen Tag. Die Niederlage war unverdient. Der Ausgang dieses Kampfes machte neue Kämpfe um die Gaumeisterschaft erforderlich. Nach dem angesetzten Kampf Ruhrort 09 gegen Duisburg 98, den letzterer hoch für sich entscheiden konnte, verzichtete Ruhrort 09 auf ein weiteres Spiel, sodaß Westfalen Dortmund und Duisburg 98 für die Wasserballspiele um die Westdeutsche Meisterschaft gemeldet wurden. Um diese Meisterschaft wird in zwei Gruppen gespielt und zwar spielen wir in der Gruppe B gegen Krefeld 09, Wasserfreunde Barmen und Poseidon Köln. Das erste Spiel gegen Krefeld 09 ist bereits ausgetragen worden und konnte von unserer Mannschaft mit 2:1 gewonnen werden. Über den voraussichtlichen Ausgang weiterer Spiele möchte ich heute noch nichts sagen, da häufig sichere Spiele durch unglückliche Momente verloren gehen. Für das Wasserballspiel Westdeutschland gegen Brandenburg, welches am 5. Juli in der Schwimmbahn „Volkspark” ausgetragen wird, ist unser Karl Schlüter aufgestellt worden. Das Dortmunder Publikum wird ein schönes Spiel zu sehen bekommen. Über das Wasserballspiel im allgemeinen ist zu sagen, daß es sich heute bei den Zuschauern bereits großer Beliebtheit erfreut. Wir hoffen, daß es, ähnlich wie das Fußballspiel, auch in Dortmund eine große Anhängerschaft finden wird. – –

Die Versammlungsteilnehmer bitte ich, für den 5. Juli fleißig zu werben, damit unsere erheblichen Unkosten gedeckt werden. – –

Unsere Jugend hatte am Sonntag den 22.Juni den fälligen Klubkampf gegen Niedersachsen Münster auszutragen, in dem sie vor dem Gegner die Waffen strecken mußte. Lediglich das Wasserballspiel konnte sie für sich entscheiden. Hierzu ist zu sagen, daß der Kampf in einem unserer Jugend völlig unbekanntem Gewässer mit Balkenbande (?) ausgetragen wurde, was bei der Beurteilung dies Kampfes nicht genug berücksichtigt werden kann. Der am Dienstag, dem 1. Juli, erfolgte Rückkampf wurde von unserer Jugend ganz groß gewonnen. Die Münsteraner mußten sich mit 6:0 geschlagen geben. Besonders hervorzuheben ist noch, daß bei den Kämpfen Jugendliche, die bisher wenig Freistil geschwommen haben, ganz beachtenswerte Leistungen zeigten.

Von dem Gauschwimmfest in Recklinghausen konnte unsere Mannschaft schöne Siege heimbringen. Das Juniorenkraulschwimmen konnte Lütgert mit Handschlag vor Welsch, 04 Poseidon Gelsenkirchen für sich entscheiden. Das 400 m Seniorenkraulschwimmen wurde von Karl Schlüter überlegen vor Schwarze, Niedersachsen Münster gewonnen. Iffland blieb unter den ungünstigsten Verhältnissen Sieger im Streckentauchen. Die Kraulstaffel über 4×100 m wurde gewonnen von L. Lütgert, K. Schlüter, Wibelitz und G. Hewelke. Ferner wurde die Juniorenkraulstaffel 4×100 m ganz überlegen vor 04 Poseidon Gelsenkirchen gewonnen mit Referendar Koch, L. Lütgert, R. Linke und Wibelitz. Auch die 10×50 m Kraulstaffel konnten wir mit Sünning, Wagner, Bischoff, Dunker, Lütgert, R. Linke, Wibelitz, Referendar Koch, K. Schlüter und G. Hewelke vor 04 Poseidon Gelsenkirchen gewinnen.

Bei den Deutschen Kampfspielen in Breslau belegte unser Walter Handschuhmacher den zweiten Platz hinter Neitzel im Kraulschwimmen über 1000 m. Die von ihm gebrauchte Zeit ist für den Saisonanfang gut zu nennen. Im 200 m Kraulschwimmen lief er auf dem vierten Platz ein.

Zum Schluß möchte ich noch erwähnen, daß am 5.7. neben dem bereits angesagten Wasserballspiel Westdeutschland–Brandenburg noch ein zweites Wasserballspiel der 1. Mannschaft Münster 91 gegen eine kombinierte Mannschaft unseres Vereins stattfindet. Ich hoffe, daß sich alle Westfalen zu dieser Veranstaltung einfinden werden.

Die Reihenfolge der Tagesordnung wurde hiernach unterbrochen und der Punkt „Zahlung der Beiträge” eingeschaltet.

