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Uwe Weckelmann

Bericht über die Jahreshauptversammlung am 16. Januar 1932 im Sängerheim.

Die gut besuchte Versammlung wurde vom I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann, um 20.50 Uhr eröffnet.

Der I. Schriftführer gab das Protokoll der Monatsversammlung vom Dezember bekannt, welches die Zustimmung der Versammlungsteilnehmer fand.

Als neue Mitglieder aufgenommen wurden die Herren: Moritz Herde, Erich Holle, Wilhelm Otterbein.

Als Einleitung zu den Berichten des Vorstandes und dem übrigen wichtigen Teil der Tagesordnung wurde von unserem Jugendmitglied Walter Bergmann ein Neujahrsgruß an den Verein in gut gelungener Weise vorgetragen.

Hierauf folgte der mit großem Beifall aufgenommene Jahresbericht des I. Vorsitzenden, der wegen seines Umfanges hier nicht wiedergegeben werden kann. Derselbe wird je zur Hälfte in den Monatsschriften für Februar und März abgedruckt.

Dem Bericht des I. Kassenwartes war zu entnehmen, daß auch das vergangene Jahr mit seinem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang unseren Verein häufig vor schwierige Aufgaben gestellt hat. Durch weiter eingetretene Erwerbslosigkeit unserer Mitglieder und den sich hieraus ergebenden Beitragsrückständen ist ein finanzieller Ausfall entstanden, der dank rechtzeitiger Einschränkung in den Ausgaben bis auf einen geringen Betrag ausgeglichen werden konnte.

Der Jahresabschluß zeigte folgendes Bild:

Anfangsbestand 1931 „                             R.M. 8587,–

Einnahmen 1931 „                                     „       9452,–

Ausgabe 1931 „                                         R.M. 9612,–

Endbestand 1931 „                                    „        8426,–

Weniger gegen das Vorjahr                       „         161,–

Die Ausgabe ist durch rechtzeitige Einschränkung

gegenüber dem Voranschlag um R.M. 955,– niedriger gehalten worden, wodurch sich trotz der geringeren Einnahme von R.M. 1114,– gegenüber dem Etat nur ein Verlust von R.M. 161,– ergeben hat.

Über die Prüfung der Kasse berichtete Herr Schenk, der eine mustergültige Kassenführung festgestellt hat. Bei der ganz eingehend vorgenommenen Prüfung haben sich keinerlei Anstände ergeben. Von Herrn Schenk wurde Entlastung des Gesamtvorstandes beantragt.

Diesem Antrage folgte die Versammlung einstimmig. Bezüglich der alsdann einsetzenden Neuwahl des Vorstandes ist zu erwähnen, daß dieselbe sich völlig reibungslos und ohne jede Debatte abgewickelt hat. Über die Besetzung der einzelnen Posten herrschte eine selten zu beobachtende Einmütigkeit. Lediglich bei der Wahl des Schriftleiters unserer Monatsschrift, welcher Posten infolge Ablehnung wegen Arbeitsüberlastung durch Herrn Dreyer Herrn Curland angetragen wurde, war einiges Sträuben zu überwinden, was jedoch der geschickten Verhandlungsführung des I. Vorsitzenden sehr schnell gelang.

Die Wahl ging wie folgt von statten:

Unter dem provisorischen Vorsitz des Herrn Janssen wurde der geschäftsführende Vorstand einstimmig wiedergewählt.

Den weiteren Wahlgang leitete der I. Vorsitzende mit folgendem Ergebnis:

Als II. Vorsitzender wurde Herr Dr. Brandt,

Als II. Schriftführer wurde Herr Sommer,

Als„ II. Kassierer wurde Herr Lewe

einstimmig wiedergewählt.

Für den bisherigen sportlichen Leiter, der noch längere Zeit beruflich in Berlin weilt, mußte Ersatz geschaffen werden. Vorgeschlagen wurden die Herren Dreyer und Linke.

Herr Gustav Dreyer wurde gegen drei Stimmen gewählt und nahm die Wahl an.

Herr Lehrer Neuse gibt seinen Posten als Schwimmwart wegen Arbeitsüberlastung ab.

Hierfür wurden vorgeschlagen die Herren Dr. Siegmann, Kohaupt und Bischoff.

Zunächst erfolgte einstimmige Wiederwahl der bisherigen Schwimmwarte H. Linke und Kemper, die der Wahl ihre Zustimmung gaben. Als Ersatz für Herrn Neuse wurde Herr Dr. Siegmann einstimmig gewählt, der die Wahl annahm.

Als Schriftleiter wollte die Versammlung Herrn Dreyer durch Wiederwahl bestimmen, der jedoch den Posten wegen Arbeitsüberlastung nicht annehmen konnte. Vorgeschlagen wurde nunmehr Herr Curland. Der I. Vorsitzende unterstützte diesen Vorschlag stark und ließ abstimmen. Einstimmige Wahl war das Ergebnis, welches seine nachhaltige Wirkung dadurch wiedergab, daß Herr Curland sich trotz anfänglichen Sträubens zur Annahme des Postens entschließen mußte. Herr Dreyer richtete an alle Anwesenden die Bitte, Herrn Curland durch Einreichung geeigneter Zeitungsbeiträge zu unterstützen und auch alle übrigen Mitglieder zur Mitarbeit an der Ausgestaltung unserer Monatsschrift anzuhalten.

Es wurden sodann einstimmig wiedergewählt:

Herr Lehrer Neuse als Rettungswart,

Herr Grosber „ Werbewart,

Herr Dreyer „ Pressewart,

Herr Bierbrodt „ Jugendleiter.

Anstelle des bisherigen stellvertretenden Jugendleiters, Herrn Kemper, wurde Herr Dunker einstimmig gewählt.

Weiter wurden einstimmig wiedergewählt:

Herr Handschuhmacher als Zeugwart,

Herr Hans Schulte als Jugendkassierer.

Die Herren Hartmann, Bork und Iffland als Schwimmlehrer,

die Herren Biefer, Budens, Klingenberg und Löhr als Beisitzer.

Sämtliche Herren haben die Wahl angenommen.

Der Verwaltungsausschuß setzt sich nunmehr wie folgt zusammen:

  1. Vorsitzender Herr Bürmann,
  2. Schriftwart „ Grosber,
  3. Kassenwart „ Bergmann,
  4. Vorsitzender „ Dr. Brandt,
  5. Schriftwart „ Sommer,
  6. Kassenwart „ Lewe,

Jugendkassierer „ Schulte,

Sportlicher Leiter „ Dreyer,

Schwimmwarte Herren H. Linke, Kemper, Dr. Siegmann,

Schriftleiter Herr Curland,

Pressewart Herr Dreyer,

Rettungswart Herr Neuse,

Werbewart Herr Grosber,

Jugendleiter Herr Bierbrodt,

Vertreter Herr Dunker,

Zeugwart Herr Handschuhmacher,

Schwimmlehrer Herren Hartmann, Bork, Iffland,

Beisitzer Herren Biefer, Budens, Klingenberg u. Löhr

Der I. Kassenwart gab den Haushaltsplan für 1932 wie folgt bekannt unter Begründung der einzelnen Posten:

  1. a) Einnahmen:

Beiträge der Herrenabteilung:                        R.M.     3500.–

Beiträge der Jugendabteilung:                       R.M.       700.–

Zinsen und sonstige Einnahmen:                   R.M.       500.–

zusammen:                                                   R.M.     4700.–

  1. b) Ausgaben:

Kopfsteuer und sonstige Beiträge:                 R.M.       500.–

Fahrtauslagen etc. für die Sportmannschaft: R.M.     1500.–

Sportliche Veranstaltungen:                           R.M.       500.–

Gesellige Veranstaltungen:                            R.M.       500.–

Inventarbeschaffungen:                                 R.M.       100.–

Monatsschrift:                                                R.M.       500.–

Sonstige Unkosten:                                       R.M.     1000.–

Übungsstunden:                                            R.M.       100.–

zusammen:                                                   R.M.     4700.–.

Nach kurzer Aussprache, bei welcher Gelegenheit Herr Dreyer darauf aufmerksam machte, daß für Anfang April d.Js. ein Städtekampf gegen Münster i/W. vorgesehen sei, wurde der Haushaltsplan genehmigt.

Als Vertreter in der Interessengemeinschaft Dortmunder Schwimmvereine, sowie im Stadtverband für Leibesübungen wurden einstimmig gewählt die Herren Bürmann und Dreyer und als deren Vertreter die Herren Grosber und Linke.

Unter Verschiedenes gab der I. Vorsitzende bekannt, daß der Vorstand über die Beschaffung eines Tagesraums für Erwerbslose und Jugendliche beraten habe. In Aussicht genommen sei ein Privatraum mit besonderem Zugang, der zu einem Eigenheim ausgestattet werden könne. Er richtete an alle Mitglieder die Bitte, sich um einen solchen Raum zu bemühen und etwaige Erfolge dem Vorstand zur Weiterbehandlung bekanntzugeben.

Sodann gab der I. Vorsitzende bekannt, daß die Sammelkasse unserer „Alten-Herren“ zum Besten unserer Jugend wiederum geleert worden sei und einen Betrag von R.M. 21,83 ergeben habe. Diese Mitteilung wurde besonders freudig aufgenommen. Der I. Vorsitzende stattete den „Alten-Herren“ den Dank des Gesamtvorstandes

Weiter gab der I. Vorsitzende bekannt, daß der Vorstand einer Anregung unserer Mitglieder folgend, beabsichtige, einen „Sonntag-Abend-Stammtisch“ mit Damen im Ratskeller, neuer Teil, einzurichten. Näheres hierüber wird durch die Monatsschrift bekanntgegeben.

