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Uwe Weckelmann

Bericht über die Jubiläums-Jahreshauptversammlung am 25. Januar 1936 im Vereinsheim „Nordstern“

Zu Beginn der Versammlung, um 20,45 Uhr, konnte der Vereinsführer, Herr Stöwer, eine außerordentlich hohe Besucherzahl begrüßen.
Über der Versammlung lag Festesstimmung, galt es doch, den 41. Geburtstag unseres lieben S.V. „Westfalen“ zu begehen. Von nah
und fern waren alle gekommen. Alt und jung gab sich ein Stelldichein.
Die Schwimmer waren unter sich.
Zunächst der offizielle Teil, der mit Rücksicht auf den zweiten Teil des Abends mit Absicht kurz gehalten war und nur die Pflichtpunkte behandelte, die satzungsgemäß erledigt werden mußten.
Nach herzlichen Begrüßungsworten leitete der Vereinsführer über zu seinem Bericht, der ungekürzt in unserer Vereinszeitung
wiedergegeben wird.
Keine schönen Worte, sondern klare Angaben über das Gesamtgeschehen im letzten Jahr, über Einzeleinsätze, über die Tätigkeit all derer, die an irgendeiner Stelle, häufig still und wenig nach außen kommend, immer freudig ihre Pflicht versehend, gewirkt haben, über neue Ziele, neue Aufgaben, alles nur im Sinne unseres herrlichen Führers und im Interesse unseres heißgeliebten deutschen Vaterlandes, so zog der Geschäftsbericht an den stillauschenden Teilnehmern dieser besonderen Versammlung vorüber. Eine kurze Unterbrechung, unserem lieben, leider so früh verstorbenen Fredy Marx gewidmet. Das Lied vom guten Kameraden klingt leise durch den Raum. Die ergreifende Melodie zieht alle in ihren Bann. „Fredy Marx“, so ruft der Vereinsführer, „der Schwimmverein
Westfalen wird dich nicht vergessen.“ Auch das neue Geschäftsjahr, in welches die Olympiade fällt, soll ganz im Zeichen weiterer Aufbauarbeit stehen. Unermüdlich soll weiter geschafft werden, wie der Führer es bestimmt und uns vorlebt. Unermüdliche Arbeit, jeder an seinem Platz, ist Dienst am Volk und Vaterland, ist Pflicht eines jeden wirklich deutschen Volksgenossen.
Durch lang anhaltenden Beifall dankten die Versammlungsteilnehmer dem Vereinsführer für seine Ausführungen.
Unser erster Kassenwart, Herr Bergmann, gab den Kassenbericht. Zahlen reihten sich an Zahlen und dann konnte der Kassenwart bekanntgeben, daß nach langer Zeit einmal wieder ein kleiner Überschuß zu verzeichnen war.
Es soll auch an dieser Stelle besonders zum Ausdruck kommen, daß dieser Erfolg in erster Linie auf das Konto unserer hervorragenden Kassenwarte zu buchen ist, die unverdrossen ihre gewiß nicht angenehme Tätigkeit ausüben und immer das Wohl des Vereins allem anderen voransetzen.
Den Bericht der Kassenprüfer gab Herr Siegfried Schmidt. Er führte aus, daß er zusammen mit dem Schwimmkameraden Alfred Tilly die Prüfung der Kasse vorgenommen habe. Irgendwelche Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Die Bücher, Belege und alle sonstigen Unterlagen waren in bester Verfassung. Herr Schmidt stellte den Antrag auf Entlastung der Kassenwarte, sowie des Gesamtbeirates. Einstimmig wurde dieser Antrag angenommen.
Herr Dr. Brandt leitete die Wahl des Vereinsführers. Er dankte dem bisherigen Vereinsführer, Herrn Stöwer, der satzungsgemäß ausscheiden mußte, im Namen des gesamten Vereins für seine wirklich große Arbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese unentbehrliche Arbeitskraft im Interesse unseres Vereins und der gesamten Schwimmsache nie erlahmen möge. Die Wahl endete mit einstimmiger Wiederwahl des Herrn Stöwer als Vereinsführer.
Der bisherige Beirat wurde vom Vereinsführer in seiner Gesamtheit auch für das neue Jahr bestätigt.
Den nunmehr vom I. Kassenwart, Herrn Bergmann, vorgetragenen Haushaltsplan, dessen Mehrausgabe durch ihn und durch den Vereinsführer eingehend begründet wurde, nahm die Versammlung ohne Widerspruch einstimmig an. Damit war der erste Teil des Abends beendet.
Überleitend zum zweiten Teil sprach der Vereinsführer zum 40 jährigen Jubiläum des Vereins und verwies bezüglich der hierzu
notwendigen Erklärungen auf seine Rede in der Morgenfeier am 19. d.Mts. im Haus der Jugend, sowie auf die sehr interessanten
Ausführungen unseres Pressewartes, Herrn Gustav Dreyer, im Schwimmer Nr. 4, die allen Schwimmkameraden zum Nachlesen empfohlen werden. Er führte nochmals aus, wie schon damals bei den Gründern des alten Vereins der Gedanke vorherrschend gewesen sei, nicht nur einen Verein ins Leben zu rufen, sondern das Schwimmen und Retten Allgemeingut werden zu lassen. Schon seiner Zeit sei man an die zuständigen Stellen mit der Bitte herangetreten, das Schwimmen als Pflichtfach in den Schulen einzuführen, was zum Teil auch gelungen sei. So war von Beginn an das Hauptaugenmerk auf die Jugendertüchtigung gerichtet, eine Aufgabe, die immer weiter ausgebaut worden ist und die auch in der Zukunft stets die vornehmste Pflicht unseres Vereins bleiben wird.
Von den Gründern des alten Vereins haben wir noch einen Herrn unter uns, der heute noch aktiv bei uns tätig ist. Es ist unser lieber Vater Janssen. Neben ihm erschienen als die ältesten Mitglieder unser Vater Vogel und Paul Schulz. Diesen drei Herren wurde das goldene „W“ vom Vereinsführer feierlich überreicht. Es sind dies die ersten Ehrenzeichen, die der Verein verliehen hat. Vater Janssen erhält außerdem als Mitgründer des Vereins eine goldene Tabaksdose.
Gaufachamtsleiter Löhr überbrachte die Glückwünsche des Gaues IX und als Leiter des Landesverbandes der D.L.R.G. die Glückwünsche der Deutschen-Lebens-Rettungsgesellschaft. Anschließend führte er aus, daß seit etwa 10 Jahren der Rettungswart unseres Vereins, Herr Neuse, stets eifrig mitgearbeitet und außergewöhnlich rührig die interessen der D.L.R.G. vertreten habe.
Als besondere Anerkennung wurde Herrn Neuse ein Buch mit Widmung überreicht, betitelt: „Rettung aus Lebensgefahr“.
Bei dieser Gelegenheit wurde den Herren: Harloff, Pötter, Knieling, Schaar, Blaudzun und Stöwer der Grundschein der D.L.R.G., den die Herren trotz vorgerückten Alters noch erworben haben, durch den Rettungswart Neuse ausgehändigt.
Herr Rechtsanwalt Hans Koch aus Bochum, heute noch unser Mitglied, überbrachte als Führer des S.V. Blau-Weiß, Bochum, der in diesem Jahre ebenfalls sein 40jähriges Jubiläum feiert, die Glückwünsche seines Vereins.
Auch der frühere Vereinsführer, Herr Büddecker, jetzt in Butzbach (Oberhessen) wohnhaft, hatte es sich nicht nehmen lassen, seine Glückwünsche persönlich anzubringen. Unser Mitglied der „Alte-Herren-Abteilung“, Friedrich Schmidt, hatte schriftlich gratuliert und sein Erscheinen zu dem großen Festball der Westfalen, am 4. April d.Js., angesagt. Außerdem waren noch eine Reihe von Gratulationen aus Schwimmerkreisen eingegangen. Die nun einsetzende Fröhlichkeit hielt die Schwimmkameraden noch viele Stunden in echter Festesfreude zusammen.