Der Erledigung dieses Punktes folgte die Verabschiedung des Herrn Dr. Riese, der beruflich seinen Wohnsitz auf Erkenschwick verlegen muß. Der I. Vorsitzende dankte Herrn Dr. Riese für seine treue Mitarbeit im Verwaltungsausschuß und wünschte ihm im Namen aller Vereinsmitglieder in seiner neuen Position vollen Erfolg. Er hofft, daß Dr. Riese auch fernerhin dem Schwimmverein „Westfalen” die Treue hält und sich gern der Zusammenarbeit im Verwaltungsausschuß erinnert. In seinem Dank an den Vorsitzenden versprach Dr. Riese, im Falle seiner späteren Rückkehr sich dem Verein gern wieder zur Verfügung stellen zu wollen. Der Verein verabschiedete sich mit einem dreifachen „Gut Naß”.

Ein Antrag des Herrn Referendar Koch brachte eine Umstellung der weiteren Punkte der Tagesordnung und zwar wurde zunächst Punkt 6 vorgenommen. Der I. Vorsitzende gab hierzu an, daß der Punkt Eigenbad schon früher zur Besprechung gestanden habe. Erneut sei dieser Punkt hauptsächlich dadurch wieder in den Vordergrund gerückt, daß infolge zu wenig Rücksichtnahme der Stadionverwaltung auf die Schwimmvereine unserer Kampfmannschaft fast keine Trainingsmöglichkeit in der Schwimmbahn gegeben sei. Ausreichendes Training im freien Wasser sei aber sowohl für die Wasserballmannschaften als auch für die Wettschwimmer unbedingt erforderlich. Man müsse daher doch ernstlich der Beschaffung eines Eigenbades nähertreten. Die Besprechung solle noch nicht dazu dienen, feste Momente herauszuschälen, sondern lediglich ein Aufruf an alle Mitglieder sein, dem Vorstand geeignete Vorschläge, besonders über die Lage des Bades, zu unterbreiten. Er bat die Anwesenden, nach einem geeigneten Platz, möglichst mit fließendem Wasser, Umschau zu halten, und in der nächsten Monatsversammlung, deren Tagesordnung den Punkt wieder enthalten soll, ihre Wahrnehmungen bekanntzugeben. Kleine Anfragen aus der Versammlung, diese Sache betreffend, wurden vom I. Vorsitzenden beantwortet und der Punkt alsdann bis zur nächsten Versammlung vertagt.

Nunmehr erhielt Herr Neuse das Wort zu seinem Vortrag: „Gefahren unbekannter Gewässer, Rettung Ertrinkender und Wiederbelebung Ertrunkener”. Einleitend gab Herr Neuse an, daß alljährlich in Deutschland etwa 6–7000 Menschenleben dem nassen Tod zum Opfer fielen. Ein großer Prozentsatz hiervon sei der Unkenntnis der zum Schwimmen und Baden benutzten Gewässer zuzuschreiben. Bei unbekannten Gewässern kommen als besonders gefährlich infrage: „Untiefen, morastiger Boden, Strudel durch unterirdischen Abfluß, Stromschnellen, Schlingpflanzen usw.” Ausführlich schilderte der Vortragende, wie der Schwimmer sich in solchen Fällen zu verhalten hat um zu versuchen, sich selbst zu retten oder sich bis zum Eintreffen von Hilfe über Wasser zu halten. Bezüglich des Untergrundes von nicht bekannten Gewässern sei es in jedem Falle gefährlich, sich mit einem tiefen Sprung zu Wasser zu begeben. Es dürfe höchstens ein Startsprung ausgeführt werden. Die nun folgenden Lichtbilder, die von dem Vortragenden jeweils eingehend erläutert wurden, gaben so recht ein Bild von der Gefährlichkeit der Rettung Ertrinkender. Die Gefahren für den Retter sind so vielseitig, daß es einem mit den Griffen zur Rettung Ertrinkender nicht vertrauten Schwimmer nur ganz selten gelingen dürfte, den noch bei Bewußtsein befindlichen Verunglückten zu bergen, es sei denn, daß er ihm an Körperkraft weit überlegen ist. Herr Neuse gab Kenntnis von vielen bisher vorgekommenen Fällen, in denen der Retter die furchtbare Umklammerung des Ertrinkenden nicht lösen konnte und dadurch mit dem Verunglückten den Tod finden mußte. Auch die Wiederbelebung Ertrunkener nach den verschiedenen Systemen unter Vorführung entsprechender Bilder wurde eingehend erklärt. Die Gesamtausführungen des Vortragenden fanden ihren Ausklang in der Aufforderung an alle Schwimmer: „Lernt die Griffe zur Rettung Ertrinkender in den Kursen der D.L.R.G. Helft alle mit, die Zahl der Todesopfer zu verringern. Tretet der D.L.R.G. bei, deren Tätigkeit ausschließlich in der Rettung Verunglückter aus Wassernot besteht.” Der I. Vorsitzende dankte Herrn Neuse für seinen interessanten und lehrreichen Vortrag und forderte die anwesenden und darüber hinaus alle Mitglieder unseres Vereins auf, soweit es irgend möglich sei, das kaum zu überbietende Werk der Nächstenliebe der D.L.R.G., welches in vielen Fällen Einsetzung des eigenen Lebens erfordere, durch ihren Beitritt sowie durch Teilnahme an den Rettungskursen zu unterstützen.