Noch eine Sache gab der I. Vorsitzende bekannt, und zwar handelt es sich hierbei um die Betreuung der Erwerbslosen. Von der Regierung und den Ländern sind einige Mittel bereit gestellt worden für die Betreuung der Erwerbslosen, ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu einem Verein. Die Anregung wurde zunächst von unserem Verein aufgegriffen und, um der Sache eine breitere Grundlage zu verschaffen, der Interessengemeinschaft der Dortmunder Schwimmvereine zugeführt. Der Vorsitzende der D.L.R.G., Herr Gewerbeoberlehrer Löhr, hat es in mühevoller Arbeit verstanden, einen Plan auszuarbeiten, der auf diesem Gebiete nicht mehr zu übertreffen sein dürfte. In längeren Ausführungen entwickelte Herr Löhr diesen Plan, der eine ganze Reihe von Lehrgängen sowohl für Nichtschwimmer als auch für Fortgeschrittene vorsieht. Ferner sind vorgesehen: Lehrgänge für Springer, Riegenführer, Massage und Gymnastik, Kurse zur Ablegung der Schwimmprüfungen für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen usw. Die Tageszeitungen werden demnächst ausführlich über diese Sache berichten. Es ist zu wünschen, daß dem Beginnen, schon allein der gewaltigen vorbereitenden Arbeiten wegen, ein voller Erfolg beschieden sein möge.

Es wurde festgesetzt, die nächste Verwaltungsausschußsitzung am 15. Febr. d.J., 20.30 Uhr beginnend, im Restaurant Carl Schenk, Hamburgerstr., stattfinden zu lassen.

Herr Marks stellte den Antrag auf Auffrischung der Namen an dem Ehrenmal der Schwimmer am Hardenbergbad. Herr Lehrer Neuse erweiterte diesen Antrag dahin, auch die Namen der aus dem früheren Schwimmverein Dortmund 1896 gefallenen Schwimmer mit aufzunehmen. Der Verwaltungsausschuß wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dieser Sache näher befassen.

Damit war die allgemeine Aussprache erledigt.

Der I. Vorsitzende richtete an alle Mitglieder die Bitte, auch in diesem Geschäftsjahr dem Verein die Treue zu halten, sowie nach besten Kräften an dem weiteren Ruf und Ausbau des Vereins mitzuarbeiten und schloß die Versammlung um 22.55 Uhr mit einem dreifachen Gut-Naß auf unseren Verein und auf die gesamte deutsche Schwimmsache.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die außerordentliche Generalversammlung am 3. März 1932 im Restaurant „Sängerheim“.

Pünktlich um 21.45 Uhr eröffnete der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, die Versammlung und stellte fest, daß zu derselben ordnungsgemäß eingeladen worden sei. Widerspruch hingegen wurde nicht erhoben.

Das Protokoll der Jahreshauptversammlung wurde verlesen und genehmigt.

Die in der Verwaltungsausschußsitzung vom 15. Febr. d.Js. aufgenommenen Mitglieder wurden bekanntgegeben und soweit sie anwesend waren, von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut-Naß“ begrüßt.

Über den zu beschaffenden Tagesraum sprach der I. Vorsitzende und gab bekannt, daß es trotz aller Bemühungen noch nicht gelungen sei, einen solchen Raum zu beschaffen. Eine Rückfrage nach der mtl. Auszuwerfenden Miete wurde dahingehend beantwortet, daß nur ein geringer Mietzins infrage kommen dürfe. Die Bemühungen um den Raum werden fortgesetzt.

Zu dem Punkt „Antrag auf Fortfall der Aufnahmegebühren“ sprach ebenfalls der I. Vorsitzende und gab die Gründe bekannt, die den Antragsteller veranlaßt haben, die Sache zu behandeln. Aus der sich entwickelnden Aussprache wurden verschiedene Vorschläge zur Regelung der Sache gemacht. Die Abstimmung über den Antrag, die Aufnahmegebühr zunächst bis zur nächsten Generalversammlung fortfallen zu lassen, wurde angenommen.

Nunmehr nahm der technische Leiter, Herr Dreyer, das Wort und machte zu Beginn seiner Ausführungen darauf aufmerksam, daß die Berichte über den Gautag, sowie über den Springerkursus in Düsseldorf bereits in der Monatsschrift vom Monat März erschienen seien.

Sodann gab er an, daß ein Teil unserer Wettkampfmannschaft am 5. u. 6. d.Mts. in Hamburg-Altona an den Start gehen würde.

Weiter ist aus dem Bericht des technischen Leiters erwähnenswert, daß am Sonntag, dem 6. d.Mts. die Bannerkämpfe der höheren Schulen im Südbad stattfinden. Die Durchführung hat unser Verein übernommen.

Am Sonntag, dem 20. d.Mts. findet im Südbad eine Gauübungsstunde und Kampfrichterprüfung statt.

Die sportliche Veranstaltung des Bundes Dortmunder Schwimmvereine ist einstweilen zurückgestellt worden.

Eine Anfrage über die Abfassung der sportlichen Bekanntmachungen an der Anschlagtafel im Südbad wurde so geregelt, daß der technische Leiter über die Art der Bekanntmachungen bestimmen soll.

Der I. Vorsitzende gab Bericht über die Teilnahme der Vertreter an den Jahreshauptversammlungen des Stadtverbandes für Leibesübungen und des Bundes Dortmunder Schwimmvereine.

Dem Stadtverband für Leibesübungen sind angeschlossen 88 Vereine und 2 Verbände mit etwa 15.000 Mitgliedern.

Dem Deutschen Reichsausschuß gehören an 17.350 Vereine mit 7.221.156 Mitgliedern. Die Interessengemeinschaft hat Ihre Bezeichnung abgeändert in „Bund Dortmunder Schwimmvereine“. Dem Bund gehören 10 Vereine an.

Herr Löhr berichtete über den in Aussicht genommenen Führerlehrgang. Die maßgebende Sitzung, an welcher ein Regierungsvertreter teilnehmen wird, findet am 19. d.Mts. um 17 Uhr im „Nordstern“, Markt, statt. Rege Beteiligung wird erwünscht.

Am 13. d.Mts. findet im Südbad ein Klubkampf des Damen-Schwimmvereins „Germania“ gegen „Rote Erde“, Hamm, statt. Es wird reger Besuch durch unsere Mitglieder erwartet.

Vom Deutschen Schwimmverband lag eine Aufforderung zur Beteiligung an der Olympiaspende vor. Unser Verein wird R.M. 10 beisteuern.

Nunmehr folgte erneut eine Besprechung über den Wechsel des Vereinslokals. Aus der Versammlung wurde der Nordstern in Vorschlag gebracht. Ein Antrag des technischen Leiters, daß sich der Vorstand mit der Sache befassen und evtl. erforderliche Festlegungen treffen soll, wurde einstimmig angenommen.

Eine Beschwerde des Herrn Kohaupt über schlechte Beschaffung der Brausen in der Damenhalle soll dem Bund Dortmunder Schwimmvereine zur Weitergabe an die zuständige Stelle vorgelegt werden. Herr Löhr versprach, soweit es zur Zeit überhaupt möglich sei, für Abhilfe zu sorgen.

Damit war die allgemeine Aussprache erledigt.

Schluß der Versammlung um 23.55 Uhr mit einem dreifachen „Gut-Naß“ auf unseren Verein und auf die deutsche Schwimmsache.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

Bericht über die Monatsversammlung am 7. April 1932 im Restaurant „Nordstern“.

Die erste Monatsversammlung in unserem neuen Vereinsheim „Nordstern“ wurde vom I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann, pünktlich um 21.45 Uhr eröffnet.

In der Begrüßung an die zur Teilnahme erschienenen zahlreichen Mitglieder hob der I. Vorsitzende besonders hervor, daß der Vorstand hofft, mit der Wahl dieses Lokals allen Wünschen der Mitglieder bezüglich eines neuen Vereinsheims gerecht geworden zu sein. Ein stets volles Haus bei den Monatsversammlungen würde dem Vorstand die Bestätigung geben, daß er mit dem vorgenommenen Lokalwechsel das Richtige getroffen hat.

Vom I. Schriftwart wurde das Protokoll der Monatsversammlung vom März d.J. verlesen und von der Versammlung genehmigt.

Anschließend hieran gab der I. Vorsitzende die in der Verwaltungsausschußsitzung vom 21.3.32 neu aufgenommenen Mitglieder bekannt.

Sodann teilte der I. Vorsitzende mit, daß der Verwaltungsausschuß die Miete für die Schränke im Umkleideraum der Schwimmbahn auf Mk 2.– je Schrank festgesetzt habe. Die Vermietung erfolgt nur an eine Person. Anmeldungen auf Schränke sind zu richten an unseren Zeugwart, Herrn Handschuhmacher.

Der technische Leiter, Herr Dreyer, verwies bezüglich der sportlichen Ereignisse auf die Berichte in unserer Vereinszeitung vom Monat April. Den Hauptgrund für das ungünstige Abschneiden unserer Wettkampfmannschaft gegen Niedersachsen Münster und Münster 91 (Städtekampf) sieht Herr Dreyer einmal in der gänzlich ungewohnten 20 m Bahn, sowie in dem Umstand, daß infolge Fehlens jeglicher Einlagekämpfe die vorgesehenen Wettkämpfe unmittelbar auf einander folgten, wodurch unsere Mannschaft die Rennen teilweise hintereinander bestreiten mußte. Der Gegenkampf wird voraussichtlich am 1. Mai d.Js. in Dortmund (Südbad) stattfinden. Zu dem am 17. April d.Js. in Erkenschwick stattfindenden Gauschwimmfest haben wir unsere Staffeln und Einzelrennen gemeldet. Die Gauwasserballmeisterschaft, zu der wir eine Mannschaft gemeldet haben, wird turniermäßig ausgetragen. Je ein Tag des Turniers wird von Duisburg 95 und uns übernommen. Herr Kockskemper, Iserlohn, hat zu einem Kampf der Nichtsportschwimmer zwischen Iserlohn 95 und unserem Verein aufgerufen. An diesem Kampf können nur Herren teilnehmen, die noch an keinem öffentlichen Wettkampf teilgenommen haben. Der Kampf soll nach Möglichkeit zusammen mit dem Gegenkampf gegen Münster ausgetragen werden. Den Schluß des Berichtes bildete ein eindringlicher Hinweis an alle Vereinsmitglieder zur strikten Einhaltung des neu eingerichteten Übungsbetriebs.