Jakob Stöwer Grosber
Vereinsleiter. I. Schriftwart.

Bericht über die Mitgliederversammlung am 7. Mai 1936 im Vereinsheim „Nordstern“

Die gut besuchte Versammlung wurde vom Vereinsführer, Herrn Stöwer, um 21,45 Uhr eröffnet.
Es folgte zunächst die Verlesung der Niederschrift der Jahreshauptversammlung vom Monat Januar ds.Js. Einwendungen gegen Form und Inhalt derselben wurden nicht erhoben.
Anschließend sprach der Vereinsführer zu den Vorgängen der verflossenen Monate, besonders zu den von unserem Verein
anläßlich des 40jährigen Bestehens durchgeführten Veranstaltungen.
Die Ausführungen des Vereinsleiters über das Olympia-Prüfungsschwimmen am 21./22. März d.Js. finden zusammengefaßt
in nachstehenden Punkten ihren Ausdruck:

  1. Die Veranstaltung hat enorm viel Arbeit gemacht, für die den Beteiligten, insbesondere unserem sportlichen Leiter, Herrn Dr. Brandt, Dank gebührt.
  2. Die Stadtverwaltung, und ganz besonders die Herren Stadtrat Schnell, Stadtbaumeister Böckmann und der Leiter des Verkehrs- und Wirtschaftsamtes, Herr Stadtinspektor Overbeck, haben uns aufs beste unterstützt. Unser aufrichtiger Dank ist ihnen gewiß.
  3. Die sportlichen Leistungen waren hervorragend und unser Südbad erlebte einen Europa- und zwei Deutsche Rekorde.
  4. Alles, was im Schwimmsport Namen und Rang hat, war zugegen.
  5. Für die mustergültige Abwicklung und den gesamten Rahmen hat uns das Fachamt seinen besonderen Dank ausgesprochen.