Nachdem noch für die Veranstaltung am Sonnabend den 5.7. der Ordnungsdienst geregelt war und weitere Wortmeldungen nicht mehr vorlagen, wurde die Versammlung vom I. Vorsitzenden mit einem dreifachen „Gut Nass” auf unseren Verein und auf den „Deutschen Schwimmverband” um 11.15 Uhr geschlossen.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender        I. Schriftführer

 

 

Bericht über die Monatsversammlung am 7. August 1930.

Der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, eröffnete die Versammlung im Einverständnis mit den Anwesenden mit einer Verspätung von 30 Minuten um 10 Uhr und gab vor Eintritt in die Tagesordnung den Teilnehmern Kenntnis von zwei Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Eickhoff an unseren Verein anläßlich des Sieges in der 4×200 m Kraulstaffel bei den Westdeutschen Meisterschaften und des Sieges in der Gaustaffel des Ruhr-Niederrheingaues im Rhein-Herne-Kanal über 8,8 km., sowie von einem weiteren Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters an Walter Handschuhmacher anläßlich der Erringung des Meistertitels über 400 m Kraulschwimmen bei den Westdeutschen Meisterschaften.

Das Protokoll der Versammlung vom Monat Juli wurde verlesen und genehmigt.

Die in der Verwaltungsausschußsitzung vom 21. Juli neu aufgenommenen Mitglieder wurden bekanntgegeben und soweit sie anwesend waren von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut Naß” begrüßt.

Nunmehr nahm der technische Leiter, Herr Dr. Brandt, das Wort und erstattete eingehend Bericht über die im Laufe des Monats Juli ausgetragenen Schwimmkämpfe und Wasserballspiele. Dr. Brandt konnte von vielen schönen und erfreulichen Siegen und gutem Abschneiden in schwierigen Kämpfen Mitteilung machen. Besonders hervorgehoben zu werden verdient das Wasserballspiel Brandenburg–Westdeutschland, welches bei den Zuschauern den denkbar günstigsten Eindruck hinterlassen hat. Auch das Spiel unseres Vereins gegen die Wiener Mannschaft hat großen Beifall gefunden, doch konnte sich das Publikum mit den vorgekommenen Härten der auch international spielenden Wiener Mannschaft, die auch unserer Mannschaft sichtlich unangenehm waren, nicht so recht abfinden. Leider mußte Dr. Brandt auch über einen Fall berichten, der eigentlich außerhalb jeder Möglichkeit liegen müßte und zwar handelt es sich um das unentschuldigte Fernbleiben einiger Mitglieder der Sportmannschaft zu der Kanalstaffel. Das Verhalten der hierfür infrage kommenden Mannschaften wurde sowohl vom technischen Leiter als auch vom I. Vorsitzenden scharf gerügt. Der I. Vorsitzende nahm Veranlassung, bei dieser Gelegenheit auf die zum Sport gehörende straffe Disziplin hinzuweisen, die ganz besonders von den Mannschaften zu beachten sei, die die Vereinsfarben nach außen hin zu vertreten haben.

Auch über die einseitig gefärbten Rundfunkberichte am ersten Tage der Westdeutschen Meisterschaften sprach Herr Dr. Brandt und gab bekannt, daß von ihm und vom Vorsitzenden des Kreises IX, Herrn Dr. Irmer, gegen die eigenartige Einstellung des Rundfunksprechers Protest erhoben worden sei.

Zu dem Punkt der Tagesordnung: „Bericht der technischen Leitung” sei hier kurz bemerkt, daß es infolge Raummangels nicht mehr möglich ist, den Bericht der technischen Leitung in allen Einzelheiten in der Niederschrift zu wiederholen. Ausführliche Berichte über unsere Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen erscheinen jeweils in unserer Monatsschrift an besonderer Stelle.

Zu Punkt 4 der Tagesordnung sprach der I. Kassierer Herr Bergmann und klagte über nachlässige Beitragszahlung. Er richtete die dringende Bitte an alle Mitglieder, für pünktliche Zahlung der fälligen Beiträge zu sorgen, da nur rechtzeitiger Eingang der Beträge eine ordnungsmäßige Geschäftsführung sicherstelle.