Der I. Vorsitzende gab Kenntnis von einer besonderen Ehrung unseres Vorstandsmitglieds, Gewerbeoberlehrer Karl Löhr, dem für seine außerordentlichen Verdienste um die Jugendpflege und der Betreuung der Erwerbslosen vom preußischen Wohlfahrtsminister die Ehrenurkunde verliehen worden ist. Ferner wurde bekanntgegeben, daß eine weitere Ermäßigung der Stadion-Dauerkarten für Mitglieder der Schwimmvereine für die Freiwasserzeit 1932 nicht eingetreten sei, daß aber die Stadionverwaltung einer Preis-Ermäßigung für Dauerkarten für die übrigen Besucher der Schwimmbahn zugestimmt habe. Hiergegen wurde aus der Versammlung lebhaft protestiert.

Es kam ein Beschluß zustande, dem Bund Dortmunder Schwimmvereine folgenden Antrag zur Weitergabe an die zuständige Stelle zu übermitteln:

„Die Teilnehmer der Monatsversammlung vom 7.4.1932 des Schwimmvereins ,Westfalen‘ haben mit Befremden festgestellt, daß trotz ermäßigter Unkosten der Preis von Mk 5,– für die Dauerkarte für Mitglieder der Schwimmvereine nicht ermäßigt worden ist, während man einer Preisermäßigung für die Dauerkarten der übrigen Schwimmbahnbesucher zugestimmt hat. Wir können uns mit einer Regelung, die nur einseitig Vergünstigungen gewährt, nicht abfinden und beantragen hiermit mindestens die Preissenkung vorzunehmen, die die vierte Notverordnung vorsieht.“

Herr Pötter fragte nach Beschaffung von Vorzugsdauerkarten für das Freibad in Derne. Hierzu gab Herr Löhr an, daß Vorzugs-Dauerkarten für alle nach Dortmund gehörenden Freibäder ausgestellt werden, bei der Anmeldung jedoch anzugeben ist, für welches Bad sie Gültigkeit haben sollen.

Herrn Schenk erschien der vom Verein bewilligte Betrag von Mk 10.– für die Olympiaspende zu gering.

Der I. Vorsitzende bemerkte hierzu, daß infolge der langsamen und immer geringer werdenden Eingänge an eine Erhöhung nicht gedacht werden könne. Eine Sammlung für die Olympiaspende brachte den Betrag von Mk 9,75, den der I. Kassenwart der zuständigen Stelle überweisen wird.

Das im vergangenen Sommer veranstaltete Waldfest soll im Laufe des kommenden Sommers, evtl. in anderer Form, wiederholt werden. Nähere Festlegungen erfolgen zu gegebener Zeit.

Herr Linke nahm Stellung zu einer Mitteilung im „Schwimmer“, wonach Herr W. Middelmann, der seit Jahren nicht mehr unser Mitglied ist, ein Kampfrichterausweis auf unseren Verein ausgestellt worden ist. Es wurde beschlossen, den Gauschwimmwart zu veranlassen, den Kampfrichterausweis an o. Middelmann nicht auszuhändigen, und, sofern die Aushändigung bereits erfolgt sein sollte, den Ausweis sofort zurückzuziehen.

Von Herrn Löhr wurde die Errichtung von Zweigabteilungen des Schwimmvereins „Westfalen“ in den Außenbädern angeregt. Der Verwaltungsausschuß wird sich mit dieser Frage befassen.

Der Jugendleiter, Herr Bierbrodt, bat um Beteiligung der Herren Mitglieder und Mitglieder der Wettkampfmannschaft an der Turn- und Gymnastikstunde am Freitag-Abend jeder Woche von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Turnhalle des Bismarck-Gymnasiums. Diese Anregung wurde von Herrn Lehrer Brenner stark unterstützt.

Auf eine Frage nach der Gebühr für den Umkleideraum in der Schwimmbahn wurde mitgeteilt, daß dieselbe für die Freiwasserzeit 1932 von Mk 56.– auf Mk 49.– ermäßigt worden sei.

Damit war die allgemeine Aussprache erledigt.

Schluß der Versammlung um 0.15 Uhr mit einem dreifachen Gut-Naß auf unseren Verein und auf die gesamte deutsche Schwimmsache.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die Monatsversammlung am 12. Mai 1932 im Vereinsheim „Nordstern“.

Die Versammlung wurde in Verhinderung des I. Vorsitzenden vom II. Vorsitzenden, Herrn Dr. Brandt, eröffnet und gelenkt.

Das Protokoll der Versammlung vom Monat April wurde verlesen und genehmigt.

Herr Lehrer Brenner hat in der Bekanntmachung über Olympiaspenden im Schwimmer den Vermerk vermißt, daß es sich um die zweite Spende unseres Vereins handelt. Herr Bergmann gab hierzu an, daß er bei Überweisung des Betrages diesen Vermerk angegeben habe.

Die in der Verwaltungsausschußsitzung vom Monat April aufgenommenen Mitglieder wurden bekanntgegeben und soweit sie anwesend waren, von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut-Naß“ begrüßt.

Infolge späteren Eintreffens des technischen Leiters wurde beschlossen, den Punkt „Verschiedenes“ vorweg zu behandeln.

Herr Dr. Brandt brachte zunächst den Dank des Verbandsvorstandes für unsere Olympiaspenden zur Kenntnis der Versammlung. Sodann gab er bekannt, daß die Schwimmabteilung „Hoesch“ infolge ungenügender Beteiligung die eigene Schwimmstunde aufgegeben habe und gemäß Vereinbarung mit uns an den Übungsstunden des S.V. „Westfalen“ teilnehmen würde. Die Einreihung in den Übungsbetrieb erfolgt je nach Zugehörigkeit. Für die Herren der Schwimmabteilung „Hoesch“, die bisher in einer besonderen Riege geübt haben, soll auch an unserem Übungsabend eine besondere Riege gebildet werden. Hiergegen wurden bezüglich der Platzeinteilung Bedenken laut. Die Sache soll zunächst praktisch erprobt und, falls erforderlich, geändert werden.

Herr Assessor Koch fragte nach Verbilligung der Dauerkarten für die Freibäder. Dr. Brandt teilte mit, daß eine Entscheidung in dieser Sache noch nicht getroffen sei.

Weiter gab Herr Assessor Koch die Anregung, erneut darum einzukommen, daß unserer Wettkampfmannschaft für das Abendtraining im Freibad das Tragen unserer Vereinsbadehosen gestattet wird, und das Training auch über den offiziellen Schluß des Badebetriebes hinaus bis zum Eintritt der Dunkelheit ausgedehnt werden kann. Hierzu gab Dr. Brandt a, daß nach einer früher getroffenen Vereinbarung das Tragen unserer Schwimmhosen ab 19 Uhr gestattet sei. Auch könne nach dieser Vereinbarung die Trainingszeit ohne Rücksicht auf den Schluß des Badebetriebes bis zur einsetzenden Dunkelheit ausgedehnt werden. Um Schwierigkeiten zu vermeiden, wird der Bund Dortmunder Schwimmvereine erneut wegen dieser Punkte bei der Badeverwaltung vorstellig werden. Herr Beckmann sprach über den Städtekampf gegen Münster und machte Vorschläge über zu treffende Änderungen in der Jugend- und Wettkampfmannschaft. Mit dieser Angelegenheit soll sich der Schwimmausschuß beschäftigen. Herr Dr. Brandt behandelte die bei dem Städtekampf gegen Münster vorgekommenen Diebstähle und bat alle Versammlungsteilnehmer, mitzuhelfen, den oder die Täter zu ermitteln. Herr Bergmann gab zu dieser Sache an, daß er an dem fraglichen Sonntag den Badewärter mit der Aufsicht über die Zellen der Wannenbäder betraut habe. Bei der großen Anzahl Wettkämpfer sei jedoch eine einwandfreie Kontrolle durch eine einzelne Person nicht durchführbar. Wichtig sei aber, etwaigen unehrlichen Elementen ihr Treiben durch restlose Abgabe der Wertsachen unmöglich zu machen.

Der inzwischen eingetroffene technische Leiter, Herr Dreyer, nahm nunmehr das Wort zu seinem Bericht. Bezüglich des Städtekampfes gegen Münster machte er auf den Bericht in der Vereinszeitung aufmerksam. Sodann gab er bekannt, daß für die Gauwasserballmeisterschaft und zwar zur Liga-Klasse eine Mannschaft gemeldet worden sei. Die Austragung erfolgt turniermäßig. Je ein Turnier wird von Duisburg 98 und uns übernommen. Herr Dreyer teilte mit, daß sich der Schwimmverein Kamen bemüht habe, das von uns übernommenen Turnier nach Kamen zu bekommen. Um etwaigen Schwierigkeiten bezüglich Freigabe der Schwimmbahn für die Spiele, die sich auf den Vor- und Nachmittag verteilen, aus dem Wege zu gehen, habe er sich mit der Verlegung nach Kamen einverstanden erklärt. Duisburg habe jedoch gegen die Verlegung protestiert, sodaß die Austragung in Dortmund stattfinden müsse. Herr Dreyer wird die Angelegenheit mit der Kampfbahnverwaltung besprechen und regeln. Weiter gab der technische Leiter bekannt, daß der Verbandssportlehrer Müller am 21. und 22. Mai d.Js. den Dortmunder Vereinen zur Verfügung stehe. Bezüglich der Beschäftigung desselben wurden verschiedene Anregungen gegeben. Ein festes Programm kam nicht zustande. Ein Vorschlag von Dr. Brandt, es dem technischen Leiter zu überlassen, die Lehr- bzw. Übungsstunden festzusetzen, fand die Zustimmung der Versammlung. Der Schwimmverein Paderborn wünscht die Zusendung des Pokals aus dem in Hamm ausgetragenen Wasserballturnier, der durch eine nachträgliche Entscheidung des Kreisschwimmwartes Oehsemann (?) Paderborn zugesprochen worden ist. Da diese Entscheidung gegen die einschlägigen Bestimmungen verstößt, soll dem Kreisschwimmwart unser Protest vorgelegt werden.