Weiter sprach der Vereinsführer zu dem verhältnismäßig schwachen Besuch dieser Veranstaltung durch unsere Mitglieder. Der Verein hatte erwartet, daß eine derart groß angelegte und repräsentative Veranstaltung die Unterstützung sämtlicher Mitglieder ohne Ausnahme gefunden hätte. Die geringe Anteilnahme gerade unserer Mitglieder sei der einzige Wermutstropfen in dem Freudenbecher dieser herrlichen Sache gewesen. Der Verein aber sei trotz dieses Mangels stolz darauf, daß sein Name in der gesamten Presse des In- und Auslandes wegen der mustergültigen Durchführung dieser Veranstaltung mit Hochachtung genannt
worden sei.
In seinen weiteren Ausführungen sprach der Vereinsleiter unserem jungen Schwimmkameraden Jochen Balke zu seinen bisherigen Erfolgen seinen Glückwunsch aus. Er ermahnte ihn, weiter mit allen Mitteln an sich zu arbeiten und sich in allem und jedem vorbehaltlos der Führung unseres sportlichen Leiters, Herrn Dr. Brandt, anzuvertrauen.
Auch unsere gesellige Veranstaltung am 4. April d.Js., die mit viel Liebe und Sachkenntnis vorbereitet war, wofür Herrn Paul Bürmann besonderer Dank gebührt, ist von unseren Mitgliedern verhältnismäßig schwach besucht (besucht) worden. Es ist bedauerlich, das hier feststellen zu müssen. Der Besuch dieser Veranstaltung, für deren Vorbereitung mancher Vereinskamerad viele Stunden seiner Freizeit freudig geopfert und persönliche Kosten auf sich genommen hat, hätte unseren Mitgliedern restlos
Pflicht sein müssen. Der Abend selbst kann in jeder Hinsicht als eine wirklich gelungene, würdige Jubelfeier bezeichnet werden.
Den Rahmen des Vereinslebens verlassend sprach der Vereinsleiter weiter zu den allgemeinen Geschehnissen in unserem deutschen Vaterland. Er hob die außerordentlichen Erfolge unseres Führers Adolf Hitler in gebührender Weise hervor. Er hob weiter hervor, daß es nur seiner unermüdlichen Arbeit und seiner (???) Staatskunst zu verdanken sei, wenn wir heute in Deutschland in Ruhe und Sicherheit unserer Arbeit nachgehen und ebenso sicher auch unsere Vereinsarbeit immer weiter ausbauen können. Er sprach zu der großen Tat der restlosen Befreiung des Rheinlandes, welches wieder unter den Schutz der deutschen Waffen genommen wurde. Die Besetzung der schönen deutschen Städte am Rhein sei aber nicht, wie von unseren Nachbarn gern behauptet wird, als Aufmarschgebiet gegen sie zu betrachten, sondern es soll damit lediglich zum Ausdruck kommen, daß wir gewillt sind, unser Land und unsere Arbeit selbst zu sichern und zu schützen. Als Dank hat das deutsche Volk am 29. März dem Führer einmütig seine Zustimmung zu seinen Anordnungen und seinen Erfolgen gegeben. An allen deutschen Volksgenossen liege es nun, diese durch den Führer geschaffene Einigkeit zu wahren und zu vertiefen. Er schloß seine Ausführungen mit der Mahnung, im Sport und in der Arbeit nichts zu tun, was gegen die Einigkeit unseres Volkes und gegen
den Willen des Führers sein könnte. Nur eines dürfe es noch geben: „Ein Volk, ein Wille, ein Führer“.
In Fortsetzung der Versammlung wurden die Mitglieder bekannt gegeben, die in den letzten Beiratssitzungen aufgenommen worden sind. Soweit dieselben anwesend waren, wurden sie in althergebrachter Weise begrüßt.
Dem nun folgenden Bericht des Gaufachamtsleiters, Herrn Löhr, der an den Auflösungsverhandlungen der Sportverbände am 18. und 19.4. in Berlin als Vertreter des Gaues IX im Deutschen Schwimmverband teilgenommen hat, war zu entnehmen, daß es sich hier um ein sportgeschichtliches Ereignis von außergewöhnlicher Bedeutung gehandelt hat. Durch die Beschlüsse der Einzelverbände sind diese nunmehr aufgelöst und restlos im Reichsbund für Leibesübungen aufgegangen. Die bisherigen Sportverbände erscheinen als Fach(???) im Reichsbund für Leibesübungen. Es handelt sich um etwa 4 Millionen Mitglieder. Kein Land der Erde kann sich rühmen, eine solch gewaltige Sportgemeinschaft zu besitzen. Dieses gewaltige Werk, das soll besonders hervorgehoben werden, ist ganz allein durch ehrenamtliche Aufbauabeit der einzelnen Vereine zustande gekommen.