Den Punkt 5 behandelte der I. Vorsitzende. Er gab an, daß die Badverwaltung die Kassiererin an den Abendstunden nicht mehr stellen wolle. Durch diese Maßnahme seien die Schwimmvereine gezwungen, diese Arbeit zu übernehmen. Die vom Verwaltungsausschuß getroffene vorläufige Regelung der Badepreise, die in der Monatsschrift vom August auf Seite 1 bekanntgegeben worden ist, soll zunächst bestehen bleiben. Sofern genügend Abonnements genommen werden, besteht die Hoffnung, mit den Erlösen auszukommen. Andernfalls muß eine Erhöhung eintreten. Der I. Vorsitzende machte auch besonders darauf aufmerksam, daß gegenüber den bisherigen Kosten für die Benutzung des Hallenbades für regelmäßige Besucher der Übungsstunden eine erhebliche Verbilligung eingetreten sei und rechnet schon aus diesem Grunde mit einer großen Anzahl Abonnenten. Zu diesem Punkt sprach auch Herr Dr. Brandt und schilderte die schweren Verhandlungen, die erforderlich gewesen seien, um zu den jetzigen Abgaben der Vereine für die Benutzung des Hallenbades zu kommen. Er hofft, daß die Beteiligung an dem Abonnement so zahlreich wird, daß eine Erhöhung der vorgesehenen Sätze nicht vorgenommen zu werden braucht. Aus der Versammlung wurde zu der getroffenen Regelung das Wort nicht gewünscht. Man war demnach mit den Anordnungen des Verwaltungsausschusses einstimmig einverstanden.

Der Punkt „Eigenbad” brachte nichts neues. Da Platzvorschläge nicht gemacht werden konnten, blieb nichts übrig, als den Punkt einstweilen zurückzustellen. Die Bemühungen um Feststellung eines geeigneten Platzes werden weiter fortgesetzt.

Unter Punkt „Verschiedenes” gab der I. Vorsitzende der Versammlung Kenntnis von den wieder einsetzenden sportärztlichen Untersuchungen, die regelmäßig jeden Donnerstag von 6–8 Uhr abends durch den Sportarzt Herrn Dr. Federhenn vorgenommen werden und gebührenfrei sind. Anmeldungen hierzu sollen an Herrn Referendar Koch gerichtet werden. Herr Neuse bemerkte hierzu, daß eine regelmäßige jährliche Untersuchung allen Mitgliedern zu empfehlen sei, da durch die Eintragungen des Untersuchungsergebnisses bei einer neuen Untersuchung evtl. Veränderungen des Körpers durch den Arzt sofort festgestellt würden. Hierdurch seien ernstliche Schäden in vielen Fällen zu verhüten.

Herr Husmann machte den Vorschlag, eine Eingabe an die Straßenbahnverwaltung zu richten zwecks Ermäßigung des Fahrpreises für Schwimmer zur Schwimmbahn-Volkspark. Der I. Vorsitzende erwiderte, daß ein solcher Schritt vom Verwaltungsausschuß bereits unternommen worden sei, jedoch ohne Erfolg.

Herr Reckermann war der Ansicht, daß durch die Aufnahmegebühr von Mk. 5,– vielen Interessenten der Beitritt zum Verein verhindert würde. Hierzu gab der I. Vorsitzende an, daß die Hauptversammlung nach langer Aussprache, in der wesentlich höhere Beiträge gefordert und behandelt seien, diesem Betrage zugestimmt habe. Aus ganz bestimmten Gründen sei es auch erforderlich, denselben auf einer gewissen Höhe zu halten. Der Vorstand ist aber bereit, in besonderen Fällen seine Zustimmung zur Zahlung des bei der Aufnahme fälligen Betrages von Mk. 9,– (Aufnahmegebühr R.M. 5,– und Beitrag für das erste Vierteljahr R.M. 4,–) in zwei Raten zu geben.

Hiermit war die allgemeine Aussprache erledigt.

Versammlungsschluß um 11.35 Uhr mit einem dreifachen „Gut Naß” auf unseren Verein und auf den den Deutschen Schwimmverband.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender        I. Schriftführer

 

 

Bericht über die Monatsversammlung am 4. September 1930.

Um 9.45 Uhr wurde die Versammlung vom I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann, eröffnet.

Das Protokoll der Versammlung vom Monat August wurde genehmigt.

Zur Aufnahme stand lediglich Herr Zöllner, der aus der Jugendabteilung übergetreten ist.

