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Uwe Weckelmann

Bericht über die Jahreshauptversammlung am 19. Januar 1935 im Vereinsheim „Nordstern“

Die sehr gut besuchte Versammlung wurde um 20,45 Uhr vom Vereinsleiter, Herrn Bürmann, eröffnet.
Vor Eintritt in die für diese Versammlung festgelegte Tagesordnung stand die Zulassung eines Dringlichkeitsantrages zur Abstimmung, eine Satzungsänderung betreffend. Der Vereinsleiter gab hierzu an, daß der Reichsbund für Leibesübungen eine Mustersatzung herausgegeben habe, die in der angegebenen Form für alle Sportvereine Gültigkeit haben soll.
Es können jedoch in dieser Satzung besondere Punkte der einzelnen Vereinssatzungen hinzugefügt werden.
Bemerkenswert sei, daß die neuen Mustersatzungen im wesentlichen mit unseren bisherigen Satzungen übereinstimmten, weshalb Änderungen, außer den Zusätzen, kaum notwendig werden würden. Der Versammlungsbeschluß müsse aber herbeigeführt werden,
um eine kostenlose Eintragung in das Vereinsregister zu erreichen. Zu der Angelegenheit selbst wurde aus der Versammlung heraus das Wort nicht gewünscht.
Die darauf folgende Abstimmung brachte den einstimmigen Beschluß der Zulassung des Dringlichkeitsantrages.
Es folgte nunmehr die Verlesung der Niederschrift der Mitglieder-Pflichtversammlung vom 4. Okt. d.Js. Form und Inhalt derselben wurden genehmigt.
Anschließend hieran konnte der Vereinsleiter eine Reihe neuer Mitglieder bekanntgeben. Soweit dieselben anwesend waren, erfolgte Begrüßung durch die Versammlungsteilnehmer in bekannter Weise.
Zum Punkt „Zahlung der Beiträge“ machte der Vereinsführer darauf aufmerksam, daß es dringend notwendig sei, auf pünktliche Beitragszahlung erhöhten Wert zu legen. Wo bei dem einen oder anderen Mitglied Schwierigkeiten in der Zahlung auftreten sollten, sei entsprechende Meldung erforderlich, damit unter Berücksichtigung der sich ergebenden besonderen Umstände eine Sonderbeitragsregelung vorgenommen werden könne.
Nunmehr folgten die Berichte des Vereinsführers, des sportlichen Leiters und des Jugendleiters. Dieselben können ihres Umfanges wegen hier nicht wiedergegeben werden, sie erscheinen jedoch in der angegebenen Reihenfolge in den nächsten Vereinszeitungen.
Zu den vom Jugendleiter in seinem Bericht geäußerten Wünschen, Verbesserungen im Südbad usw. betreffend, konnte der sportliche Leiter, Herr Dr. Brandt, bekanntgeben, daß die Badeverwaltung 15 Freiabonnements bis 1936 zur Verfügung gestellt habe, um talentierten Schwimmern und Springern kostenloses Training zur Vorbereitung für die Olympiade zu ermöglichen.
Außerdem wird an jedem Sonnabend von 20,30–22 Uhr das Nordbad zum Preise von Mk. 10.– zu Trainingszwecken zur Verfügung gestellt. Ferner ist die 25 m Bahn für das Südbad genehmigt worden. Der Einbau der Bahn wird im Laufe des kommenden Sommers bei der geplanten allgemeinen Renovierung vorgenommen werden.
Dem nunmehr folgenden Bericht des I. Kassenwartes, Herrn Bergmann, war zu entnehmen, daß auch im Jahre 1934 eine teilweise Überschreitung der Etatposten nicht vermieden werden konnte. Die Mehrausgaben wurden begründet mit einer Reihe unvorhergesehener Pflichtabgaben, sowie mit Mehraufwendungen, die im Interesse der Kameradschaft und des ganzen Vereins notwendig waren.
Der Jahresabschluß zeigte folgendes Bild:

Anfangsbestand 1934  Mk. 8116,14
Einnahmen 1934 MK. 6565,98
zusammen  Mk. 14682,12
Ausgaben 1934 Mk. 7863,36
Bestand  Mk. 6818,76