Bei Behandlung des Punktes „Altherrenfest in Ahrweiler“ mußte leider die Feststellung gemacht werden, daß von unseren „Alten Herren“ niemand anwesend war. Dieses gänzliche Fehlen konnte nur dahin ausgelegt werden, daß an dem Besuch dieser Veranstaltung kein Interesse besteht. Der Versammlungsleiter stellte daher den Antrag, die Sache überhaupt fallen zu lassen. Die nach kurzer Debatte vorgenommene Abstimmung brachte Annahme des Antrages gegen eine Stimmenthaltung.

In Fortsetzung des Punktes „Verschiedenes“ wurde beschlossen, die Tür zu dem Raum im Südbad mit einem neuen Schloß zu versehen, um eine unbefugte Benutzung des Raumes zu verhindern. Herr Handschuhmacher wird für die Anbringung des Schlosses sorgen.

Dr. Brandt sprach über die Jugendpflichtversammlung, die einen achtbaren Erfolg aufzuweisen hatte. Es ist beabsichtigt, die folgenden Versammlungen durch entsprechende Vorträge zu beleben. Diese Veranstaltungen sollen aber auch den Zweck haben, unseren Knaben und Jugendlichen Gelegenheit zu geben, etwaige Wünsche etc. dem Vorstand direkt zu unterbreiten, was vom I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann, in der stattgefundenen Versammlung schon besonders hervorgehoben wurde. Es kam ein Beschluß zustande, die Jugendpflichtversammlungen vierteljährlich zu wiederholen.

Zum Schluß bat der Versammlungsleiter, auf stärkeren Besuch der Monatsversammlungen hinzuarbeiten. Der Vorstand habe für ein schönes Heim zur Abhaltung der Versammlungen, sowie sonstiger Vereinsveranstaltungen gesorgt. Es sei nun aber auch Pflicht der Mitglieder, dies durch ihr Erscheinen zu diesen Veranstaltungen anzuerkennen.

Auf ausdrücklichen Wunsch des Herrn Assessors Koch wurde festgelegt, daß die Teilnehmer der Monatsversammlung am 12. Mai etwa zur Hälfte aus Mitgliedern der Wettkampfmannschaft bestanden haben.

Schluß der Versammlung um 24 Uhr mit einem dreifachen „Gut-Naß“ auf unseren Verein.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die Monatsversammlung am 2. Juni 1932 im Vereinsheim „Nordstern“.

Eröffnung der Versammlung pünktlich um 21.45 Uhr durch den I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann.

Das Protokoll der Versammlung vom Monat Mai wurde verlesen und genehmigt.

In der Verwaltungsausschußsitzung vom 23. Mai d.Js. ist aufgenommen worden Herr Humpert. Der sich ferner zur Aufnahme gemeldete Herr Wellner ist bei dem Unglück auf Zeche Dorstfeld zu Tode gekommen.

Die Punkte 4 und 5 der Tagesordnung wurden mit Rücksicht auf das spätere Eintreffen des technischen Leiters zurückgestellt.

Zu Punkt 6 – Sommerausflug, gab der I. Vorsitzende an, daß sich der Verwaltungsausschuß bereits um einen geeigneten Ausflugsort bemüht habe, jedoch bisher ohne Erfolg. Verschiedene Vorschläge wie „Wellenbad Geisecke“, „Bad Henkhausen“, dem Schwimmverein Hohenlimburg gehörend, „Kamen“, wurden genannt. Bindende Festlegungen wurden nicht getroffen. Weitere Vorschläge sollen dem Vorstand bekanntgegeben werden, der sich in der Verwaltungsausschußsitzung am 18.6. mit der Sache weiter beschäftigen wird.

Unter Verschiedenes machte der I. Vorsitzende noch mehrmals darauf aufmerksam, daß der Verein für in der Schwimmbahn aus dem Umkleideraum oder den Schränken abhanden gekommene Gegenstände keinerlei Haftung übernimmt. Das hierüber vorliegende Gutachten des Rechtsanwalts Hartmann vom Jahre 1929 soll erneut in unserer Vereinszeitung erscheinen.

Sodann gab der I. Vorsitzende davon Kenntnis, daß unserem Verein anläßlich seines 35-jährigen Bestehens vom Deutschen Schwimmverband die Verbands-Ehrenurkunde verliehen worden sei. Die offizielle Übergabe sollte seiner Zeit in einer unserem Verein nicht würdig genug erscheinenden Form vorgenommen werden. Weshalb der Vorstand darauf verzichtet hat. Eine später vorgesehene Gelegenheit mußte wegen Verhinderung des Kreisvorsitzenden, Herrn Dr. Irmer, verpaßt werden, und so ist die offizielle Übergabe bis heute nicht erfolgt. Die Versammlung erklärte sich mit der Einstellung des Vorstandes in dieser Angelegenheit einverstanden.

Bezüglich der Jugendpflichtversammlungen führte der I. Vorsitzende aus, daß festgelegt worden sei, dieselben nur nach Bedarf, ohne eine Zeitfestsetzung, stattfinden zu lassen. Eine feste Einteilung sei seiner Ansicht schon deshalb nicht gutzuheißen, weil regelmäßig eingelegte Versammlungen dieser Art ihren Zuspruch verlieren würden. Ein Antrag des I. Vorsitzenden, unkümmert um den in der Monatsversammlung vom Mai gefaßten Beschluß, die Jugendpflichtversammlungen regelmäßig alle Vierteljahr abzuhalten, die Einberufung dieser Versammlungen ohne Festlegung einer bestimmten Zeit dem Vorstand zu überlassen, fand einstimmige Annahme durch die Versammlung.

Der inzwischen erschienene technische Leiter, Herr Dreyer, machte in seinem Bericht zunächst auf den Länderkampf Deutschland-Frankreich aufmerksam. Weiter gab er bekannt, daß die Angelegenheit „Wasserball-Turnier in Dortmund am 5.6.32“ in Ordnung sei. Zu dem Gaufest in Dorsten und zu dem Kreisfest in Köln werden die Meldungen vom Schwimmausschuß nach Erhalt der Ausschreibungen festgelegt. Der Iserlohn-Schleddenhofer S.V. hat uns zu einem Wasserball-Turnier am 9./10. oder 30./31.7.32 eingeladen. Die Veranstaltung soll besucht werden. Zu den Deutschen Meisterschaften in Dresden wird mit Rücksicht auf die dadurch entstehende hohe finanzielle Belastung nicht gemeldet. Über den Rückkampf gegen Iserlohn ist über Terminfestlegung noch nichts bekannt geworden. Der I. Vorsitzende bittet um besonders rege Beteiligung an dem am 5. Juni d.Js. statttfindenden Wasserball-Turnier. Herr Löhr schlägt vor, zu versuchen, den Verbandssportlehrer Müller für 8 Tage nach Dortmund zu bekommen. Die Angelegenheit wird behandelt. Über einen Städtekampf gegen Essen soll der Schwimmausschuß beraten und die entstehenden Kosten errechnen. Herr Linke macht den Vorschlag, der Wasserballmannschaft und sonstigen Wettkämpfern als Ersatz für Dresden den Besuch des Länderkampfes Deutschland-Frankreich zu ermöglichen. Die Angelegenheit soll im Schwimmausschuß behandelt werden. Für die Mitfahrt kommen aussichtsreiche und fleißige Mitglieder der Wettkampfmannschaft infrage. Eine Anfrage von Herrn Kohaupt, die Wettkampfmannschaft während der Monate Juni bis August ausschließlich in der Schwimmbahn trainieren zu lassen, fand keine Gegenliebe.

Damit war die allgemeine Aussprache erledigt.

Schluß der Versammlung um 23.55 Uhr mit einem dreifachen „Gut Naß“ auf unseren Verein.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die Monatsversammlung am 7. Juli 1932 im Vereinsheim „Nordstern“.

Eröffnung um 21.47 Uhr durch den I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann, der vor Eintritt in die Tagesordnung mit warmen Worten unserer im vergangenen Monat verstorbenen beiden Schwimmkameraden Adolf Hackenberg und Heinz Trell gedachte. Beide sind in der Blüte der Jahre durch Unglücksfälle ums Leben gekommen. Die Versammlung ehrt die Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen.

Das Protokoll der Versammlung vom Monat Juni d. Js. wurde verlesen und genehmigt.

Als neue Mitglieder wurden bekanntgegeben:

Herr Heinrich Schöning, Dortmund, Weißenburgerstr. 25,

Herr Friedrich Dehnhardt,

Dortmund Neuer Graben 28.

Der anwesende Herr Schöning wurde von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen Gut Naß begrüßt.

Unter Punkt 4 der Tages führte der technische Leiter, Herr Dreyer, aus, daß über unsere stattgefundene Beteiligung an Kämpfen in der Vereinszeitung eingehend berichtet worden sei. Besondere Feststellung verdient der Sieg unserer Wasserballmannschaft über den alten Rivalen Münster 91. Hewelkes Siege auf den westdeutschen Meisterschaften in 100 und 200 m Kraulen in Klasse Ib. (?) seien beachtenswert und mit Rücksicht darauf, daß zu dieser Klasse vorsichtiger Weise bestimmt gute Schwimmer gemeldet worden seien, entsprechend einzuschätzen. In der Gauwasserball-Meisterschaft sei noch ein Spiel gegen Mülheim auszutragen. Die Gaumeisterschaft sei uns aber sicher, auch dann, wenn wider Erwarten das Spiel nicht gewonnen werden sollte. Das Spiel gegen Mülheim steigt voraussichtlich am 15.7., anläßlich der Stadtmeisterschaften. Es lag eine Einladung von Zoppot vor zur Teilnahme an der Meisterschaft der Ströme und Meere. Eine Teilnahme unsererseits kommt nicht infrage. Eine weitere Einladung lag von Zutphen vor zur Teilnahme an einem Wasserball-Turnier und Stromschwimmen. Über die Bedingungen konnte eine Einigung nicht erzielt werden, weshalb eine Teilnahme nicht erfolgt.

Am kommenden Sonntag fährt unsere Mannschaft nach Köln zum Kreiswasserball-Turnier. Gegner sind Poseidon-Köln und Düsseldorf 09.