Unter Punkt 3 der Tagesordnung erstattete Herr Dr. Brandt ausführlich Bericht über die sportliche Tätigkeit im August und erwähnte hierbei besonders unseren Otto Graumann, der bei den Deutschen Meisterschaften in München im Kampf gegen die Elite der deutschen Springer einen achtbaren Platz belegen konnte. Es verdient an dieser Stelle hervorgehoben zu werden, daß Graumann zusammen mit dem Schwimmkameraden Herbert Linge von Sparta-Dresdenia, Dresden, im „Schwimmer” als die voraussichtlich kommenden Kunstspringer des D.S.V. bezeichnet worden sind. Ferner soll hier festgehalten werden, daß unser Karl Schlüter bei den Strommeisterschaften in der IIa Klasse als Sieger hervorgegangen ist. Gerhard Hewelke konnte in der IIb Klasse den vierten Platz belegen. Walter Handschuhmacher mußte infolge der Nachwirkungen seiner Erkrankung das Rennen vorzeitig aufgeben und so seinem alten Rivalen Steinhauff diesesmal den Sieg überlassen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen gab Herr Dr. Brandt die Gründe bekannt, die uns veranlaßt haben, von weiteren Spielen um die Westdeutsche Wasserball-Meisterschaft abzusehen. Den Preis des Wasserball-Turniers in Bochum-Werne konnte unsere Mannschaft nach Austragung von drei aufeinanderfolgenden Spielen nach Dortmund bringen. Hierzu sei der Ordnung wegen bemerkt, daß wir das dritte Spiel gegen Aegir-Essen nur 0:0 beenden konnten. Da eine Verlängerung wegen bereits eingetretener Dunkelheit nicht mehr möglich war, hat Essen in sportlicher Weise auf ein späteres Wiederholungsspiel verzichtet und damit unserer Mannschaft den Sieg zuerkannt. – Dr. Brandt machte auf das nunmehr wieder beginnende Hallentraining aufmerksam. Der Freitagabend im Nordbad soll wieder aufgenommen und außer der Sportmannschaft auch den übrigen Mitgliedern zugänglich gemacht werden. Näheres hierüber folgt. Zum Schluß seiner Ausführungen stellte Herr Dr. Brandt noch unsere Teilnahme an den Anfang Oktober in Magdeburg stattfindenden Schwimmkämpfen in Aussicht und empfahl hierfür fleißiges Training.

Herr Lehrer Brenner war der Ansicht, daß eine einmal begonnene Teilnahme an einer Wasserball-Meisterschaft bis zum Schluß durchgeführt werden müsse. Der I. Vorsitzende und auch Dr. Brandt erwiderten, daß bei unserem Verzicht die Urlaubsschwierigkeiten der Teilnehmer eine entscheidende Rolle gespielt hätten. Dr. Brandt hob noch ganz besonders hervor, daß solche Spiele nur mit einer eingespielten Mannschaft erfolgreich bestritten werden könnten. Durch das Fehlen von Handschuhmacher sei schon ohnehin eine fühlbare Lücke in der Einheit der Mannschaft entstanden. Er müsse es ablehnen, mit einer Reihe Ersatzleuten anzutreten, da hierdurch nur der Verein finanziell belastet würde, ohne Erfolge erzielen zu können.

Der Punkt 4 „Zahlung der Beiträge” wurde glatt erledigt.

Unter Verschiedenes gab Herr Lehrer Neuse Kenntnis von dem am 14. September d. Js. im Kanal stattfindenden Stundenschwimmen, veranstaltet von der D.L.R.G.

Vom I. Vorsitzenden wurde auf das am 11. Oktober d. Js. an der Kronenburg stattfindende Herbstfest hingewiesen.

Herr Dreyer gab in liebenswürdiger Weise Bericht über das Wasserball-Turnier um die Wasserball-

Meisterschaft von Europa. Er schilderte eingehend den Verlauf des Entscheidungsspieles Deutschland gegen Ungarn. Sein Vortrag war sehr interessant und brachte der Versammlung einen schönen Abschluß.

Mit einem dreifachen „Gut Naß” auf unseren Verein schloß der I. Vorsitzende die Versammlung um 10.45 Uhr.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender        I. Schriftführer.

 

 

Bericht über die Monatsversammlung am 2. Oktober 1930.

Pünktlich um 9.30 Uhr eröffnete der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, die Versammlung.

Das Protokoll der Versammlung vom Monat September wurde verlesen und genehmigt.

Anschließend hieran gab der I. Vorsitzende die in der Verwaltungsausschußsitzung vom 5. September aufgenommenen Mitglieder bekannt.