Das Gesamtvermögen des Vereins stellt sich auf:
a) Kassenbestand lt. Buch Mk. 6818,76
b) Inventar lt. Aufstellung MK.  286,55
c) Schuldner lt. Rückstandsliste MK. 144,69
zusammen Mk. 7250,–
Von den Kassenprüfern sprach Herr Nörper über die vorgenommene Revision der Kasse. Er betonte, daß eine eingehende Prüfung vorgenommen sei, die Beanstandungen irgendwelcher Art nicht ergeben habe. Bücher und Belege seien in tadelloser Ordnung
vorgefunden worden. Die Buchführung sei sauber und übersichtlich. Herr Nörper ging noch auf die Beitragszahlung ein, die für die Kassenwarte eine große Arbeit bedeute und zwar deshalb, weil auch heute noch eine große Anzahl Mitglieder sich immer wieder mahnen ließen. Er bat alle Mitglieder, nun endlich dazu überzugehen, durch monatliche Abführung des Beitragsanteiles den Kassierern die Arbeit erleichtern zu helfen. Der gestellte Antrag auf Entlastung fand einstimmige Annahme.
Es stand nunmehr der Punkt 9 der Tagesordnung „Neuwahl des Vereinsleiters“ zur Besprechung. Hierzu nahm der Vereinsleiter, Herr Bürmann, das Wort und gab unter ungeheurer Spannung der Versammlungsteilnehmer Kenntnis von seinem beschlossenen Rücktritt als Vereinsführer. Die Gründe, die er anführte, waren schwer und wichtig und wenn ein Vereinsführer vom Schlage Bürmann seinen Rücktritt damit begründet, dann gibt es keinen Widerspruch. Zu reiflich ist die Sache überlegt und das Durchringen zu diesem Entschluß hat mehr als einen erbitterten Kampf gekostet. Hier tritt ein Mann von seinem Posten zurück, den reinen Idealismus aber auch nichts anderes veranlaßt hat, in jahrelanger unermüdlicher Arbeit alles das für den Verein zu tun, was ihn unvergessen macht. Der Schwimmverein „Westfalen“ wird ihm seine Treue immer danken. Der Einspruch bzw. der Versuch einiger Mitglieder, in letzter Minute Herrn Bürmann umzustimmen, konnte nichts an der Tatsache ändern, daß der Schwimmverein „Westfalen“ einen neuen Vereinsleiter zu bestimmen hat. Von Herrn Bürmann wurde der bisherige Jugendleiter, Herr Stöwer, als sein Nachfolger in Vorschlag gebracht. Bei der nachfolgenden Abstimmung ergab sich einstimmige Annahme
des Vorschlages. Somit ist Herr Stöwer neuer Vereinsleiter. Er nahm sofort das Wort und stellte der Versammlung nochmals dar, welch heftige Kämpfe es Herrn Bürmann gekostet habe, sich zu dem Entschluß, seinen Posten aufzugeben, durchzuringen. Mit wieviel Liebe gerade Herr Bürmann am Verein gehangen hat, das wissen am besten die, die häufig mit ihm zusammenkamen
und seine Arbeit für den Verein kannten. Es wissen aber auch alle „Westfalen“ von unseren Zusammenkünften, Ausflügen und Veranstaltungen, zu deren Gelingen Herr Bürmann stets den Löwenanteil für sich buchen konnte. Ein Trost, so fuhr der neue
Vereinsführer fort, sei dem Verein geblieben, und zwar die Hoffnung auf seine Rückkehr als Vereinsleiter, wenn alles das, was heute hemmend wirkt, einmal beseitigt sei.
Und weiter ging die Tagesordnung.
Der neue Vereinsleiter bestimmte zu seinen Mitarbeitern:
Geschäftsführer und I. Schriftwart: Herrn Jakob Grosber,
I. Kassenwart Herrn Otto Bergmann,
Stellvertreter des Vereinsleiters Herrn Dr. Hermann Brandt
Sportlicher Leiter Herrn Dr. Hermann Brandt
Besonderer Mitarbeiter Herrn Karl Löhr
II. Schriftwart Herrn Theo Sommer
II. Kassenwart Herrn Heinz Alting
Schwimmlehrer Herrn Otto Bork
Schwimmlehrer Herrn Fritz Bierbrodt
Schwimmlehrer Herrn Otto Iffland
Schwimmlehrer Herrn Erich Neuse
Zeitungswart Herrn Emil Curland
Rettungswart Herrn Erich Neuse
????wart Herrn Jakob Stöwer
Werbewart Herrn Jakob Grosber
Jugendleiter Herrn Rudolf Linke
Stellvertreter des Jugendleiters Herrn Fritz Bierbrodt
Jugendkassenwart Herrn Hans Schulte
Sachwalter Herrn Justus Handschuhmacher
Mit besonderen Aufgaben betreut Herrn Edwin Biefer
Mit besonderen Aufgaben betreut Herrn Paul Bürmann
Mit besonderen Aufgaben betreut Herrn Gustav Dreyer.
Zum Punkt 10 gab der Kassenwart, Herr Bergmann, den Haushaltplan für das Jahr 1935 wie folgt bekannt:

a) Einnahmen:  
Beiträge (Herren-Abteilung) Mk. 2750.–
Beiträge (Jugend-Abteilung) Mk. 350.–
Zinsen und sonstige Einnahmen Mk. 250.–
zusammen  Mk. 3350.–
b) Ausgaben:  
Verbands- pp. Beiträge Mk. 650.–
Fahrtauslagen für Sportmannschaft Mk. 750.–
Sportliche Veranstaltungen Mk. 100.–
Gesellige Veranstaltungen  Mk. 500.–
Inventar-Anschaffungen  Mk. 100.–
Monatsschrift  Mk. 500.–
Sonstige Kosten Mk. 750.–
zusammen  Mk. 3350.–

Die für Punkt 11 vorgesehene Filmvorführung konnte nicht stattfinden, da der Film nicht zu haben war. Dieselbe soll evtl. später nachgeholt werden.
Unter Punkt „Verschiedenes“ machte der I. Kassenwart, Herr Bergmann, bekannt, daß unsere Vereinszeitung in der bisherigen Ausführung leider nicht weiter erscheinen könne, weil der hierfür erforderliche Zuschuß nicht mehr aufzubringen sei. Alle nur gangbaren Wege seien gegangen worden, um die Umänderung zu verhindern. Alles aber habe nichts genutzt. Die Umstellung der Zeitung sei daher beschlossene Sache. Inhaltlich dagegen würde die Zeitung gleichwertig bleiben, weshalb die Vereinsleitung
hoffen dürfe, daß alle Mitglieder sich ohne weiteres mit dieser nicht zu umgehenden Änderung einverstanden erklären würden.
Nunmehr stand der Dringlichkeitsantrag, die Satzungsänderung betreffend, zur Besprechung. Der Vereinsleiter erwähnte nochmals, daß es sich hier um die Übernahme der vom Reichsbund für Leibesübungen herausgegebenen Mustersatzung handele, die für alle Sportvereine Gültigkeit hat und sich im allgemeinen mit dem Inhalt unserer bisherigen Satzung deckt.
Diese Satzungen müssen durch notwendig erscheinende, interne Vereinsfestlegungen ergänzt werden.
Zu der Angelegenheit wurde das Wort nicht gewünscht, sodaß sofort zur Abstimmung geschritten werden konnte. Hierbei konnte einstimmige Annahme des Dringlichkeitsantrages seitens der Versammlungsteilnehmer festgestellt werden.
Anschließend folgte noch eine Reihe kleinerer Anfragen, die vom Vereinsleiter sämtlich sofort erledigt werden konnten.
Nachdem alles bereinigt war, nahm der Vereinsleiter das Wort zu den Schlußausführungen. Er sagte etwa folgendes:
„Kameraden! Der heutige Tag hat mich zum Leiter eines Vereins bestimmt, der Tradition hat. Ganz besonders freut es mich, daß die heutige Versammlung von Mitgliedern besucht ist, die zu den Gründern des Vereins, bzw. zu seinen ältesten Mitgliedern gehören. Das Vertrauen, welches mir durch die Wahl geschenkt worden ist, hat mich tief erschüttert aber auch herzlich gefreut. Sie dürfen versichert sein, daß ich die Stunde nie vergessen werde, in der Ihr Ruf mich bestimmt hat, der Nachfolger unseres lieben Paul zu werden. Wir können ihm bei seinem vorläufigen Scheiden als Vereinsleiter nicht besser danken, als wenn wir ihm versprechen,
den Verein in seinem Sinne weiter zu führen, das heißt: In alter Westfalentreue unerschütterlich zum Verein stehen, bereit, Freud und Leid mit ihm zu tragen. Zu jeder Zeit und Stunde helfend eingreifen, wo es not tut und ihm durch unermüdliche Arbeit wieder zu seiner alten stolzen Höhe emporführen.“ Hierzu müssen alle beitragen, niemand darf sich abseits stellen, jeder an seinem Platz kann gewinnbringende Arbeit leisten. Und so muß es gehen: Aufwärts zum Licht und zur Größe zum Wohle unseres heißgeliebten deutschen Volkes und Vaterlandes.
Es folgte nun ein dreifaches Sieg-Heil auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Anschließend wurde je der erste Vers des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes gesungen.
Damit war der offizielle Teil der Versammlung beendet. Mit einem dreifachen Gut-Naß auf unseren Verein wurde die Versammlung um 23,50 Uhr geschlossen.