Am 27.7. findet in Elberfeld das Jugendkreisfest statt. Der I. Vorsitzende hält mit Rücksicht auf das schlechte Abschneiden auf dem Gaujugendfest in Dorsten eine Beschickung im großen Rahmen nicht für ratsam. Zunächst muß das Training ernstlich betrieben werden, damit etwaige Siegesaussichten vorhanden sind. Die Beschickung wird durch den Schwimmausschuß geregelt.

Am Sonntag, dem 10.7. wird der erste Teil der Stadtmeisterschaften ausgetragen. Es werden die Strecken über 1000, 600 und 400 m geschwommen und zwar von den Damen, Herren und Jugendlichen. Außerdem findet das Stundenschwimmen statt. Es ist möglich, bei dieser Gelegenheit auch die 1000 m für das Sportabzeichen zu schwimmen. Fortsetzung der Schwimmwettkämpfe für die Stadtmeisterschaften am 13. Und 15. d.Mts. in der Schwimmbahn „Volkspark“.

Auskleidegelegenheit für das Hafenschwimmen ist im Hardenbergbad gegeben.

Unsere Übungsstunde am Sonntag, dem 10.7. fällt wegen der Stadtmeisterschaften aus.

Als Schluß seiner Ausführungen gab der technische Leiter bekannt, daß es ihm aus beruflichen Gründen nicht möglich sei, seinen Posten voll auszufüllen. Er bitte daher um Ablösung. Die Sache soll in der Verwaltungsausschußsitzung besprochen werden. Herr Dr. Siegmann hat seinen Posten als Schwimmwart abgegeben. Als Ersatz vorgeschlagen wurden die Herren: Stamer, Assessor Koch und Rudi Linke. Herr Stamer wurde einstimmig von der Versammlung gewählt.

Unter Punkt Verschiedenes wurde zunächst der Sommerausflug behandelt. Bad Henkhausen kommt nicht infrage, weil ein Unterkommen wegen des starken Besuches nur beschränkt möglich ist. Es wurde nach kurzer Aussprache beschlossen, auch in diesem Jahre wieder nach Leveringhausen mit Motorbooten zu fahren und zwar am 7. August. Alles Wissenswerte wird noch bekanntgegeben.

Aus der Sitzung des Stadtverbandes für Leibesübungen gab der I. Vorsitzende bekannt, daß die maßgebenden Stellen es abgelehnt haben, für Erwerbslose zur Benutzung des Bades „Volkspark“ Sonderpreise festzusetzen.

Herr Stadtturnrat Frankenberg hat in der Sitzung einen kurzen Vortrag gehalten über die Kurse für Leibesübungen, die eine Teilnehmerzahl von etwa 300 erreicht haben, davon etwa 60 Schwimmer. Die finanzielle Notlage der Vereine wurde treffend durch die Mitteilung dargelegt, daß aus dem Stadtverband 25 Vereine wegen erheblicher Beitragsrückstände ausgeschlossen werden mußten. Für das Jahr 1932 haben von den angeschlossenen 89 Vereinen erst 7 Vereine Beitrag bezahlt.

Der I. Vorsitzende machte erneut darauf aufmerksam, daß es Pflicht jedes Westfalens sei, die Vereinshose zu tragen. Herr Linke gab hierzu an, daß der Schwimmausschuß einen Entschluß gefaßt habe, wonach Mitglieder der Wettkampfmannschaft bei öffentlichen Schwimmen nur in Vereinsbadehose starten dürfen.

Herr Löhr berichtet, daß am 24. d.Mts. in Meschede ein neues Bad eingeweiht werden soll. Bei dieser Veranstaltung sollen 20 Westfalen und je 10 Mitglieder des Sanitäts-Schwimmvereins und Neptun mitwirken. Ein evtl. erforderlich werdender geringer Zuschuß wird vom Verein übernommen. Die Mitfahrt von Schlachtenbummlern ist sehr erwünscht.

Herr Dreyer macht Mitteilung von einer Möhnesee-Veranstaltung, für die sich auch der Kreis IX stark macht. Unser Verein hat offiziell über die Veranstaltung noch nichts gehört. Eine Ausschreibung ist ebenfalls nicht eingegangen. Wir werden die Veranstaltung nicht beschicken.

Herr Linke gab Bericht über ein Vorkommnis in der Schwimmbahn „Volkspark“. Es soll dort in einen Kellerraum des Pächters Schmidt am Mittwoch, dem 29. v.Mts. um 19 und 20 Uhr eingebrochen worden sein. Die Feststellung habe ergeben, daß ein Schrank in dem Kellerraum geöffnet worden ist, in dem Keks und Bonbons aufbewahrt werden. Es scheint sich hierbei mehr um einen Sabotageakt, als um einen Diebstahl zu handeln. Was unseren Verein an der Sache interessiert, ist, daß von unserem Mitglied Kohaupt, der als Bademeister in der Schwimmbahn tätig ist, ohne jeden Schein eines Beweises öffentlich Mitglieder unseres Vereins als die Täter bezeichnet worden sind. Bemerkenswert ist, daß unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalles unser Raum und die darin hängenden Kleider in Gegenwart von Kohaupt untersucht worden sind, wie erwartet, mit negativem Erfolg. Außer Kohaupt soll sich auch der Bademeister Bardy im gleichen Sinne geäußert haben. Die Frau des Pächters Schmidt hat gesagt: „Nach Angabe von Kohaupt und Bardy können nur Westfalen für die Diebstähle infrage kommen.“ Vom I. Vorsitzenden wurde die Niederschrift eines Berichtes des Herrn Schlüter in dieser Angelegenheit an die Herren Bergmann und Grosser verlesen. Von Herrn Weinhold wurde nunmehr der Antrag gestellt, die Sache zunächst nur im Vorstand zu behandeln und nach Klarstellung der Versammlung zu berichten. Herr Bergmann war für öffentliiche Behandlung des Falles. Der Antrag Weinhold wurde abgelehnt.

Die Versammlung wird jetzt für vertraulich erklärt.

Kohaupt gibt eine Darstellung der Vorgänge, die von dem bisher Gehörten gänzlich abweicht. Der Bericht Kohaupts wurde von Herrn Linke als nicht richtig hingestellt. Linke behauptet, daß Kohaupt ohne jeden Beweis die Westfalen beschuldigt und damit den ganzen Verein beleidigt habe. Iffland bestätigt die Angaben von Linke. Herr Dreyer hat die Sache am nächsten Tage gesehen und ist auch der Ansicht, daß es sich nicht um einen Diebstahl, sondern um einen Racheakt handelt. Sonderbarerweise hat auch noch niemand etwas über abhanden gekommene Gegenstände gesagt. Der I. Vorsitzende gab an, daß die Sache in der Versammlung nicht zu Ende geführt werden könne, weil wichtige Zeugen nicht anwesend seien. Alle für die Klärung der Vorfälle infrage kommenden Herren sollen zu einer Sitzung mit dem geschäftsführenden Vorstand geladen werden. Nach völliger Klarstellung der Vorgänge wird der Vorstand seine Entscheidung so treffen, wie es das Ansehen unseres Vereins erfordert. Die Versammlung war hiermit einverstanden. Herr Dreyer gab noch bekannt, daß alle Mitglieder heute mehr noch als bisher darauf achten müßten, auch nicht im Geringsten gegen die Vorschriften der Schwimmbahn „Volkspark“ zu verstoßen, damit gewissen dort tätigen Personen keine Möglichkeit zu dem in letzter Zeit so sehr gepflegten Einschreiten gegen Westfalenmitglieder gegeben würde.

Anschließend hieran beschwerte sich Herr Kohaupt über Herrn Kemper, der eine Jugendmannschaft in der Vereinsbadehose habe schwimmen lassen. Seinen (Kohaupt) Protest habe er unberücksichtigt gelassen, ihm Grobheiten gesagt und Schläge angeboten. Dr. Siegmann bestätigt diese Angaben. Dieser Fall soll in der Sitzung ebenfalls untersucht und klargestellt werden. Herr Häring nimmt Kemper in Schutz und bemerkt sehr richtig, daß durch das Verhalten und die Einstellung der infrage kommenden Aufsichtspersonen jemand schon dahin gebracht werden könne, die Ruhe zu verlieren.

Allgemein war man der Ansicht, daß die Einstellung eines Teiles des Aufsichtspersonals gegen die Mitglieder unseres Vereins inzwischen Formen angenommen hat, die unerträglich sind und sich daher irgendwie auswirken müssen. Es muß von zuständiger Stelle umgehend eine Änderung herbeigeführt werden.

Die allgemeine Aussprache war damit erledigt.

Schluß der Versammlung um 23.55 Uhr mit einem dreifachen Gut Naß auf unserern Verein.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die Monatsversammlung am 4. August 1932 im Vereinsheim „Nordstern“.

Eröffnung pünktlich um 21.15 Uhr durch den I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann.

Das Protokoll der Versammlung vom Monat Juli wurde verlesen und genehmigt.

Die in der Verwaltungsausschußsitzung vom Monat Juli aufgenommenen Mitglieder wurden bekanntgegeben und soweit sie anwesend waren, von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen Gut Naß begrüßt.

Den Bericht der technischen Leitung gab Herr Assessor Koch. Bezüglich der sportlichen Veranstaltungen verwies er auf die Berichte in der Vereinszeitung. Erwähnenswert ist der Sieg unseres Herrn Börme auf dem Altherrenfest in Berlin, wo er sich im Kunstspringen seiner Klasse den ersten Platz sicherte. Außerdem belegte er je den dritten Platz im Brustschwimmen und Mehrkampf. Ferner verdient hervorgehoben zu werden der Sieg unseres Gerhard Hewelke, der bei der Veranstaltung: „Quer durch den Möhnesee“ den ersten Platz in der Klasse I belegen konnte. Die Stadtmeisterschaften haben uns 8 Stadtmeister, sowie eine große Anzahl erster und weiterer Plätze eingebracht. Die Kreiswasserballmeisterschaft für 1932 ist an Poseidon Köln gefallen.