Aus dem nunmehr folgenden Bericht des technischen Leiters, Herr Dr. Brandt ist zu erwähnen das Gaujugendschwimmfest in Gladbeck, bei welchem die Niedersachsen Münster mit hervorragenden Leistungen aufwarteten. Wir schon in dem Bericht über vorgenannte sportliche Veranstaltung in unserer Monatsschrift vom September bekanntgegeben, hat sich der Schwerpunkt der Leistungen in der Jugendklasse nach Münster zu den Niedersachsen verschoben. Unsere Jugend wird alles daransetzen müssen, um das verlorene Terrain wieder aufzuholen. Ferner ist erwähnenswert der achttägige Lehrkursus des Verbandssportlehrers Müller. Nach den Mitteilungen des Herrn Dr. Brandt hat unsere Sportmannschaft Gelegenheit gehabt, beim Sportlehrer in diesen 8 Tagen sehr viel Wertvolles abzusehen bzw. von demselben zu erlernen. Dr. Brandt benutzte diese Gelegenheit, der ziemlich zahlreich erschienenen Sportmannschaft fleißiges Training unter Verwendung des Erlernten zu empfehlen. In bestimmter Form machte er darauf aufmerksam, daß für die Folge nur diejenigen Mitglieder der Sportmannschaft zu Wettkämpfen gemeldet würden, die regelmäßig an den Trainingsstunden teilnehmen und auch die von dem Sportlehrer Müller als Vorbedingung für Sportschwimmer genannten Bedingungen einzuhalten gewillt seien. – Für die Teilnahme an den Kämpfen in Magdeburg am 4. und 5. 10. sind gemeldet worden: Karl Schlüter, Erich Beckmann und Otto Graumann. Dr. Brandt stellte noch unsere Teilnahme an dem internationalen Schwimmfest in Düsseldorf, ferner an dem Verbandsoffenen Schwimmfest in Duisburg in Aussicht. Als Abschluß seines Berichtes machte Dr. Brandt bekannt, daß die erste Übungsstunde im Nordbad am 10. 10. stattfindet. Es wird rege Teilnahme erwartet, damit die entstehenden Unkosten gedeckt werden.

Anschließend an den Bericht des Herrn Dr. Brandt nahm auch der I. Vorsitzende Veranlassung, die Sportmannschaft zum fleißigen Trainieren anzuhalten. Er gab bekannt, daß der Vorstand mit der Teilnahme an den Übungsstunden und den sich hieraus ergebenden Leistungen, abgesehen von Einzelfällen, keinesfalls zufrieden sei und für die Folge nur noch Beträge zur Teilnahme an Wettkämpfen bewilligen würde, wenn sich die zur Meldung kommenden Mitglieder der Sportmannschaft ernstlich für den in Aussicht genommenen Kampf vorbereitet hätten.

Sodann machte der I. Vorsitzende darauf aufmerksam, daß es zur reibungslosen Abwicklung der Kontrolle des Badeabonnements erforderlich sei, beim Betreten des Hallenbades die Mitgliedskarte unaufgefordert vorzuzeigen. Auch auf Wunsch des Bademeisters sei die Mitgliedskarte zu zeigen, da in vorkommenden Fällen dies der Anordnung des Vorstandes entspräche.

Auf den am 11. 10. stattfindenden Westfalenball wurde nochmals hingewiesen.

Herr Kemper sprach zu dem Punkt „Eigenbad” und machte verschiedene Platzvorschläge. Auch Herr Grönig brachte einen Vorschlag zur Kenntnis, der vielleicht geeignet ist, die wichtigste Frages des Bades, nämlich die natürliche Wasserzufuhr, zu regeln. Herr Haas hat es übernommen, Erkundigungen darüber einzuholen, ob mit einer Abtretung des infrage kommenden Geländes überhaupt und gegebenenfalls zu welchem Zeitpunkt gerechnet werden kann.

Als Abschluß wurde noch bekanntgegeben, daß der Beginn der Monatsversammlungen ab November d. Js. auf 9.45 Uhr festgesetzt worden ist. Die Versammlungen werden für die Folge ganz

pünktlich beginnen.

Der I. Vorsitzende schloß die Versammlung um 10.40 Uhr mit einem dreifachen „Gut Naß” auf unseren Verein und auf den Deutschen Schwimmverband.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender        I. Schriftführer

 

 

Bericht über die Monatsversammlung am 6. November 1930.

Pünktlich um 9.45 Uhr eröffnete der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, die ziemlich gut besuchte Versammlung und gedachte zunächst in warmen Worten des so plötzlich aus dem Leben gerissenen Herrn Fritz Lanow, der lange Jahre unser Mitglied gewesen ist, jedoch infolge seiner Betätigung im Stadtverband für Leibesübungen die erforderliche Zeit für den Schwimmsport nicht mehr zur Verfügung hatte. Er war ein eifriger Anhänger und Förderer unserer Schwimmsache, der er auch nach Aufgabe seiner Mitgliedschaft in unserem Verein nicht einen Augenblick untreu geworden ist. Sein früher Tod bedeutet für den gesamten Sport und ganz besonders für den Stadtverband für Leibesübungen einen schwer zu ersetzenden Verlust. –

Das Protokoll der Versammlung vom Monat Oktober wurde verlesen und genehmigt.

Soweit die in der Verwaltungsausschußsitzung vom 20. 10. 1930 aufgenommenen Mitglieder anwesend waren, wurden sie von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut Nass” begrüßt.