Jakob Stöwer Grosber
Vereinsleiter. I. Schriftwart.

Bericht über die Mitgliederversammlung am 4. April 1935 im Vereinsheim „Nordstern“

Der Vereinsführer, Herr Stöwer, eröffnete um 21,45 Uhr die nicht gerade gut besuchte Versammlung und hieß die Erschienenen
willkommen.
2 Punkte, nicht auf der Tagesordnung stehend, wurden von Herrn Stöwer als Erstes erwähnt, und zwar lobte er in sehr schönen Worten die durch unseren Führer und Volkskanzler eingeführte Wehrhoheit. Adolf Hitler hat durch diese große Tat dem deutschen Volke das neugeschmiedete Schwert wieder in die Hände zurückgegeben, damit ein jeder in selbstloser Hingabe seinen Mann stehe und so solle es auch bei uns im Privatleben sein, fuhr Herr Stöwer fort und leitete damit über zu den Reichsolympiaprüfungswettkämpfen in Düsseldorf. Es habe zeitweise im Deutschen Schwimmsport so ausgesehen, führte der Redner an, als ob wir die Leistungen der Amerikaner und Japaner nicht erreichen würden, denn diese beiden Nationen
warteten stets mit ganz hervorragenden Ergebnissen auf, die in Deutschland, so schien es, niemals geschwommen werden
könnten. Aber es ist doch anders gekommen, durch die hervorragende Arbeit einiger tüchtiger beherzter Männer wurde
eine Anzahl prädestinierter Schwimmer zusammengezogen – auch von unserem Verein sind 2 Mitglieder dabei – und der Erfolg bleibt, wie ihn Düsseldorf schon gezeigt hat, bestimmt nicht aus.
Das Protokoll der Jahreshauptversammlung wurde nicht verlesen, da der ausführliche Bericht bereits in den letzten Ausgaben unserer Mitteilungen erschienen ist. Der Vereinsführer gab hierauf die Neuaufnahmen bekannt und betonte daran anschließend, daß unbedingt darauf aufmerksam gemacht werden müsse, die neuen Mitglieder unter allen Umständen mit zur Versammlung
zu bringen. Sodann brachte Herr R. Linke einen äußerst interessanten und wahrlich sehr schmackhaften Vortrag über
die Geschehnisse in Düsseldorf am 16. und 17. März ds.Js. Eine aufmerksame Zuhörerschar folgte den Ausführungen des Redners, der außerdem von dem Können einiger Schwimmergrößen, deren Gewohnheiten und Eigenheiten sprach, sowie über das Thema „Alt und Jung im Sport“. – Durch kurze Beispiele erläutert – auch von dem Spezialtraining unserer Kernmannschaft, zu berichten wußte. Starker Beifall bewies Herrn Linke zum Schluß den Dank der Versammlung.
Herr Dr. Brandt sprach über die sportliche Arbeit im Monat April und erwähnte zunächst den am 13. und 14. April 1935 stattfindenden Springerlehrgang unter Leitung des Herrn Kefer. Auf die Wichtigkeit des Lehrganges wurde ganz besonders hingewiesen. Diese Veranstaltung ist auch für diejenigen von großer Bedeutung, die vorhaben, ein Kampfrichter-Amt zu übernehmen. Der Besuch wurde allen Mitgliedern der Ausführungen wegen dringend empfohlen. Der Eintritt zu dem Filmvortrag am Sonnabend beträgt 20 Rpfg. und für Sonntag nur in Höhe des Sportgroschens. Der Beginn dieses Lehrganges ist
aus dem Terminkalender des Vormonats ersichtlich. Am 28.4. steigt im Nordbad eine Veranstaltung des Gaues der Jugend, offen für sämtliche drei Klassen. Wenn auch, erklärte Herr Dr. Brandt, für uns hieraus kein Nutzen entsteht, so wird dieses Jugend-Fest dem Gau 9 nur Früchte bringen. Da Herr Neuse nicht anwesend war, wurde sein Vertreter, Herr Bierbrodt, mit der Bestellung der
erforderlichen Ordner, für 1 Uhr zur Halle, bestimmt. Der Klubkampf gegen Witten am 11.4. wird der Kosten wegen während des Übungsbetriebes durchgeführt. Der Monat Mai läßt als Übergangsmonat einen festen Übungsplan noch nicht zu, trotzdem soll mit dem Schwimmen im Freien möglichst früh begonnen werden. In der Halle bleibt der Übungsbetrieb für die Jugend des Dienstags
und für die Sportmannschaft des Donnerstags auch während der Sommermonate bestehen.
Die Verlesung eines Vortrages vom Verbandsschwimmwart Brenitz über: „Grundlagen der modernen Schwimmtechnik“ musste ausfallen wegen zu geringer Beteiligung der Wettkämpfer an der Versammlung. Herr Dreyer wird versuchen, vom Schwimmer-Verlag eine Anzahl Exemplare dieses Vortrages zu bekommen, die dann bei den Interessenten zirkulieren sollen.
Herr Stöwer teilte zu Punkt 7 der Tagesordnung mit, daß neben dem bestehenden Beirat auch noch ein Ältestenrat gewählt werden müsse. Dieser soll nach § 12 der neuen Satzungen aus dem Vereinsführer, seinem Stellvertreter und drei weiteren Mitgliedern bestehen. Es wurden einstimmig gewählt die Schwimmkameraden O. Gosemann, O. Weinhold und E. Wesberg für die Dauer von 3 Jahren.
Die Schränke im Stadion-Raum werden wieder neu vergeben, die Mietgebühr beträgt Mk. 2.– und ist bei der Bestellung sofort an Herrn Justus Handschuhmacher zu entrichten. Anläßlich des Todes von Herrn Bürmanns Vater treffen sich die Vereinsmitglieder
zur Teilnahme an der Beerdigung am Freitag, dem 5.4.35 um 11,45 Uhr bei Vogell, Münsterstraße. Um rege Beteiligung wurde gebeten. Herr Stöwer sprach Herrn Cording zu seiner Silberhochzeit die besten Glückwünsche aus und gratulierte gleichzeitig Herrn K. Schlüter zur Geburt seines Sohnes Peter Rudolf, sowie Herrn W. Kohaupt zu seinem Töchterchen Eva.
Des weiteren konnte er unserem Mitglied Herrn Franz Buchholz den Lehrschein der D.L.R.G. überreichen.
In diesem Sommer findet wieder ein Vereinsausflug statt. Der Vereinsführer bat, in der nächsten Versammlung geeignete Vorschläge hierüber zu bringen.
Dann sprach Herr Dr. Brandt zu den olympischen Spielen 1936 in Berlin und erwähnte, daß es angebracht sei, schon jetzt Eintrittskarten für das Schwimmstadion zu bestellen, da die Nachfrage sehr stark sei, und zwar solle der Verein den ganzen Betrag vorlegen.
Hierauf gingen von den folgenden Mitgliedern Bestellungen
ein, für je eine Karte: O. Bergmann, O. Bork, J. Brenner, K. Cording, Fr. V. Geibel, W. Kohaupt, K. Löhr, Th. Lange, E. Neuse, V. Osburg, K. Schlüter, H. Schulte, E. Wesberg;