Es sind Bestrebungen im Gange zur Festlegung regelmäßig stattfindender Städtekämpfe zwischen Essen und unserem Verein. Man rechnet mit dem Zustandekommen des ersten Kampfes im September oder Oktober d.Js. in Essen. Der Rückkampf dürfte einen Monat später in Dortmund stattfinden.

Zum Schluß seiner Ausführungen gab Herr Assessor Koch noch bekannt, daß wir uns in diesem Monat lediglich an der Kraulstaffel beteiligen würden. Die Austragung findet am 14. d.Mts. in Altenessen statt. in diesem Rennen haben wir den Wanderpreis zu verteidigen. Die Meldungen sind bereits abgegeben.

Der I. Vorsitzende sprach über das Altherrenfest in Ahrweiler und war der Ansicht, daß dasselbe von uns beschickt werden müßte. Leider sei bei der Besprechung in der Monatsversammlung im Mai niemand der „Alten Herren“ anwesend gewesen, sodaß in Erledigung des Punktes der Tagesordnung die Nichtbeschickung durch die Versammlung beschlossen worden sei. Die Versammlung erklärte sich mit unserer Beteiligung einverstanden. Voraussichtlich werden starten die Herren: Dr. Brandt, Assessor Hotzel, Börk, Börne, Tilly, Marks und Fischer.

Unter Punkt 6 war die Neuwahl des technischen Leiters vorgesehen. Der I. Vorsitzende gab hierzu an, daß Herr Assessor Koch bereits mit der Führung der Geschäfte beauftragt worden sei. Er machte den Vorschlag, Herrn Assessor Koch, der bis zu seinem derzeitigen Fortgang nach Berlin zwecks Ablegung des Staatsexamens die technische Leitung inne gehabt habe, weiterhin den Posten fest zu übertragen. Die Abstimmung hierüber vereinigte sämtliche Stimmen auf Herrn Assessor Koch, der die Wahl annahm. Bei dieser Gelegenheit richtete Herr Assessor Koch sehr ernste Worte an die Sportmannschaft, der er klar zu verstehen gab, daß er unter keinen Umständen gewillt sei, an seinen Anordnungen irgendwelche Änderungen vornehmen zu lassen. Nach seinen Feststellungen sei eine Lockerung der Disziplin eingerissen, die unbedingt ausgemerzt werden müsse. Er verlange von jedem Mitglied der Sportmannschaft den Geist, der zur Erreichung der Ziele, die sich die technische Leitung und der Vorstand des Vereins gesteckt haben, erforderlich sei. Schärfstes Vorgehen habe derjenige zu erwarten, der durch abwegige Einstellung zur Mannschaft, bzw. zum Verein den Geist oder die Kameradschaft zu untergraben gedächte. Auch der I. Vorsitzende sprach hierzu und gab noch an, daß der Vorstand geschlossen hinter der technischen Leitung stehen würde, wenn es sich darum handele, die Stellung unseres Vereins, die in 36jähriger mühevoller Arbeit von Männern, die im Schwimmsport etwas bedeuten, geschaffen sei, zu erhalten bzw. weiter auszubauen.

In Erledigung des Punktes 7 machte der I. Vorsitzende bekannt, daß alle Vorbereitungen getroffen seien, die ein Gelingen des Waldfestes verbürgen. Abfahrt, wie schon bekannt, um 9 Uhr vom Hafen. Der Kartenverkauf wird mit Rücksicht auf einen Teil der Mitglieder, die sich wegen Urlaubsschwierigkeiten etc. bisher zur Teilnahme nicht entschließen konnten, bis einschließlich Freitag den 5.8. verlängert.

Unter Verschiedenes gab der I. Vorsitzende Kenntnis von einer Besprechung, die zwischen den Herren:

Stadtrat Dr. Ruben,

Stadtrat Frankenberg,

Stadionverwalter Lerch,

einerseits, undG ewerbeoberlehrer Karl Löhr,

Assessor Hans Koch,

Hermann Linke,

Jakob Grosber

andererseits, wegen verschiedener Punkte, die Schwimmbahn „Volkspark“ betreffend, stattgefunden hat. Von Herrn Grosber wurde die über die Besprechung verfaßte Niederschrift verlesen. Die Verhandlung hat unserem Verein restlose Erfüllung der vorgebrachten Wünsche eingetragen, sodaß in der Schwimmbahn nunmehr ein geregelter Trainingsbetrieb der Sportmannschaft, sowohl im Schwimmen, als auch im Wasserballspiel vor sich gehen kann.

Ebenso hat die Vereinsbadehosenfrage eine endgültige Klärung gefunden, und weitere Angriffspunkte, die immer wieder zu Differenzen mit der Verwaltung, bzw. mit den Badeaufsehern führten, haben eine Regelung erfahren, die bei beiderseitiger sachlicher Auslegung der Vereinbarungen Störungen in der Folge nicht mehr aufkommen lassen dürfen.

Im weiteren Verlauf der Versammlung gab der I. Vorsitzende ein Schreiben des Schwimmwarts, Herrn Hermann Linke, bekannt, mit welchem er seinen Posten zur Verfügung stellt. Der I. Vorsitzende bedauerte es sehr, daß dem Vorstand von den Klagen, die Herr Linke anführt, bisher keine Kenntnis gegeben worden sei. Zur Erläuterung der Vorfälle wurden die Protokolle der letzten Mannschaftssitzungen verlesen, die entgegengesetzte Strömungen eines Teiles der Mannschaft erkennen lassen. Die Angelegenheit soll in einer anschließend an die Monatsversammlung stattfindenden Schwimmausschußsitzung  behandelt werden, an welcher der geschäftsführende Vorstand teilnimmt.

Herr Schlüter gibt an, daß das Schild, welches im Südbad die Grenze des Bassins für Nichtschwimmer anzeigt, beim Wasserballspiel stört und eine Gefahr für den Torwart bildet. Herr Dreyer hat es übernommen, dieserhalb mit Herrn Stadtbaumeister Böckmann zu sprechen und für Abhilfe zu sorgen.

Herr Hewelke bittet, ihm Gelegenheit zu geben, einen Fall aufzuklären, der durch ein Vereinsmitglied in Umlauf gekommen ist. Obwohl es sich um eine rein private Sache handelt, wird Herrn Hewelke mit Rücksicht darauf, daß ein Vereinsmitglied die Sache aufgebracht hat, die Genehmigung erteilt, der Versammlung die beabsichtigte Erklärung abzugeben. Bezüglich der Fahrt einer Jugendmannschaft nach Limburg, die ausgefallen ist, wird von Herrn Schneider Aufklärung gewünscht. Der I. Vorsitzende gibt hierzu an, daß die Sache von Limburg abgeblasen worden sei. Der Vorstand wird die Gründe der Absage feststellen.

Herr Dr. Siegmann machte den Vorschlag, an verschiedenen Stellen der Stadt zu Werbezwecken Kästen mit Vereinsbildern aufzuhängen. Der Veranstaltungsausschuß wird sich mit dieser Angelegenheit befassen.

Die allgemeine Aussprache war damit erledigt.

Schluß der Versammlung um 23,15 Uhr mit einem dreifachen Gut-Naß auf unseren Verein.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die Monatsversammlung am 1. September 1932 im Vereinsheim „Nordstern“.

Pünktlich um 21.15 Uhr eröffnete der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, die Versammlung.

Das Protokoll der Versammlung vom Vormonat wurde verlesen und genehmigt.

Der I. Vorsitzende gab die in der Verwaltungsausschußsitzung vom 15. August aufgenommenen Mitglieder bekannt. Soweit dieselben anwesend waren, wurden sie von den Schwimmkameraden mit einem dreifachen „Gut Naß“ begrüßt.

Nach Erledigung des Punktes 3 der Tagesordnung nahm der technische Leiter, Herr Assessor Koch, das Wort zu seinem Bericht. Bezüglich der sportlichen Veranstaltungen verwies er auf die ausführlichen Berichte in der Monatsschrift. Im übrigen gab er bekannt, daß am 4.9.32 das Wasserballturnier gegen Schwimmsportfreunde Barmen und Amateur Duisburg in Duisburg steigt. Die Verhandlungen mit Essen wegen Austragung eines Städtekampfes auf der Grundlage des großen Verbandswettkampfes dauern noch an. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der erste Kampf am 9. Okt. d.Js. in Dortmund stattfindet. Die Verhandlungen mit dem Bund Essener Schwimmvereine bezüglich regelmäßiger Städtekämpfe sollen auch auf Kämpfe der „Alten-Herren“ ausgedehnt werden.

Herr Bierbrodt gab bekannt, daß am 9.9.32 die Turnabende wieder beginnen und zwar am Freitag jeder Woche von 19,30 bis 21,30 Uhr in der Turnhalle des Bismarck-Realgymnasiums.

Herr Dr. Siegmann fragte nach dem Herbstfest. Hierzu wurde vom I. Vorsitzenden mitgeteilt, daß sich der Vorstand bereits mit der Angelegenheit befaßt habe. Er sei jedoch zu dem Entschluß gekommen, die Veranstaltung mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Notlage in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Die Versammlung war hiermit einverstanden. Es wurde aber beschlossen, möglichst im Monat Oktober einen Herrenabend im Vereinsheim „Nordstern“ stattfinden zu lassen. Mit den Einzelheiten wird sich der Vergnügungsausschuß befassen. Außerdem soll später, vielleicht im November, ein Skatabend stattfinden.

Herr Löhr gab an, daß Ende September die Erwerbslosenkurse beginnen. Er bittet alle Herren, die sich als Riegenführer betätigen wollen, ihre Meldung abzugeben.

Schluß der Versammlung um 22.55 Uhr mit einem dreifachen „Gut-Naß“ auf unseren Verein.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die außerordentliche Hauptversammlung am 6. Oktober 1932 im Vereinsheim „Nordstern“.

Die Versammlung, die von etwa 100 Mitgliedern besucht war, wurde vom I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann, pünktlich um 21,15 Uhr eröffnet.

Auch unsere „Alten Herren“ hatten in Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung (Herrenabend usw.) ihren Donnerstag-Stammtisch verlassen, um diesesmal mit dabei zu sein. Sie haben Fingerspitzengefühl für Tagesordnungen.