Den Bericht der technischen Leitung gab wegen Erkrankung des Herrn Dr. Brandt Herr Referendar Koch. Erwähnenswert hieraus ist unsere Teilnahme an dem internationalen Schwimmfest in Düsseldorf, die uns trotz einiger Distanzierungen schöne Erfolge gebracht hat. Nach dem Bericht des Herrn Referendar Koch sind Frühstarts der Anlaß zu den Distanzierungen gewesen, die sich aber infolge der schlechten Übersicht nicht vermeiden ließen. Hieraus erklärt sich auch die Fülle der auf dieser Veranstaltung ausgesprochenen Distanzierungen, die bestimmt etwas Außergewöhnliches darstellt.

Ein im Monat Oktober ausgetragenes Wasserballspiel gegen „Rote Erde”, Hamm, konnte unsere Mannschaft mit 6:3 gewinnen. Im übrigen hat der Monat Oktober wenig Gelegenheit zur Betätigung geboten. Herr Referendar Koch sprach zum Schluß seiner Ausführungen noch über unsere Beteiligung an dem am Sonntag, den 9.11.30 stattfindenden gauoffenen Schwimmfest in Duisburg.

Der Punkt „Zahlung der Beiträge” wurde glatt erledigt.

Die Herren Butenuth und Curland wurden als Kassenrevisoren gewählt.

Zu dem nächsten Punkt der Tagesordnung sprach der I. Vorsitzende und gab den Versammlungsteilnehmern Kenntnis von einem Schreiben unserer Mitglieder, die Begründung des gestellten Antrages auf Neueinteilung des Uebungsbetriebes an den Donnerstagen für die Zeit

von 7.15 bis 8 Uhr enthaltend. Leider mußte die Feststellung gemacht werden, daß keiner der Antragsteller anwesend war. Über den Antrag wurde lebhaft debattiert mit dem Ergebnis, daß eine besondere Riege für Anfänger geschaffen werden soll.

Bezüglich des Städtekampfes am 30.11. gegen Duisburg wurde mitgeteilt, das Duisburg wegen finanzieller Schwierigkeiten von dem Kampf zurückgetreten sei. Herr Dr. Brandt hat sofort Verhandlungen mit Essen aufgenommen.

Herr Referendar Koch sprach zu dem Punkt „Vereinsmeisterschaften”. Meldeschluß hierfür ist am 13.11. Der in der Monatsschrift vom Monat Oktober bekanntgegebenen Wettkampffolge sollen noch einige Kämpfe nachgetragen werden. Rege Beteiligung auch besonders der älteren Mitglieder ist sehr erwünscht und wird bestimmt erwartet.

Unter „Verschiedenes” machte der I. Vorsitzende bekannt, daß Herr Osburg mit der Führung der Geschäfte des II. Kassierers zunächst bis zur Hauptversammlung beauftragt worden sei.

Ferner gab er Kenntnis von unserem Schreiben an die Stadtverwaltung um Angabe geeigneter Plätze für ein Eigenbad. Herr Haas hat nach seiner Angabe noch keine Gelegenheit gehabt, Erkundigungen über das von Herrn Grönig in der Monatsversammlung von Oktober angegebene Gelände einzuholen. Er wird die Angelegenheit aber weiter bearbeiten.

Herr Referendar Koch bat um rege Teilnahme an der Uebungsstunde am Freitag-Abend von 9–10 Uhr im Nordbad. Bessert sich der Besuch dieser Stunde nicht, ist zu überlegen, ob dieselbe nicht in Fortfall kommen muß.

Herr Curland wünschte Aufteilung der an den Donnerstagen von 8–8.30 Uhr übenden Riegen. Der Schwimmausschuß wird die Sache behandeln und abändern. Herr Haering erklärte sich bereit, für das Winterhalbjahr einen Teil der Riegen zu übernehmen.

Der I. Vorsitzende gab bekannt, daß Anträge für die Jahreshauptversammlung bis spätestens zum 15.12. bei ihm eingegangen sein müssen. Später eingehende Anträge können nicht mehr berücksichtigt werden.

Herr Eckhont gab davon Kenntnis, daß es 5 Mitgliedern der Jugendabteilung gelungen sei, Jugendmannschaftsmeister für 1930 im Dreikampf, Klasse Vorort (?), Gruppe mittlerer Verein, Jahrgang 1914/15, zu werden.

Hiermit war die allgemeine Aussprache erledigt.

Der I. Vorsitrzende schloß die Versammlung um 10.45 Uhr mit einem dreifachen Gut Naß auf unseren Verein und auf den deutschen Schwimmverband.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender        I. Schriftführer.

 

 

Bericht über die Monatsversammlung am 4. Dezember 1930.

Pünktlich um 9.45 Uhr eröffnete der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, die Versammlung.

Das Protokoll der Monatsversammlung vom November wurde verlesen und genehmigt.

Aufgenommen wurde Kaufmann Josef Zirbes, Dortmund, Reinoldistraße.