für je zwei Karten: Dr. Brandt, Fr. Bierbrodt, Fr. Breme, Paul Bürmann, W. Johann, A. Korte, H. Lövemel, K. Schenk, J. Stöwer;

für je 3 Karten: R. Linke

und für je 4 Karten: G. Dreyer.
Diesen Herren wird das sog. Vorkaufsrecht eingeräumt.
Es wurde beschlossen, 40 Karten für den II. Platz à Mk. 30.– zu bestellen. Die Karten sind unbedingt vorher, spätestens 3 Monate vor Beginn der olympischen Spiele, zu bezahlen, andernfalls erlischt jeder Anspruch, die Aushändigung erfolgt erst nach vollständiger Regulierung. Bei dieser Gelegenheit wurde allen „Berlin-Fahrern“ die von Herrn Schenk geführte „Olympia-Sparkasse“ zur fleißigen Inanspruchnahme sehr empfohlen. Herr Dreyer übernimmt die Regelung der Quartierfrage.
Damit war die Tagesordnung beendet.
Mit einem dreifachen Gut-Naß auf unseren Verein wurde die Versammlung um 24 Uhr geschlossen.

Jakob Stöwer i. Auftr. Stöwer
Vereinsleiter. II. Schriftwart.

Bericht über die Mitgliederversammlung am 6. Juli 1935 im Vereinsheim „Nordstern“