Form und Inhalt des Protokolls der Monatsversammlung vom September fanden geschlossene Zustimmung der Versammlungsteilnehmer.

Der I. Vorsitzende konnte 16 neue Mitglieder, die in der Verwaltungsausschußsitzung vom 19.9.32 aufgenommen worden waren, bekanntgeben. Soweit die Herren anwesend waren, wurden sie von den Schwimmkameraden in der althergebrachten Weise begrüßt.

Der Punkt 3 erledigte sich in der der heutigen Wirtschaftslage entsprechenden Weise.

Zu Punkt 4 sprach der technische Leiter, Herr Rechtsanwalt Koch, und verwies bezüglich der sportlichen Ereignisse auf die ausführlichen Berichte in der Monatsschrift. Er machte nochmals auf den am kommenden Sonntag stattfindenden Städtekampf gegen Essen aufmerksam und erwartet zur Stärkung des Siegeswillens unserer Mannschaft stärksten Besuch dieser sportlichen Veranstaltung durch unsere Mitglieder. Weiter gab Herr Rechtsanwalt Koch bekannt, daß der für den 29. d.Mts. in Düsseldorf vorgesehene Kampf gegen Düsseldorf 09 wegen Terminschwierigkeiten habe verschoben werden müssen. Ein neuer Vorschlag Düsseldorfs für den 4.12.32 ist uns nicht genehm. Die Verhandlungen um das Zustandekommen des Kampfes gehen weiter.

Auch der I. Vorsitzende bat um recht fleißigen Besuch der Veranstaltung am 9. d.Mts. und machte bekannt, daß Einlaßkarten schon jetzt beim I. Kassenwart, Herrn Bergmann, zu haben seien. Als Ordner für die sportliche Veranstaltung am 9. d.Mts. wurden bestimmt: Obmann Herr Neuse. Außerdem die Herren: Bockhorn, Lehner, Saul, Rutemuth, Rückert, Brinkmann und Assauer. Als Helfer für unseren Zeugwart, Herrn Handschuhmacher, wurden bestimmt die Herren: Iffland, Ludwig und Deichmann.

Anschließend hieran gab der I. Vorsitzende bekannt, daß unserem Verein für besondere Leistungen bei den Verfassungswettkämpfen eine silberne Plakette des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg mit Urkunde verliehen worden sei. Außerdem wurde unserem Herrenmitglied Wolfgang Schneider, sowie unseren Jugendmitgliedern Fredi Marx und Werner Tiggemann eine Ehrenurkunde des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg für Bestleistungen bei den Verfassungswettkämpfen verliehen. Die Auszeichnungen wurden von Herrn Stadtturnwart Frankenberg überreicht. Ferner konnte eine erhebliche Anzahl Urkunden an die neuen Stadtmeister, sowie an die Sieger der einzelnen Wettkämpfe verteilt werden.

Zu dem für den 15. d.Mts. vorgesehenen Herrenabend sprach der I. Vorsitzende. Er führte aus, daß dieser Abend einmal gedacht sei für den ausfallenden Westfalenball, daß er aber weiter ganz besonders den Zweck haben solle, die Mitglieder einander näher zu bringen, was sich in der kurzen Trainingszeit in der Halle doch nicht so erreichen lasse, wie es wünschenswert sei. Der I. Vorsitzende verspricht sich von dem Abend sehr viel in Bezug auf Kameradschaft und bittet alle Mitglieder, am Tage der Veranstaltung einmal alle Sorgen über Bord zu werfen und mit einem Herzen voller Humor und Spaß zu erscheinen. Er gab auch bekannt, daß der Verein es ermöglicht habe, den Bierpreis an diesem Abend niedrig zu halten, wodurch jedem Mitglied Gelegenheit gegeben sei, einige Stunden im Freundeskreis in ungezwungener Fröhlichkeit zuzubringen.

Zu dem Punkt „Berufung Wibelitz“ sprach zunächst der I. Vorsitzende und legte der Versammlung die Gründe dar, die zu der Bestrafung des Mitgliedes Wibelitz geführt haben. Er gab auch bekannt, daß Herr Wibelitz ordnungsgemäß zu der Verwaltungsausschußsitzung am 15.8.32, in welcher die Angelegenheit in Verhandlung stand, eingeladen worden sei, um sich gegen die erhobenen Vorwürfe zu verteidigen. Herr Wibelitz sei zwar erschienen, habe aber kaum den Versuch gemacht, etwas zu seiner Rechtfertigung zu unternehmen. Das Verhalten des Herrn Wibelitz in der Sitzung habe den Eindruck erweckt, als ob er glaube, auch hier derartige Sachen mit wenig passenden Bemerkungen abtun zu können. Herr Wibelitz habe aber trotzdem gegen die Bestrafung Berufung eingelegt und die Behandlung der ganzen Angelegenheit durch eine Hauptversammlung verlangt. Die einzelnen Schreiben in dieser Sache wurden auch verlesen und alsdann erhielt Herr Wibelitz das Wort. Nach einigen Ansätzen, die wiederum in keiner Weise zur Entkräftigung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe dienen konnten, war die erwartete große Verteidigungsrede zu Ende. Der I. Vorsitzende bemerkte mit Recht, daß es bei diesem Beginnen überflüssig gewesen sei, die Versammlung mit einer solch unliebsamen Angelegenheit überhaupt zu behelligen. Nunmehr nahm Herr Dr. Siegmann das Wort zur Verteidigung von Wibelitz. Er kam aber vom Thema ab und führte Momente an, die durch die letzte Bestrafung von W. überholt waren, sodaß er mit seinen Ausführungen nicht viel Erfolg hatte. Von den „Alten-Herren“ sprach Herr Andernach, der frühere Vorsitzende von Dortmund 1896. Er schilderte, wie schon zu seiner Zeit Herr Wibelitz derjenige gewesen sei, der stets habe ermahnt und bestraft werden müssen. Herr Andernach brachte zum Ausdruck, daß der Vorstand nach Ansicht der gesamten „Alten-Herren“ die Bestrafung nach ganz einwandfreier Klärung der einzelnen Punkte und nach reiflicher Überlegung ausgesprochen habe, daß sie dann aber auch unantastbar sein müsse. Herr Dr. Brandt, der frühere technische Leiter, gab an, daß er trotz aller Unannehmlichkeiten die er mit Herrn Wibelitz gehabt habe, in der Verwaltungsausschußsitzung mit aller Energie für Herrn Wibelitz eingetreten sei. Herr Wibelitz habe ihm aber seine Bemühungen durch sein Benehmen in der Sitzung sehr schlecht gedankt. Herr Dr. Brandt führte weiter aus, daß er Herrn Wibelitz durch einen anderen Herrn den Rat gegeben habe, die Berufung zurückzunehmen, sich mit dem I. Vorsitzenden über die Sache auszusprechen und sich zu entschuldigen. Der betr. Herr habe den Rat zwar an Herrn Wibelitz weitergegeben, dieser habe ihn aber nicht befolgt. So müsse er denn nun auch das Unangenehme der öffentlichen Behandlung in der Versammlung auf sich nehmen. Herr Rechtsanwalt Koch gab an, daß er sich für die Bestrafung des Herrn Wibelitz hauptsächlich wegen seiner zersetzenden Arbeit in der Sportmannschaft eingesetzt habe. Er schilderte, wie W. immer wieder versucht habe, Kameraden zu unsportlichem Benehmen zu veranlassen. Seine Bestrafung sei gerecht und müsse bestehen bleiben. – Von Herrn Hartmann wurde Schluß der Debatte beantragt. Es sprachen noch die Herren Dr. Siegmann und Stahmer und dann wurde zur Abstimmung geschritten. Es war über folgende Frage zu entscheiden: „Ist die Versammlung mit der vom Verwaltungsausschuß ausgesprochenen Bestrafung des Herrn Wibelitz einverstanden oder nicht?“ Die Stimmzettel waren mit „ja“ oder „nein“ zu beschreiben. Abgegeben wurden 96 Stimmzettel. Die Zahl deckt sich mit den Eintragungen in der Teilnehmerliste. Es haben gestimmt:

  • 75 Herren mit „ja“,
  • 15 Herren mit „nein“,
  • 6 Herren haben nicht mitgestimmt.

Der I. Vorsitzende gab das Ergebnis bekannt und dankte der Versammlung für das Vertrauen. Die Versammlung habe damit zum Ausdruck gebracht, daß sie den vom Vorstand eingeschlagenen Weg billige. Herr Janssen von den „Alten-Herren“ gab der Hoffnung Ausdruck, daß Herr Wibelitz nach Ablauf der Sperrzeit als ein guter Schwimmkamerad zum Verein zurückkehren möge und brachte ein dreifaches „Gut-Naß“ auf den Verein aus.

Damit hatte die Berufungssache des Herrn Wibelitz, dem in dieser Angelegenheit schlechte Berater zur Seite gestanden haben, ihre Erledigung gefunden.

Unter Verschiedenes gab der I. Vorsitzende einen kurzen Überblick über die Sitzung des Stadtverbandes für Leibesübungen am 3. d.Mts. Als wichtig verdient festgehalten zu werden die Einstellung der zuständigen Behörden, worauf Arbeiten im Interesse des Sports (wie Bau oder Herrichtung von Sportanlagen etc.) nicht mehr unter den freiwilligen Arbeitsdienst fallen. Gegen diese Auffassung soll auch von unserer Seite Protest erhoben werden. Sodann gab der I. Vorsitzende davon Kenntnis, daß der Inhaber des „Nordstern“, Herr Osenberg, sich bereit erklärt habe, bei Veranstaltungen unseres Vereins die Garderobe kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Herr Rechtsanwalt Koch machte bekannt, daß noch Meldungen für den Kopfweitsprung für die Veranstaltung am 9. d.Mts. entgegengenommen werden. Weiter sprach Herr Rechtsanwalt Koch zu der „Badehosen-Not?-Verordnung“ und brachte folgenden Antrag ein: „Der Verbandsschwimmausschuß des D.S.V. wolle schnellstens durch das Innenministerium eindeutig feststellen lassen, das Veranstaltungen des D.S.V. insoweit nicht unter §1, Ziffer 3 der erläuternden Polizeiverordnung vom 29.9.32 (Preuß. Ges. Sammlung S. 324) fallen, als bei diesen Veranstaltungen Sportbadehosen getragen werden, die den Bestimmungen des D.S.V. entsprechen.“ Dieser Antrag fand einstimmige Annahme und wird durch den I. Schriftwart der zuständigen Stelle zugeführt.