Nunmehr folgte der Bericht der technischen Leitung durch Herrn Dr. Brandt. Aus demselben verdient festgehalten zu werden der Sieg unseres Otto Graumann im Kunstspringen auf dem „Gauoffenen Schwimmfest” in Duisburg. Dr. Brandt sprach die Hoffnung aus, daß diesem Siege, nach langer Pause der erste für Dortmund, bald weitere folgen mögen. Auch die Leistung unseres Erich Beckmann im Brustschwimmen ist wert hier verzeichnet zu werden, war es ihm doch möglich, den zweiten Platz hinter Budig, Köln, zu belegen. Die Ergebnisse der Vereinsmeisterschaften hat der Bericht in der Monatsschrift vom Dezember bereits ausführlich gebracht. Erwähnt werden soll dennoch die Leistung unseres Erich Beckmann, der im 200 m Brustschwimmen eine Vereinsbestzeit mit 2:56 aufstellen konnte. Diese Zeit ist bisher nur einmal in unserer Halle, und zwar von keinem geringeren als Erich Rademacher, Magdeburg, unterboten worden. Über die Schwimmtätigkeit im Monat November war sonst nichts wesentliches zu berichten. Dr. Brandt sprach noch über den Übungsbetrieb an den Donnerstag-Abenden und erwarte unbedingtes Einhalten der für die einzelnen Abteilungen festgesetzten Zeiten.

Punkt 4 wurde glatt erledigt.

Hierauf folgte die Beratung über den vom I. Schriftführer, Herrn Grosber, eingebrachten Antrag auf Ausfall des Maskenballes. Vom I. Vorsitzenden wurde der Antrag und die Begründung desselben verlesen und nochmals eingehend auf die vom Antragsteller zum Ausdruck gebrachte große Not weitester Kreise unseres deutschen Volkes sowie auch besonders auf die finanzielle Lage unseres Vereins hingewiesen. Er machte auch bekannt, daß der Antrag bereits im Verwaltungsausschuß beraten und dort einstimmige Annahme gefunden habe. An der nun folgenden Aussprache beteiligten sich besonders die Herren Curland und Lehrer Neuse, die beide die Notwendigkeit des Antrages zum Ausdruck brachten. Die alsdann folgende Abstimmung brachte einstimmige Annahme.

Unter Verschiedenes sprach der I. Vorsitzende zu dem Artikel in unserer Monatsschrift vom Dezember, betitelt: „Kritisches über unsere Monatsversammlung”.

Er glaubte aussprechen zu dürfen, daß dieser Artikel den Beifall des Vorstands und des gesamten Verwaltungsausschusses gefunden habe. Auch von diesen Stellen sei schon immer festgestellt worden, daß große Teile unserer Mitglieder sich zu wenig an den Geschehnissen des Vereins beteiligten. Man könne zwar hierin ein gewisses Vertrauen zu der Vereinsverwaltung erblicken, andererseits sei es aber doch richtiger, Vereinsangelegenheiten öffentlich in den Versammlungen zu behandeln, als, wie es leider schon hier und da vorgekommen sei, im kleinen Kreise am Biertisch einseitig zu kritisieren. Er bat die Anwesenden, bei allen Mitgliedern bei jeder sich bietenden Gelegenheit eifrig für den Besuch unserer Monatsversammlungen zu werben, damit es in der Folge nicht mehr nötig sei, durch besondere Hinweise in der Monatsschrift das mangelnde Interesse der Mitglieder zu ????????.

Herr Lehrer Neuse sprach über die neugebildete Anfängerriege und bedauerte sehr, daß sich von den Antragstellern nach Einführung dieser Riege bisher niemand an der Übungsstunde beteiligt habe. Eine lebhafte Aussprache entwickelte sich noch über die Übungsstunde am Freitag-Abend im Nordbad. Es soll das finanzielle Ergebnis des Monats Dezember abgewartet und dann entschieden werden, ob der Abend beibehalten werden kann oder nicht. Auch der Schwimmausschuß soll sich nochmals mit dieser Sache befassen und alsdann berichten.

Bei dieser Gelegenheit wurde festgelegt, für das Sportabzeichen vorläufig nur in der Übungsstunde am Freitag-Abend schwimmen zu lassen.

Herr Referendar Koch sprach zu der Inserentenwerbung und bat alle Anwesenden, sich eifrig für Einholen von Inserenten für unsere Monatsschrift einzusetzen, damit die Zuschüsse geringer würden.

Kleine Anfragen über Beitragszahlung, Nachnahmen etc. wurden schnell zur Zufriedenheit de

Anfragenden erledigt und hierauf die Versammlung vom I. Vorsitzenden um 11.05 Uhr mit einem dreifachen Gut Naß auf unseren Verein geschlossen.

Paul Bürmann         J. Grosber

I. Vorsitzender        I. Schriftführer