Die gut besuchte Versammlung wurde um 20,45 Uhr durch den Vereinsleiter, Herrn Stöwer, eröffnet, der zunächst die aufgenommenen Mitglieder bekannt gab. Soweit dieselben anwesend waren, erfolgte ihre Begrüßung in alter Westfalenweise.
Anschließend hieran wurde vom Vereinsleiter ein Beschluß der letzten Beiratssitzung verlesen, nach welchem neu aufgenommene Mitglieder an der nächsten ihrer Aufnahme folgenden Mitgliederversammlung teilnehmen müssen, da die Vereinsführung Wert darauf legt, die neuen Mitglieder kennen zu lernen. Bei unentschuldigtem Fernbleiben erfolgt nochmals eine besondere Einladung zu der darauf folgenden Versammlung. Erscheint das neue Mitglied auch zu dieser nicht, kann seine Aufnahme rückgängig gemacht
werden. Der Vereinsführer bittet alle Mitglieder, bei etwaigen Aufnahmen auf diesen Beschluß besonders hinzuweisen.
Sodann gab der Vereinsführer bekannt, daß sowohl die heutige, als auch die kommenden Versammlungen möglichst kurz gestaltet werden sollen, damit noch einige Zeit zum kameradschaftlichen Beisammensein verbleibt.
Der technische Leiter, Herr Dr. Brandt, sprach zunächst über den stattgefundenen Verbandskampf in Gladbeck. Dieser Kampf habe klar gezeigt, daß wir sportlich zur Zeit nicht groß sind. Die Wettkampfmannschaft mußte eine sehr scharfe Kritik des technischen Leiters über sich ergehen lassen, der vor allem die schwache Haltung der einzelnen Sportler im Wettkampf sehr bedauerte. Er führte zum Vergleich an, wie früher die Wettkampfmannschaft unter bedeutend erschwerten Umständen und eigenen finanziellen
Opfern für die Farben ihres Vereins alles auf „Sieg“ gesetzt hätten. Nur mit diesem Geist seien die früher errungenen großen Erfolge überhaupt möglich gewesen. Er hob auch besonders die erzieherischen Leistungen der Teilnehmer an den Kämpfen der „Alten-Herren“ in Gladbeck hervor, die der Jugend ein glänzendes Vorbild seien. Der Ausgang des Kampfes in Gladbeck habe ihn veranlaßt, für das Gaufest in Lüdenscheid nur geringe Meldungen abzugeben.
Gemeldet sind für Lüdenscheid:
Schwimmkamerad Balcke für die Einzelmeisterschaft in 200 m Brust,
Schwimmkamerad Bachmann für die Einzelmeisterschaft in 400 und 1500 m Kraulmeisterschaften.
Die 4 mal 100 m Kraulstaffel ist besetzt mit den Schwimmkameraden Handschuhmacher, Bachmann, Mühle und Marx.
Die Lagenstaffel wird geschwommen von den Schwimmkameraden Handschuhmacher, Mühle und Bachmann.
An dem Springen beteiligt sich Schwimmkamerad Kleinsorg, der kürzlich bei der Austragung der Studentenmeisterschaft den dritten Platz im Springen belegen konnte.
Am 28. Juli d.Js. veranstaltet der Schwimmverein „Blau-Weiß“ Bochum, eine schwimmerische Veranstaltung in der Ruhr, die von uns beschickt wird. Für die deutschen Meisterschaften am 11.8. ds.Js. in Plauen sind noch keine Meldungen abgegeben worden. Das Ergebnis des Gaufestes in Lüdenscheid soll zunächst abgewartet werden. Anläßlich der Einweihung eines Bades in Werdohl am 21. Juli d.Js. finden Klubkämpfe statt. Über unsere Teilnahme kann noch nichts gesagt werden.
Bezüglich der Übungsabende gab Dr. Brandt an, daß die Dienstag-Abende sehr gut besucht würden. Auch der Riegenbetrieb an den Donnerstagen sei stärker geworden. Die Aufstellung einer dritten Riege müsse in Erwägung gezogen werden. Notwendig sei zur Durchführung eines geordneten Riegenbetriebes, daß alle die Übungsstunden besuchenden Mitglieder sich einer Riege anschließen. Dr. Brandt schloß seine Ausführungen mit einem Apell an alle Mitglieder, sich stets und an jeder Stelle für unseren Verein einzusetzen, damit auch der sportliche Weg wieder nach oben gehe.