Als Vertreter des Reichssportführers nahm Herr v. Mende an den Verhandlungen teil, der in seinen Ausführungen nochmals besonders die Verdienste aller an dem gewaltigen Aufbauwerk deutschen Sportes Beteiligten hervorhob und ihnen im Namen des Reichssportführers seinen Dank für ihre bisherige Mitarbeit aussprach.
Das anläßlich dieser Tagung in der Deutschlandhalle zur Durchführung gekommene Sportfest, bei welchem nur die Besten des deutschen Sportes beschäftigt wurden, war nach Angabe des Herrn Löhr etwas, was bisher noch nicht gezeigt worden ist.
Herr Dr. Brandt sprach über den Kursus der Olympia-Kernmannschaft am 25./26.4. im Berliner Sportforum. Diese Kampfstätte ist eine herrliche Anlage mit allen Neuheiten ausgestattet. Die Einrichtungen dieser Kampfstätte sind für die Abhaltung eines Spezial-Trainings außerordentlich wertvoll, weil durch die sinnreichen Anlagen die Beobachtung des Schwimmers im Wasser in einer Weise gegeben ist, die etwaige Schwächen des Trainierenden erkennen lassen und hierdurch die Möglichkeit geboten ist, dieselben
sofort zu korrigieren und abzustellen. Bei der in Rede stehenden Veranstaltung handelte es sich um ein solches Spezial-Training ohne Publikum und ohne Zeitwertung. Die Einladung hierzu war ergangen vom Fachamtssportwart des Reichsbundes für Leibesübungen, Herrn Boenitz, Magdeburg. Anschließend an diesen Kursus fand eine Besichtigung des Reichssportfeldes statt.
Von den gewaltigen Ausmaßen und dem herrlichen Bau dieser größten Kampfstätte der Welt waren alle Besucher restlos begeistert. Dr. Brandt sprach weiter noch über die Unterredung mit dem für die Betreuung der gesamten Olympia-Sportler Beauftragten, Herrn Bieneck, der hierbei die bei der Winter-Olympiade gemachten Erfahrungen schilderte, die bei der kommenden Olympiade in Berlin in geeigneter Weise im Interesse der Sportler Anwendung finden sollen.
Überleitend auf kommende sportliche Geschehnisse gab Dr. Brandt noch bekannt, daß in nächster Zeit folgende Veranstaltungen
stattfinden:
Vom 2. bis 6. und 8. bis 13. Juni je ein Kursus für Schwimmwarte, bei welchem sämtliche infrage kommenden Arbeiten behandelt werden. Unser Verein wird für Teilnehmer aus seinen Reihen, die sich verpflichten müssen, das Erlernte später praktisch im Verein auszuwerten, die entstehenden Kosten übernehmen.
Am 14. Juni Bezirksfest in Holzwickede.
Vom 22. bis 27.6. Wasserballlehrgang des Gaues in Lippspringe.
Am 28.6. Verbandskampf der Vereine mit Winterbad. Diese Veranstaltung steigt in Dortmund.
Am 12.7. Volksschwimmfest des gesamten Gaues am Möhnesee.
Am 18./19.7. Deutsche Meisterschaften in Berlin.
Am 25.7. Gaujugendfest in Recklinghausen.
Vom 2. bis 16.8. Olympiade in Berlin. (Für Schwimmer vom 8.–15.8.)
Der Vereinsführer dankte beiden Herren für ihre sehr interessanten Berichte und führte weiter aus, daß auch hier wieder unserem Führer der Dank der deutschen Sportgemeinde gebühre, da er allein als der Förderer des gesamten deutschen Sportes zu bezeichnen sei.
Unter Punkt Verschiedenes erfolgten keine Wortmeldungen und so konnte die Versammlung um 23,30 Uhr mit einem dreifachen „Gut-Naß“ auf das gute Gelingen der kommenden Olympiade, sowie auf den weiteren Ausbau und das weitere Anwachsen unseres Vereins geschlossen werden.