Der I. Vorsitzende machte auf die am 23. d.Mts. stattfindenden Schwimmwettkämpfe der Berufsschulen aufmerksam. Er erwartet regen Besuch dieser Veranstaltung durch unsere Mitglieder.

Herr Pötter gab an, daß die Riege Börk inzwischen zu stark geworden sei und aufgeteilt werden müsse. Bei einer Neueinteilung möge man auf den Wunsch der alten Mitglieder der Riege Börk, bei ihrem alten Riegenführer zu bleiben, Rücksicht nehmen. Der Schwimmausschuß wird sich mit dieser Angelegenheit befassen.

Nach einer kurzen Aussprache über Bekanntmachung unserer sportlichen Veranstaltungen und deren Ergebnisse in den hiesigen Tageszeitungen wurde die Versammlung um 23.30 Uhr vom I. Vorsitzenden mit einem dreifachen „Gut-Naß“ auf unseren Verein geschlossen.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die Monatsversammlung am 3. November 1932 im Vereinsheim „Nordstern“.

Der I. Vorsitzende, Herr Bürmann, eröffnete die sehr gut besuchte Versammlung um 23.22 Uhr und gab sofort Herrn Brenner das Wort zu seinem angesetzten Vortrag.

Die Zuhörer werden sich wohl alle klar darüber gewesen sein, daß Herr Brenner durch die Ausarbeitung dieses alle Einzelheiten der Expedition erfassenden Vortrages im Interesse unseres Vereins ein gewaltiges Stück Arbeit geleistet hat. Der Vortrag selbst darf als vollständig gelungen bezeichnet werden. Herr Brenner versteht es, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Das gezeigte Bildmaterial war reichlich und vor allem gut, und, was den Vortrag besonders interessant machte, sehr geschickt zusammengestellt. Durch lang anhaltenden Beifall gab die Versammlung dem Vortragenden ihren Dank zu erkennen. Der I. Vorsitzende dankte Herrn Brenner noch besonders im Namen des Vereins für seine gewaltige Arbeit und Mühe und richtete die Bitte an ihn, uns gelegentlich auch über seine früheren Reisen, bzw. Bergpartien zu berichten.

Wegen der vorgeschrittenen Zeit wurde die Protokollverlesung bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt.

Die in der Verwaltungsausschußsitzung vom 17.10.32 aufgenommenen Mitglieder wurden bekanntgegeben, und soweit sie anwesend waren, von den Schwimmkameraden in der üblichen Weise begrüßt.

Der technische Leiter, Herr Rechtsanwalt Koch, verwies zu Anfang seiner Ausführungen bezüglich der sportlichen Ereignisse auf die Berichte in der Monatsschrift. Besonders machte er auf den Elternabend am 8. d.Mts. im Südbad aufmerksam und bat um regen Besuch seitens unserer Mitglieder.

Zu der verbandsoffenen Veranstaltung am 5. und 6. d.Mts. ist Herr Hewelke gemeldet worden, der seine Rennen gegen schwerste Gegner auszutragen hat.

Für die Lagenstaffel um den Wanderpreis des Oberbürgermeisters der Stadt Essen anläßlich der Veranstaltung von Aegir, Essen, am 13. d.Mts. ist die Mannschaft Schlüter, Beckmann und Hewelke gemeldet worden.

Der Kampf gegen Düsseldorf 09 wird voraussichtlich am 4.12. d.Js. in Düsseldorf steigen.

Unser Verein ist in der „Drei Besten“ erschienen und zwar in der 10×100 m Kraulstaffel an erster Stelle mit 11:19,5 vor Düsseldorf 09 mit 11:20 und dem Verein für volkstümliches Schwimmen, München, mit 11:29, ferner in der großen Schwellstaffel 100, 200, 400, 200, 100 m ebenfalls an erster Stelle mit 13:09,8.

Der Kreis IX (Westdeutschland) hat Wasserball-Städtespiele ausgeschrieben zum Zwecke der Erstarkung des Wasserball-Sportes, sowie um besonders spielstarke Teilnehmer für die Kreis- und Nationalmannschaft festzustellen. Für die Spiele kommen 5er Mannschaften infrage. Es sind 9 Städte teilnahmeberechtigt und zwar:

Gruppe I = Köln, Aachen, Krefeld,

Gruppe II = Duisburg, Düsseldorf, Wuppertal,

Gruppe III = Essen, Dortmund, Münster.

Wir werden uns an diesen Spielen beteiligen.

Herr Stahmer ist durch Wiederaufnahme seines Studiums in Berlin als Schwimmwart ausgeschieden. Eventuelle Ersatzwahl in der nächsten Monatsversammlung.

Als Kassenprüfer wurden vorgeschlagen und gewählt die Herren Teske und Stöwer. Beide Herren haben die Wahl angenommen.

Die Berufsschule hat unserem Verein ihren Dank ausgesprochen für unsere Mitwirkung bei der sportlichen Veranstaltung.

Ferner hat der Jugendherbergs-Vorstand seinen Dank abgestattet für den anläßlich des Werbetages von uns übermittelten Betrag von Mk 10,–.

In Ergänzung des Artikels „Die preußische Bade-Polizei-Verordnung“ in der Novemberausgabe unserer Monatsschrift verwies Herr Rechtsanwalt Koch auf die Ausführungen des Verbandsvorsitzenden, Herr Hase, im Schwimmer vom 3. d.Mts., mit welchen energievolles Einsetzen für die vorschriftsmäßige damalige Badehose des D.S.V. zugesagt wird. Der Dezernent des preußischen Innenministeriums glaubt zwar nicht an eine völlige Zurücknahme des Erlasses. Dagegen glaubt er versprechen zu können, daß das Innenministerium in einem direkten Schreiben dem Deutschen Schwimmverband die Mitteilung machen werde, daß die Verfügung im Sinne des D.S.V. gehandhabt werden soll, und daß die nachgeordnete Polizeibehörde auf diesen Erlaß des Ministeriums hingewiesen werden könne, falls sie die Verfügung gar zu wörtlich befolgt sehen möchte.

Schluß der Versammlung um 23.55 Uhr mit einem dreifachen Gut-Naß auf unseren Verein.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

 

Bericht über die Monatsversammlung am 1. Dezember 1932 im Vereinsheim „Nordstern“

Eröffnung pünktlich um 21.15 Uhr durch den I. Vorsitzenden, Herrn Bürmann.

Das Protokoll der Versammlung des Vormonats wurde verlesen und genehmigt.

Die in der Verwaltungsausschußsitzung vom Monat November aufgenommenen Mitglieder wurden bekanntgegeben und, soweit sie anwesend waren, von den Schwimmkameraden in der üblichen Weise begrüßt.

Nach Erledigung des Punktes 3 der Tagesordnung erhielt der technische Leiter, Herr Rechtsanwalt Koch, das Wort zu seinem Bericht. Er machte zunächst auf seine Ausführungen in der Monatsschrift aufmerksam und gab weiter bekannt, daß der Jugendklubkampf gegen Bochum am 19. d.Mts. in Bochum steigen soll. Der Kampf gegen Düsseldorf findet in diesem Jahre nicht mehr statt. Als neuer Termin ist der 8. Januar 1933 genannt worden und zwar soll der Kampf möglichst auf der Basis des großen Verbandswettkampfes ausgetragen werden. Der Schwimmausschuß wird sich mit der Angelegenheit weiter befassen. Es ist beabsichtigt, einen Kampf gegen die D.T. auszutragen auf einer Grundlage, die der D.T. entspricht. Auch diese Sache wird der Schwimmausschuß weiter behandeln.

Bezüglich des Vereinsabends mit Damen gab der I. Vorsitzende bekannt, daß anstelle des Sonntag-Abend-Stammtisches im Ratskeller an jedem ersten Sonntag im Monat ein Vereinsabend im Nordstern stattfinden soll. Unser Walter Willich hat sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, den musikalischen Teil zu übernehmen. Alle Mitglieder des Vereins werden gebeten, sich den ersten Sonntag im Monat für die Neueinrichtung freizuhalten.

Herr Bergmann machte erneut darauf aufmerksam, daß es mit Rücksicht auf die Erhaltung der Inserenten unserer Monatsschrift unbedingt notwendig sei, daß sich die Mitglieder bei ihren Einkäufen als Westfalenmitglieder zu erkennen geben.

Herr Bork sprach über den Schwimmunterricht an den Dienstag-Abenden und gab an, daß bei der außerordentlich großen Beteiligung ein geordneter und durchgreifender Unterricht nicht erteilt werden könne. Er machte den Vorschlag, den Schwimmunterricht in der Folge in festen Kursen zu erteilen, sodaß während der Dauer eines Kursusses stets dieselben Schüler unterrichtet werden könnten. Eine bestimmte Zeitdauer soll für die einzelnen Kurse nicht festgesetzt werden. Nach der Aufnahme neuer Schwimmschüler sollen die Eltern benachrichtigt werden, daß die Aufnahme zwar getätigt sei, der Junge aber erst zum nächsten Schwimmkursus zugelassen werden könnte. Verschiedene andere Vorschläge vermochten nicht durchzudringen. Der Vorschlag Bork wurde bei der Abstimmung mit allen Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen.

Damit war der Stoff der letzten Monatsversammlung dieses Jahres erschöpft.

Mit den besten Wünschen für das kommende Weihnachts-und Neujahrsfest an alle Mitglieder und einem dreifachen Gut Naß auf unseren Verein wurde die Versammlung um 22.40 Uhr vom I. Vorsitzenden geschlossen.

Paul Bürmann J. Grosber

I. Vorsitzender I. Schriftführer

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