Der Vereinsführer sprach anschließend hieran über die Werbung im Verein. Dies sei eine Angelegenheit, die alle Mitglieder angehe. Der Vereinsführer erinnerte an die schweren Jahre, die der Verein habe über sich ergehen lassen müssen. Jahre, in denen die Erwerbslosigkeit und der wirtschaftliche Niedergang unsere Reihen gelichtet haben. Nichts aber sei stark genug gewesen, die
Treue der verbleibenden Mitglieder zum Verein zu erschüttern. Jetzt aber sei es an der Zeit, ganz ernstlich einen Vorstoß zu
unternehmen, um das Vereinsfundament weiter auszubauen und neu zu festigen. Dies sei aber nur durch die Mitarbeit aller Schwimmkameraden möglich. Neue Wege seien eingeschlagen und besprochen, die den Auftrieb des Vereins fördern sollten. Er hoffe, daß jeder an seinem Platz seinen Teil dazu beitragen werde, unseren Verein zur alten stolzen Höhe zurückzuführen. Der Vereinsführer kam dann auf einige Schwimmkameraden zu sprechen, die sich ganz hervorragend und vorbildlich im Verein betätigen. Es sind dies die Herren: Bork, Neuse, Bierbrodt, Iffland und unser Jugendleiter Herr Linke. Über ihre Tätigkeit dringt nur ganz selten einmal etwas an die Öffentlichkeit und doch sind sie immer zur Stelle, wenn es gilt, für den Verein zu arbeiten. Der Verein fühlt in seinem Bestande, in seiner Gesamtheit ihre Tätigkeit, die fördernd, aufbauend und festigend wirkt. Der Vereinsleiter sprach den Herren den besonderen Dank des Vereins aus. Unser Schwimmkamerad Iffland hat den Lehrschein, die höchste Auszeichnung der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft, erworben. Die Auszeichnung wird ihm mit einem Anschreiben zugestellt, da er verhindert ist, an der Versammlung teilzunehmen. Der Verein hat zur Teilnahme an der Olympiade im
kommenden Jahre für seine Mitglieder Karten bestellt und zwar gültig für die Zeit vom 8. bis 15.8.1936. (Die Zeit der
Schwimmwettkämpfe.) Die Karten haben Gültigkeit für Sitzplatz 2 und kosten Mk. 30.–. Für die Abnahme sind besondere Bedingungen zusammengestellt, die in der Vereinszeitung bekannt gegeben werden. Interessenten müssen sich umgehend melden, damit die Abnahme der Karten gesichert ist. Es wurde bekannt gemacht, daß der Stammtisch „Die Unentwegten“ aus eigener Sammlung einem besonders tüchtigen Jugendlichen, der schwimmerisch nicht der Beste zu sein braucht, die Teilnahme an der Olympiade ermöglichen wird. Schwimmkamerad Lehmann führte Klage darüber, daß einige Schulen den Schwimmunterricht noch nicht in ihren Stundenplan aufgenommen haben. Die Angelegenheit soll dem Fachamt zur Weiterbearbeitung zugeleitet werden.
Schwimmkamerad Cording war der Ansicht, daß die Aufstellung einer dritten Riege an den Donnerstagen nicht notwendig sei. Es wurde festgelegt, dem technischen Leiter die Regelung dieser Sache zu überlassen. Nach einer hierauf folgenden Aussprache über den Kampfgeist unserer Sportler im Wettkampf, eingeleitet vom Schwimmkameraden Marx auf Grund der vorher gemachten Ausführungen des technischen Leiters, in der eine Reihe alter Sportschwimmer zu Wort kam und bei welcher Gelegenheit Dr. Brandt nochmals seinen Standpunkt ganz eindeutig festlegte, wurde die Versammlung um 22,10 Uhr mit einem dreifachen Gut-Naß auf unserern Verein geschlossen.

Jakob Stöwer Grosber
Vereinsleiter. I. Schriftwart.

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