Jakob Stöwer Grosber
Vereinsführer. I. Schriftwart.

Bericht über die Jahres-Hauptversammlung am 16. 1. 1937 im Vereinsheim Nordstern

Um 8.55 Uhr eröffnete der Vereinsführer Jacob Stöwer die Jahres-Hauptversammlung. Er gab für das vergangene Jahr einen kurzen Rückblick über das politische Geschehen in Deutschland und einen ausführlichen Bericht über unser Vereins-Jubiläumsjahr. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Sport wurde der Bericht zur Kenntnis genommen.
Der Kassenbericht wurde vom Kassenwart Otto Bergmann verlesen und von den Kassenprüfern, Kameraden Tilly u. Schmidt, als für richtig befunden erklärt. Der Antrag auf Entlastung wurde einstimmig erteilt und auf den gesamten Vereinsstab miteinbezogen.
Nach kurzer Pause wurde durch Dr. Brandt die Neuwahl des Vereinsführers vorgenommen, die eine einstimmige Wiederwahl von Jacob Stöwer ergab.
Von einer sofortigen Neuwahl seines Stabes nahm der Vereinsführer abstand, da durch eine neue Verfügung des Gausportwartes eine Fortführung und unser Bestehen als Nur-Schwimmverein infrage gestellt würde. Durch die neue Verfügung werden wir gezwungen neue Sportarten aufzunehmen, oder uns einem größeren Sportverein anzuschliessen, der diese Sportarten bereits betreibt.
Nach längerer Aussprache und Vorschlägen der Kameraden Johann, Dr. Brandt, Brenner, und Löhr kommt ein Kompromiss zustande, wonach wir diese ganze Angelegenheit an uns heran treten lassen wollen und dem Vereinsführer Vollmacht gegeben wird, entsprechende Verhandlungen aufzunehmen. Sobald etwas Greifbares vorliegen sollte, wird dieses in einer ausserordentlichen
Versammlung bekannt gemacht, die dazu eigens einberufen wird.
Schluss der Jahres-Hauptversammlung um 10,45 Uhr.

Jakob Stöwer Meinhold
Vereinsführer vorl. Schriftwart

Bericht über die ausserordentliche Versammlung vom 22.4.37 im Nordstern

Um 9,20 Uhr eröffnete der Vereinsführer Stöwer die sehr gut besuchte Versammlung und begrüßte den Reichssportlehrer u. Fachwart Kefer, München.
Herr Kefer hielt anschliessend einen ausführlichen Vortrag über die Richtlinien des R.L.B.
Über gemeinsame Arbeit mit einem anderen Sportverein berichtete Dr. Brand. Gegenseitige Benutzung der Plätze u. Geräte zwischen S.V. Westfalen u. D.S.C. 95 wurde vereinbart und bekanntgegeben. Genaueres sollten die Mitglieder am schwarzen Brett abwarten.
Dem Kamerad Walter Zekorn wurde zu seinem 40 jährigen Vereinsjubiläum die goldene Ehrennadel feierlich überreicht.
Die Kassenprüfer, Kameraden Moritz u. Böbbis, wurden einstimmig gewählt.
Stöwer gab die Gründe an, daß unsere Vereinszeitung vorläufig bis auf weiteres eingestellt würde. Finanzielle hohe Unkosten u. Mitgliederrückgang erforderten dies. Selbst die Badestunden erfordern seit einiger Zeit Zuschüsse. Nach längerer Aussprache über diese Punkte, wurden die Vorschläge des Vereinsführers gutgeheissen.
Schluss der ausserordentlichen Versammlung 11.20 Uhr.

Jakob Stöwer Meinhold
Vereinsführer. vorl. Schriftwart

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